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Millimeterarbeit mit dem Müllauto

Millimeterarbeit mit dem Müllauto

Neunkirchen. Kurz vor 6 Uhr beginnt Müllauto-Fahrer Wolfgang Müller zusammen mit seinem Kollegen, Lader Sascha Thobae, seine Schicht. Vom Zentralen Betriebshof in Neunkirchen aus geht es los. An diesem Morgen wird Biomüll abgefahren im Bezirk Kohlhof/Ludwigsthal. "Man muss draufhalten, um die Tour zu schaffen", sagt Müller und setzt das Müllauto in Bewegung

Neunkirchen. Kurz vor 6 Uhr beginnt Müllauto-Fahrer Wolfgang Müller zusammen mit seinem Kollegen, Lader Sascha Thobae, seine Schicht. Vom Zentralen Betriebshof in Neunkirchen aus geht es los. An diesem Morgen wird Biomüll abgefahren im Bezirk Kohlhof/Ludwigsthal. "Man muss draufhalten, um die Tour zu schaffen", sagt Müller und setzt das Müllauto in Bewegung. Enge Straßen, parkende Autos, in den Weg ragende Sträucher - das Rangieren ist Millimeterarbeit, besonders mit einem zehn Meter langen Müllauto. Doch bei Müller sind keine Anzeichen von Stress zu erkennen. Noch mehr als parkende Autos stören ihn Sträucher, die in die Straße hineinwachsen: Sie können die Spiegel verstellen und den Lack des Autos beschädigen. Und auf sein Müllauto gibt er ganz besonders Acht. Deshalb reinigt er auch jeden Tag das Fahrerhaus. "Autopflege und Wartung sind das A und O!", sagt er entschieden. Es blitzen bereits die ersten zarten Sonnenstrahlen auf, und es ist ein klarer Sommermorgen. "Heute morgen ist es von der Temperatur her ganz angenehm", findet Sascha Thobae, als er die ersten Tonnen in Angriff nimmt. Routiniert und mit schnellen Handgriffen hebt der 31-Jährige eine Tonne nach der anderen in einen Greifarm am Fahrzeugheck, der die Tonne dann automatisch hochfährt und leert. Im Innern des Müllautos ist eine Trommel, die sich permanent dreht und den Müll so durcheinanderwirbelt. "Wenn es richtig warm ist, sind die Gerüche doch sehr stark", erzählt Thobae. Müller hat großen Respekt vor seinen Kollegen. "Die Lader kriegen dahinten nichts geschenkt", sagt er. "Denn die Tonnen sind manchmal ziemlich schwer." In Kontakt treten kann der Lader mit seinem Fahrer durch ein Signal. Außerdem gibt es seit einigen Jahren Kameras am Auto. Über einen Bildschirm neben dem Armaturenbrett kann der Fahrer so sehen, was hinten passiert. Zur Sicherheit dienen weiterhin beim Rückwärtsfahren ein Warnsignal und insgesamt sechs Außenspiegel und ein Kontakt am Heck-Trittbrett. Der bewirkt, dass das Auto maximal 30 Stundenkilometer fahren kann, wenn der Lader draufsteht. Der kontrolliert jede Tonne kurz auf ihren Inhalt vorm Entladen. Das geschulte Auge merkt an diesem Morgen auch - wie oft - dass in einer bereits geleerten Straße noch eine Tonne dazugekommen ist. "Es ist ein zusätzlicher Service, dass wir diese verspätete Tonne noch mit leeren." Am Ende ihrer Tour durch Kohlhof und Ludwigsthal haben sich in der Trommel zirka zehn Tonnen Müll angesammelt. Wenn Restmüll abgefahren wird, können es auch mal 28 Tonnen sein. Der Biomüll wird zur Weiterverwertung in eine Anlage nach Homburg gebracht. Wenn Wolfgang Müller nach einer anstrengenden Schicht so gegen halb drei nach Hause kommt, muss er erst mal abschalten: "Dann trinke ich Kaffee und lese die Zeitung." "Man muss drauf halten, um die Tour zu schaffen."Wolfgang Müller