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Liebe zum Fußball kennt kein Alter

Liebe zum Fußball kennt kein Alter

Mittwochmorgens halb 11 Uhr im Rösen-Park schlägt die Stunde der Mi-Mo-Ma: Die Spieler der Mittwoch-Morgen-Mannschaft sind alle „55plus“ – doch bei aller Geselligkeit wird hier auch ernsthaft Fußball gespielt.

Für die einen sind sie die Rentnerband, für andere die Johannes-Heesters-Gruppe und für manche schlichtweg die Alten. Gemeint ist mit alledem die "Mittwoch-Morgen-Mannschaft", die seit einigen Jahren die Fußballszene beim TuS Wiebelskirchen bereichert. Die Hobbyfußballer, die sich jeden Mittwoch gegen halb elf im Rösen-Park treffen, gehören allesamt der Generation 60 plus an, einige haben auch das siebte Lebensjahrzehnt schon vollendet oder gar überschritten. Die Redewendung "Je oller, je doller" hat bei dem einen oder anderen aus der Gruppe durchaus ihre Berechtigung, sowohl was das Fußballerische als auch was das Verbale angeht.

Die Initiative zur Bildung der Trainingsgemeinschaft geht zurück auf einige sehr engagierte Helfer bei der Umgestaltung des vereinseigenen Sportplatzes Rösen in den Jahren 2009/2010. Es waren größtenteils ehemalige Altherrenfußballer des TuS wie Walter Hemmer, Helfried Clemens, Manfred Moser, Bernd Ecker, Wilfried Decker oder Ulrich Reupke, die zusammen mit Wolfgang Schuler, als Mitglied der TuS-Kegelabteilung der einzige Nicht-Kicker in diesem Kreis, die Idee und Vision hatten, selbst nochmal auf dem Platz gegen den Ball zu treten. Nach den Wintermonaten trafen sich die ehemaligen TuS-Kicker erstmals im März 2011 an einem Mittwochmorgen zum Fußballspielen und seither ist die "Mi-Mo-Ma" zur festen Einrichtung geworden. Viele weitere frühere AH-Spieler des TuS sind seither dazu gekommen, auch einige Neue von außerhalb haben sich dazugesellt und andere, die in den 1960er und 70er Jahren aktiv für den TuS spielten, sind durch die Mi-Mo-Ma zu ihren fußballerischen Wurzeln zurückgekehrt und schnüren wieder regelmäßig die Fußballschuhe. Zur Mi-Mo-Ma gehört der pensionierte Bergarbeiter ebenso wie der frühere Sparkassendirektor und Landrätin-Stellvertreter, der Brauereirepräsentant und ehemalige Bundesligafußballer genauso wie der einstige Amtsleiter der städtischen Gebäudewirtschaft und der Bundeswehr-Hauptmann a.D. ebenso wie der frühere KEW-Mitarbeiter, der Polizeibeamte a.D. oder der Arbeitskammer-Angestellte. Die einzige Bedingung, die die Hobbykicker neben dem Mindestalter von 55 Jahren mitbringen müssen, ist die Mitgliedschaft im TuS Wiebelskirchen , und dadurch hat die Mi-Mo-Ma der Fußballabteilung auch einige neue Beitragszahler beschert.

Das Fußballspielen steht bei der Mi-Mo-Ma natürlich im Mittelpunkt und wird ernsthaft betrieben. Frotzeleien und Flachs sind dennoch an jedem Mittwochmorgen an der Tagesordnung, das hat auch der Chronist mittlerweile festgestellt. Dabei ist es völlig egal, wer die meisten Tore schießt oder die größte Anzahl von "Assists" auf seinem Konto verbuchen kann. Wichtiger ist, dass jeder nach den 90 Minuten Training wieder verletzungsfrei unter die Dusche kommt. Dass bei einer solchen Zusammensetzung auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommt, versteht sich von allein. Dazu gehört das anschließende gemeinsame Mittagessen im TuS-Haisje ebenso wie regelmäßige Grillfeste in der AH-Hütte im Rösen-Park oder gemeinsame Fahrten und Ausflüge. Nächste Aktivität ist im September die Fahrt zum Bundesligaspiel Mainz 05 gegen Bayern München. Mittlerweile tummeln sich jeden Mittwoch 15 bis 20 fußballverrückte Oldies auf dem Platz, so dass bisher immer noch das Kleinfeld genügt. Das erklärte Ziel der Mi-Mo-Ma ist es aber, irgendwann mit zwei kompletten Mannschaften über den ganzen Platz zu spielen und es ist davon auszugehen, dass dieses Ziel auch erreicht wird. Am vergangenen Mittwoch war die Mi-Mo-Ma ganz nahe dran, als mit 21 Trainingsteilnehmern trotz Urlaubszeit ein Rekord aufgestellt wurde.