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Neunkirchen
Landkreis legt Fokus auf Klimaschutz

Der Kreis Neunkirchen will mehr Klimaschutz leisten und damit Geld sparen. Fassadendämmungen sind ein wichtiger Schritt.
Der Kreis Neunkirchen will mehr Klimaschutz leisten und damit Geld sparen. Fassadendämmungen sind ein wichtiger Schritt. FOTO: dpa / Armin Weigel
Neunkirchen. Eine Analyse der energetischen Sanierung der kommunalen Liegenschaften wurde dem Neunkircher Kreistag vorgestellt. Von Heike Jungmann

Am Tag 1000 seiner Amtszeit hatte Landrat Sören Meng zu einer Kreistagssitzung geladen, in deren Fokus der Klimaschutz stand. Klimaschutzmanagerin Lilly Metzker, seit Januar beim Kreis in der Abteilung Bautechnik beschäftigt, stellte ihre Analyse und die   Handlungsempfehlungen vor.


Vor 16 Jahren hat der Landkreis damit begonnen, seine Liegenschaften energetisch zu optimieren. Sprich durch Neu- und Umbauten sollte der Verbrauch von Energie für Heizung, Warmwasser und Lüftung verringert werden. „Bis vor kurzem gab es kein Feedback zu diesen Maßnahmen“, erklärte Metzker. Niemand wusste also so richtig, was die Maßnahmen überhaupt gebracht haben und wie man diese noch verbessern könnte. Im Metzkers 178 Seiten starken Analysebericht der Liegenschaften (darunter alle weiterführenden Schulen im Kreis) sind sie nun nachzulesen: Die Basisdaten wie Aufbau, Flächen, Nutzungsart, der Energieverbrauch und die Energiekosten sowie die Kohlendioxidbilanz durch den Gebäudebetrieb. Als Beispiel stellte die Klimaschutzbeauftragte das Sozial-pflegerische Berufsbildungszentrum in Neunkirchen vor. Von 2014 bis 2017 wurde die Fassade energetisch modernisiert, im Jahr zuvor wurde eine Photovoltaikanlage in Betrieb genommen. 40 Prozent der Energie und Kosten konnten laut Analysebericht gespart werden. Dass an dieser Schule unter dem Strich „nur“ rund 20 000 Euro pro Jahr für Wärme eingespart werden, liegt an den immens gestiegenen Energiepreisen. Dafür sieht die Klimabilanz insgesamt für die Liegenschaften (Schulen und Dienstgebäude) umso erfreulicher aus. 2017 wurden zwei Millionen Kilowattstunden Energie und 165 Tonnen Kohlendioxiod eingespart. Und auch die Kosten konnten um 200 000 Euro gedrückt werden.

Soweit der Ist-Zustand, doch bekanntlich hat sich Deutschland zum Ziel gesetzt, bis 2050 weitgehend klimaneutral zu werden. Um sein Scherflein dazu beizutragen, hat der Kreistag das „Klimaschutzteilkonzept eigene Liegenschaften“ beschlossen. Dies enthält laut Metzker drei Komponenten. Die „enorme Datenmenge“ müsse gemanagt werden, um Rückschlüsse daraus ziehen zu können. Die Nutzer – Schüler, Lehrer, Kreisbedienstete, Bürger – sollen für den Klimaschutz sensibilisiert werden. Und schließlich müssten erreichte Effekte bei Strom und Wärme maximiert werden. Es kann also noch mehr gespart werden, allerdings fallen auch mehr Kosten an etwa durch ein Energieeffizienznetzwerk oder Klimaschutzprojekte an Schulen. Metzker bezifferte diese mit knapp 150 000 Euro im Jahr.



Die Fraktionen im Kreistag sahen all diese Anstrengungen als absolut notwendig im Sinne des Klimaschutzes an. CDU-Fraktionsvorsitzender Hans-Werner Backes, als Abteilungsleiter am KBBZ Neunkirchen ein Kenner der Schulszene, wies auf die Probleme im Alltag hin. Die Nutzer, sprich Schüler und Lehrer, wüssten, dass es keinen Sinn mache, in der ersten Stunde die Heizung voll aufzudrehen und in der dritten Stunde dann die Fenster aufzureißen. Doch nicht regulierbare Heizkörper machten dies unumgänglich. Landrat Sören Meng konnte diesen Einwand nicht von der Hand weisen. „Wir haben immer noch Nachholbedarf. Aber wir sind auf einem guten Weg.“