Mehr Neunkircher Nachwuchs?

Der Neunkircher Zoo ist immer in Bewegung. Jetzt im Frühjahr nicht nur durch Tierkinder, die schon da sind oder sich ankündigen. Es geht auch ums Geld, beziehungsweise, wie es angelegt wird. Tiere und Zoogäste sollen profieren.

. Es gibt Dinge, die kann man nicht bezahlen. Und auf die hat auch niemand einen Einfluss. Wenn am Mittwoch dieser Woche der Aufsichtsrat des Neunkircher Zoos ein Detail erfahren hat, wie genau die Investitionen von rund 150 000 Euro angelegt werden sollen, dann war das sicher eine interessante Neuigkeit. Doch getoppt wird die durch ganz andere News: Denn nicht nur Schneeleopardin Luisa erwartet Nachwuchs. Live mitzuerleben über die Nabu-Webcam, wenn man zum richtigen Zeitpunkt guckt. "Vermutlich in den nächsten ein bis zwei Wochen", wie Zoodirektor Norbert Fritsch der SZ auf Anfrage erzählt.

Auch bei den Orang Utans scheint sich was anzukündigen. Im Zeitraum Mai bis August gibt es hier "sehr wahrscheinlich" Nachwuchs. "Eigentlich", so Fritsch, "hatten wir damit schon früher gerechnet." Dann aber habe es doch wieder Blutungen gegeben. Nun spreche aber viel dafür, dass eine erneute Schwangerschaft geklappt hat. Bei den Seehunden hingegen ist dieses Jahr bislang nichts in Sicht, da hatte es ja vergangenes Jahr geschnackelt. Was die schwangeren Tierdamen anbelangt, zählt eines: Der Natur ihren Lauf lassen. Diese Devise gilt dann allerdings weniger, wenn es um die Paviane geht. Für sie wird die erste größter Investition aufgebracht. 90 000 bis 100 000 Euro, wie Aufsichtsratsvorsitzender der Zoo AG, Bürgermeister Jörg Aumann , der SZ erzählte. Der größte Investitionsbrocken wird von den Zuschauern erst einmal nicht zu sehen sein. Die Räume hinterm Gehege werden komplett renoviert, hier kommen neue Behandlungsräume hin. Denn in Sachen Paviane gibt es eben ein ganz anderes Ziel: Die Population eindämmen. "Das hat etwas Überhand genommen", weiß denn auch der Zoodirektor. Als Fritsch 2001 den Job als Zoodirektor übernahm lag die Zahl bei 30 bis 40 Tieren. Nach und nach hat sich die Zahl mehr als verdoppelt. Rund 100 Tiere ("ganz schwer zu zählen, probieren Sie das mal") leben mittlerweile hier. Für die Tiere kein Problem, meint der promovierte Biologe, die leben in der freien Wildbahn gerne in großen gruppen, fühlen sich wohl. Dem Zoo selbst wäre eine Reduktion auf 30 Tiere allerdings lieb.

Geburtenkontrolle

"Das macht einfach weniger Stress, die Ansteckungsgefahr ist geringer, die Kosten auch." Wobei die Ernährung für die Tiere vielfach aus Spenden kommt. Sei's, wie es ist: Für die Paviane wird Geburtenkontrolle eingeführt. Die kleinen Eingriffe werden dann in den neu gestalteten Räumen stattfinden. Denn eins ist sicher: "Eingeschläfert wird hier kein Tier werden", sagt Fritsch. Auch eine weitere Investition kommt Affen zu Gute. Aufgehübscht wird der in die Jahre gekommene Außenbereich und Innenbereich der Schopfmakaken. Mit Unterstützung durch die Firma Peter Groß Bau wird außerdem die Storchenvoliere hinter der Zooschule wieder richtig in Schuss gebracht. Rund 50 000 Euro werden hier investiert. Die Voliere wird dann nach Fertigstellung auch begehbar sein. Eine weitere geplante Maßnahme ist laut Aumann eine Spielgelegenheit für Kinder.

Die Schneeleoparden sind eine der Attraktionen des Neunkircher Zoos. Foto: Monsieur de Maurice. Foto: Monsieur de Maurice

Hier werden sie dann einiges über die Fortbewegungsarten der Tiere erfahren. Finanziert wird dieses Projekt aus dem Bundes-Förderprogramm Landaufschwung. "Da warten wir täglich auf den Bescheid", meinte Fritsch zur SZ. Noch mehr aber wartet natürlich jeder auf das, was sich vor der Webcam im Schneeleoparden-Gehege tut. Dieses Projekt des Naturschutzbundes (Nabu) Deutschland im Jahr des Schneeleoparden kommt offenbar richtig gut an. Rund 200 000 Zugriffe gab es hier schon. "Das ist die bislang größte Marketingaktion des Neunkircher Zoos", freut sich der Zoodirektor.