Lebenshilfe Neunkirchen feiert 50. Geburtstag

Lebenshilfe Neunkirchen feiert 50. Geburtstag

Mit sieben Menschen fing es an. Sie wollten die Situation von Kindern mit geistiger Behinderung verbessern. Inzwischen zählt die Lebenshilfe Neunkirchen 900 Mitglieder. Ein Erfolgsunternehmen.

Ob man sich das vor 50 Jahren hätte träumen lassen? Vertreter der Politik, der Kirchen, sozialer Einrichtungen und anderer Institutionen strömten am Donnerstagmorgen ins Centrum für Freizeit und Kommunikation der Lebenshilfe Neunkirchen (CFK) und der festlich hergerichtete Saal war voll besetzt, als Thomas Latz zur Begrüßung ans Mikro schritt. Der CFK-Geschäftsführer führte durch das Programm der Jubiläumsfeierlichkeiten.

Damals, vor 50 Jahren, waren es gerade mal sieben Leute gewesen, die sich im Café Freiberg eingefunden hatten, um die Situation von Kindern mit geistiger Behinderung zu verbessern. Der Vorsitzende der Neunkircher Lebenshilfe , Norbert Puhl, erinnerte in seiner Ansprache an diese Anfänge. Aus den sieben Mitgliedern sind inzwischen rund 900 geworden. Betreut werden in verschiedenen Einrichtungen 700 Menschen, beschäftigt 400 Mitarbeiter. Dazu kommen noch rund 400 hauptamtliche und knapp 1000 Mitarbeiter mit Behinderung im Werkstattzentrum für Behinderte (WZB). Wie Puhl betonte, war die Akzeptanz betroffener Menschen nicht immer so groß wie heute. Puhl berichtete auch von der Arbeit der Lebenshilfe : "Ziel all unserer Bemühungen muss es sein, Menschen mit Behinderung ganz anzunehmen und nicht über sie, sondern mit ihnen zu reden."

Grußworte gab es vom Innenminister des Saarlandes, Klaus Bouillon , der der Arbeit aller Beteiligten seinen Respekt aussprach und Verbesserungen für Menschen mit Behinderung im Sportangebot des Landes ankündigte. Auch der Kreisbeigeordnete Karlheinz Müller gratulierte: "Die Lebenshilfe ist nicht nur eine Hilfsorganisation, sie ist auch ein Erfolgsunternehmen."

Menschen mit geistiger Behinderung lebten zumeist in ihren Familien, erklärte Bernhard Müller, der Vorsitzende des Landesverbandes der Lebenshilfe , und sprach die Notwendigkeit der Unterstützung dieser Familien an.

Was Förderung alles bewirken kann, das zeigten die von der Lebenshilfe betreuten Menschen dann gleich selbst: Der Chor sang zusammen mit Gitarrist und Sänger Markus Gillmann und die Eric-Carle-Schule legte eine flotte Trommel-Performance aufs Parkett. Sie alle machten anschaulich, was Robert Antretter in einer eindrucksvollen Festansprache, die großen Beifall fand, vermittelte. Der Ehrenvorsitzende der Bundesvereinigung der Lebenshilfe kritisierte die Auffassung, ein behindertes Kind bedeute ein trauriges Schicksal. "Oft trifft Mütter von Kindern mit Down-Syndrom ein Blick, der sagt, so etwas müsste heute nicht mehr sein. Warst du denn nicht bei der Pränatal-Diagnostik?" Antretter warnte davor, mit dem Vorwand Leid auszuschalten, die Leidenden auszuschalten, auch beim assistierten Suizid.