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LfS klärt über A 8-Erneuerung auf

 Baustellenschilder werden bald den A 8-Streckenabschnitt bei Neunkirchen säumen. Archivfoto: Sebastian Kahnert/dpa
Baustellenschilder werden bald den A 8-Streckenabschnitt bei Neunkirchen säumen. Archivfoto: Sebastian Kahnert/dpa
Neunkirchen. In zwei Jahren ist es soweit: Auf einer Streckenlänge von 6,3 Kilometern wird die A 8 zwischen der AS Neunkirchen-Oberstadt und dem Autobahnkreuz Neunkirchen erneuert. Der LfS gab jetzt seine Planung bekannt. Jasmin Kohl

Heftigen Gegenwind von den Anwohnern erhielt der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS), als er diese über die Erneuerung der A 8 zwischen der Anschlussstelle Neunkirchen-Oberstadt und dem Autobahnkreuz Neunkirchen (wir berichteten) informierte. Am Mittwochabend hatte die Behörde in ihren Sitz in die Peter-Neuber-Allee eingeladen, um über das Ende 2018 beginnende Bauvorhaben, das sie im Auftrag des Bundes umsetzt, aufzuklären. Rund 60 Anwohner folgten der 54-seitigen Präsentation der LfS-Experten mit großer Skepsis.

"Es liegt nicht daran, dass der LfS so langsam ist, die Verkehrsentwicklungen wurden damals noch nicht gesehen", nahm LfS-Leiter Michael Hoppstädter gleich zu Beginn Stellung zu dem Vorwurf, seine Behörde habe die transnationale Bedeutung (die A 8 verbindet Luxemburg mit Österreich) der Autobahn zu spät erkannt und eine Erneuerung lange Zeit verschlafen. Die Verkehrsentwicklungen wie die Zunahme von Schwerverkehr seien bei der Hochstufung der ehemaligen B 10 zur A 8 im Jahr 1965 schlichtweg noch nicht abzusehen gewesen. Der Schwerverkehrsanteil an den fast 50 000 Fahrzeugen, die den Streckenabschnitt täglich passieren, liege mittlerweile bei rund 12 Prozent, "die A 8 ist dafür nicht angelegt", sagte Hoppstädter. Der Aufbau der Autobahn sei "historisch bedingt unterdimensioniert", was ein ständiges Nachbessern der Fahrbahn fordere. Weder wirtschaftlich noch technisch sei dies sinnvoll. Dem wolle der LfS nun mit der Erneuerung entgegenwirken. Wie die vier- bis fünfjährige Baumaßnahme mit Kosten von rund 85 Millionen Euro konkret aussehen soll, erläuterte LfS-Mitarbeiter Torsten Ebel vom Fachbereich Straßenplanung.

Auf einer Streckenlänge von 6,3 Kilometern solle die A 8 verbreitert werden, denn sie sei zwar wie für Autobahnen üblich vierspurig, die Fahrbahnbreiten von acht Metern auf Brücken und elf Metern auf freier Strecke jedoch zu gering. Innerhalb der Erneuerung sollen diese auf 12 Meter erweitert sowie durch teilweise fehlende Standstreifen ergänzt werden. Die gute Nachricht: Vier Fahrstreifen sollen während der kompletten Bauzeit aufrecht erhalten bleiben. Dazu wird die erste Richtungsfahrbahn in zwei Bauphasen vierspurig ausgebaut und die Gegenfahrbahn anschließend in einer dritten Bauphase gebaut. Ob das wirklich so reibungslos funktioniere, wie vom LfS verkauft, bezweifelten viele Anwohner. Ebels Aussage "Es wird eigentlich keine Umleitungen auf Ortschaften geben", beruhigte die Anwohner nicht unbedingt.

Auch 16 Brückenbauwerke seien von der Maßnahme betroffen, darunter die Landertalbrücke sowie die Kasbruchtalbrücke, die neu gebaut werden sollen. Um Beeinträchtigungen zu vermeiden, wird neben der Landertalbrücke eine neue Brücke gebaut. Solange diese nicht fertig sei, werde die alte Brücke auch nicht abgerissen. Baustellenchaos will der LfS auch bei der Kasbruchtalbrücke vermeiden und plant, einen Tunnel unter der bestehenden Brücke zu bauen, durch den der Verkehr für die Zeit der Baustelle geleitet wird. Lfs-Mitarbeiter Jochen Hahn, Fachbereichsleiter für Naturschutz und Lärm, erläuterte, welche Lärmschutzmaßnahmen rechtlich möglich sind (siehe Infokasten). Dass der LfS die Lärmwerte berechnet und nicht misst, brachte viele Anwohner auf. "Ich messe zwischen 70 und 90 Dezibel auf meiner Terrasse, darauf kommt der LfS nie", sagte Verenas Bartels, die direkt vor dem Neunkircher Kreuz wohnt.


Zum Thema:

Die in Ludwigsthal und Furpach bestehenden Lärmschutzwände können laut LfS nach den Kriterien der Lärmsanierung als freiwillige Leistung des Bundes erhöht werden. Für Bayerisch-Kohlhof treffe dies nicht zu, da dort nach LfS-Berechnungen die Immissionsgrenzwerte von 67 Dezibel am Tag und 57 Dezibel in der Nacht nicht überschritten werden. Die Planungsfeststellungsunterlagen für die Erneuerung der A 8 will der LfS Anfang 2017 präsentieren. Dazu kündigte die Behörde weitere Infoveranstaltungen an. koj