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Mädchentag auf dem Stummplatz in Neunkirchen

Weltmädchentag : Pinke Hochöfen als Tüpfelchen auf dem I

Neunkircher Mädels haben auf dem Stummplatz ihren Mädchentag gefeiert.

„Genuk Geld“ steht in den gemalten Herzen, „liebe Eltern“ und „Eseen“, daneben hat die junge Künstlerin einen Fußball auf den weißen Regenschirm gemalt. Entstanden ist das Kunstwerk in einem „Only for girls“-Workshop während der Sommerferien, veranstaltet von der evangelischen Kirchengemeinde Wiebelskirchen in Kooperation mit dem Mädchenarbeitskreis des Landkreises Neunkirchen.

Ihren großen Auftritt hatten die Regenschirme am Weltmädchentag, der nach der Pause im vergangenen Jahr am Montag in Neunkirchen zum vierten Mal gefeiert wurde. Statt in die Gebläsehalle lud der Mädchenarbeitskreis auf den Stummplatz ein. „Wir haben diesmal ein anderes Konzept“, erklärte die städtische Frauenbeauftragte, Annette Pirrong. „Im Freien ist es in jedem Fall sicherer.“

Das erwies sich als guter Schachzug, erreichte man doch so auch Kinder und Jugendliche, die sonst nicht teilgenommen hätten. Wie Quyng. Die Tante der 13-Jährigen hatte die Aktion gesehen und ihrer Nichte empfohlen: „Geh mal zu den Leuten dort.“ Quyng stammt aus Vietnam, vor zwei Jahren kam sie nach Deutschland.

Gern drehte sie am Glücksrad, probierte die rosafarbenen Muffins und ließ sich vom Team des Juz Wiebelskirchen einen alkoholfreien Cocktail mixen. Etwas Probleme bereitete dem aufgeweckten Teenager nur der Fragebogen, mittels dem die Organisatoren die Wünsche und Anregungen der Klientel ermittelte. Als Dankeschön fürs Ausfüllen gab es eine „Mädchentüte“ mit Snacks und Kosmetik.

„Mädchen werden immer noch häufig benachteiligt“, betonte Bürgermeisterin Lisa Hensler. „In vielen Berufen sind sie nach wie vor unterrepräsentiert.“ Umso wichtiger ist ein Tag wie dieser.

Höhepunkt der Aktion war ein Flashmob, bei dem ein eigens einstudierter Tanz aufgeführt wurde. Am Abend setzte die Kreisstadt dann noch ein weiteres Zeichen. Wurden doch die Hochöfen pink angestrahlt. „Pink steht für Veränderung, Mut und Toleranz“, so Hensler. „Es soll Mädchen ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen.“