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KKV Unitas
Landrat war Ehrengast beim KKV Unitas

Neunkirchen. Landrat Sören Meng sprach beim Neujahrsempfang des KKV Unitas und gab dabei Einblick in die Tätigkeit der Kreisverwaltung. Von Anja Kernig

. Alles anders als sonst war beim Neujahrsempfang des KKV Unitas am Sonntag – immerhin „die wichtigste Veranstaltung unseres Vereins im Jahreslauf“, wie Vorstandmitglied Martin Schuck betonte. Statt wie gewohnt im Karchersaal traf man sich in der Stummschen Reithalle, statt Blasmusik setzte man auf dezentere Begleitung: Helmut Gentes erfreute mit beschwingten Pianomelodien. Und mit 60 Damen und Herren waren auch nicht ganz so viele Gäste anwesend wie sonst. Was einigen Geburtstagen und Jubiläen geschuldet war, die zeitgleich anderswo gefeiert wurden. In seiner Begrüßung konstatierte Vorstandmitglied Martin Schuck, wie „rasant“ das letzte Jahr vergangen sei. Wobei man ihm sicher nicht nachtrauere – weltpolitisch genauso wenig wie hier vor Ort: „Der KKV hat 2017 sechs langjährige Mitglieder verloren“, darunter den früheren Vorsitzenden Helmut Jager.



Als Gastredner hatte der aktuell 150 Mitglieder zählende Katholische Kaufmännische Verein Landrat Sören Meng gewinnen können. Der kam gern und nutzte die Gelegenheit, ausführlich auf eine Frage einzugehen, die ihm immer wieder begegnet: „Was macht so ein Landrat oder für was ist denn – neben der Straßenverkehrszulassungsbehörde – der Landkreis überhaupt zuständig?“

Genau genommen für ziemlich viel. Wobei 95 Prozent der Arbeit der 560 Mitarbeiter auf Pflichtaufgaben entfallen. „Fast jeder Bürger hat im Laufe seines Lebens Kontakt mit unserer Kreisverwaltung“, die, „plakativ ausgedrückt, von der Wiege bis zur Bahre“ zuständig ist – zum Beispiel für Jagd- und Fischereischeine, Baugenehmigungen oder Bildungsangebote der Kreisvolkshochschule. Der größte Aufgabenbereich liegt im sozialen Bereich, sprich, in der Jugendarbeit und der sozialen Hilfe für bedürftige Menschen, so Meng. „Als Träger von 20 weiterführenden Schulen kümmern wir uns um die Ausstattung der Schulen, um die Schulentwicklungsplanung und schaffen Konzepte für den Lebens- und Lern-Raum Schule.“

Vielversprechend entwickelt sich zum einen die Wirtschaft: „Trotz des Strukturwandels können wir heute mit 39 000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen einen Beschäftigungshöchststand seit 30 Jahren vorweisen.“ Was mit auf das Konto der begleitenden Wirtschafts- und Standortpolitik gehe.

Aber auch der Tourismus floriert, die Übernachtungszahlen steigen. Dank des Bundesprojektes Land(auf)Schwung fließen weitere 2,7 Millionen Euro in die Infrastruktur. Aus Sicht Mengs dagegen gar nicht zukunftsfähig ist die Kreisumlage in der derzeitigen Finanzierungsform. „Es ist geradezu zynisch, wenn man liest, dass die Bundeskassen noch nie so gut gefüllt waren“ – man aber vor Ort immer wieder „aufs Neue um eine Grundausstattung“ der Schulen ringen müsse oder es nicht vermag, Kindern „ein kostenloses, gesundes Schulessen zur Verfügung“ zu stellen. Es sind gerade alles andere als ruhige Zeiten, schloss Sören Meng. Doch Zeiten des Wandels generieren oft eine ganz eigene Dynamik. Die es zu nutzen gelte, „um unsere Region gemeinsam zu stärken“.



Mindestens einen neuen Fan für seinen wöchentlichen Landratsblog im Internet dürfte Meng an diesem Vormittag gewonnen haben. Darin dokumentiert der Verwaltungschef, „mit welchen Themen und Herausforderungen ich mich in der jeweiligen Woche beschäftigt habe“.

Moderator Martin Schuck lobte die damit einhergehende Transparenz: „Es dürfte nicht viele geben, die solche Arbeitsberichte veröffentlichen. Sie haben mich neugierig gemacht.“