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"Mauerbau" auf dem Kohlhof ärgert Bürger

"Mauerbau" auf dem Kohlhof ärgert Bürger

Kohlhof. Den Verdruss von Beschäftigten, Besuchern und Geschäftsführung der Kohlhöfer Marienhausklinik hat sich Guido Seitz zugezogen. Grund: Der über Neunkirchen hinaus bekannte Gastronomie-Unternehmer ("Millionär sucht Frau") hat einen Fußweg, der über sein Grundstück führt, "verbarrikadiert"

Kohlhof. Den Verdruss von Beschäftigten, Besuchern und Geschäftsführung der Kohlhöfer Marienhausklinik hat sich Guido Seitz zugezogen. Grund: Der über Neunkirchen hinaus bekannte Gastronomie-Unternehmer ("Millionär sucht Frau") hat einen Fußweg, der über sein Grundstück führt, "verbarrikadiert". Eine Mauer und Warnbaken machen die von vielen benutzte Verbindung zwischen der Siedlung Haberdell und dem Krankenhausgelände seit kurzem unpassierbar. Dieser Weg, der zum Grundstück "Zu den Grenzsteinen 50" gehört, sei seit Jahrzehnten von den Kohlhöfern genutzt worden, so der Stadtverordnete Winfried Kramer, der die SZ auf die Sperrung aufmerksam gemacht hat. Der frühere Besitzer des Anwesens, die Neunkircher Fußball-Ikone Stefan Kuntz, habe nie etwas gegen die Nutzung des Weges einzuwenden gehabt. Seitz versuche wohl "sein Mütchen zu kühlen", weil er mit der Stadt wegen der "Keksdose" seit Jahren im juristischen Clinch liege, vermutet Kramer. Der System-Gastronom hatte - wie in der SZ ausführlich berichtet - im Januar 2011 sein "Café Calypso" auf dem Lübbener Platz geschlossen, weil die Stadt seinen finanziellen Vorstellungen nicht entsprach. Die Stadt hatte den Pachtvertrag mit Seitz daraufhin gekündigt.Guido Seitz, der die Kuntz-Immobilie 2008 erworben hat, bestreitet auf SZ-Nachfrage jede Willkür. Er verweist auf das Parkplatzproblem, das sich nach der Zusammenlegung der Marienhauskliniken am Standort Kohlhof ergeben habe. Nicht nur er, sondern auch "verschiedene Nachbarn" hätten sich daran gestört, dass die von Anwohnern genutzten Stellplätze stets besetzt und teilweise sogar die Einfahrten zugeparkt worden seien. Seit die fußläufige Verbindung zur Klinik nun dicht sei, habe sich dies erledigt. Ferner seien Leute, die dort durchgegangen sind, in seine Einfahrt vorgedrungen, um sich "das Haus anzugucken".

Als zweiten Grund nennt Guido Seitz, dass bei Regengüssen Wassermassen vom Klinikgelände über den Durchgang in seine Einfahrt gelaufen seien und bisweilen die Garage unter Wasser gesetzt hätten. Dies sei mit dem Bau der Mauer abgestellt. Er habe "um Gottes Willen nichts gegen die Leute von der Klinik", betont Seitz. "Aber manchmal muss man zum eigenen Schutz auch Sachen machen, die nicht populär sind!"

Nach der Gesetzeslage ist Seitz im Recht, so die Auskunft der Stadtpressestelle auf SZ-Nachfrage. Als Stefan Kuntz seinerzeit das Grundstück vom Land erworben habe, habe das Land als Verkäufer kein Wegerecht eintragen lassen. So hätten der vorige und der jetzige Besitzer den Durchgang zwar gestattet - jedenfalls bis vor kurzem -, aber ein Rechtsanspruch darauf bestehe nicht. Auch der dort geltende Bebauungsplan sehe eine solche direkte Anbindung zwischen Haberdell und Klinik nicht vor.

Den Tipp bekamen wir von mehreren SZ-Leser-Reportern. Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, wenden Sie sich entweder per SMS/Fax an Tel. (06 81) 5 95 98 00 oder per Mail an: leser-reporter@sol.de.