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Landesbetrieb für Straßenbau: Warnstreik in Neunkirchen setzt Zeichen

Aktion am Donnerstag : „Sie haben auch im Lockdown die Straßen in Ordnung gehalten“ - Warnstreik in Neunkirchen setzt Zeichen

Am Donnerstag Vormittag versammelten sich die Beschäftigten des Landesbetriebs für Starßenbau für einen Warnstreik in Neunkirchen. Warum sie nach dem Lockdown mehr Lohn fordern.

„So geht’s nicht; eine Minusrunde ist mit uns nicht drin.“ So stimmte am Donnerstag in Neunkirchen Ewald Linn, Landesvorsitzender des deutschen Beamtenbundes Saar (DDB), die auf die kommenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst ein. Rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesbetriebs beteiligten sich am Warnstreik. „Immer hören wir, dass die Kassen leer seien, immer müssen wir uns das Gerede von Krisen anhören, und jetzt sollen wir auch noch drauf zahlen“, sagte Hermann-Josef Siebigteroth, Bundesvorsitzender der Fachgewerkschaft der Straßen- und Verkehrsbeschäftigten im DBB, in Neunkirchen. Die Kolleginnen und Kolleginnen hätten auch im Lockdown die Straßen in Ordnung gehalten, und somit dafür gesorgt, dass auch in der Corona-Pandemie alle Güter ausgeliefert werden konnten. „Deshalb halten wir fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt oder 150 Euro mehr im Monat für angemessen.“ Alles werde teurer, sagte Siebigteroth mit Blick auf die rasant steigenden Energiepreise. Er erinnerte an die aktuelle Inflationsrate von mehr als vier Prozent, so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr. „Als uns die Arbeitgeber in den Zeiten, als die Inflationsrate noch 0,5 Prozent betrug, einen Inflationsausgleich in der selben Höhe angeboten hatten, so fordern wir nun auch einen Ausgleich, jetzt aber fünf Prozent“, fügte Linn hinzu.

Nach dem enttäuschenden Auftakt der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder gibt es nun erste Warnstreiks und Proteste der Beschäftigten, wie am Donnerstag in Neunkirchen. Damit soll vor der zweiten Verhandlungsrunde am 1. und 2. November der Druck auf die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) erhöht werden.

Die Gewerkschaften fordern eine Erhöhung der Tabellenentgelte um fünf Prozent, mindestens jedoch 150 Euro monatlich. Die Beschäftigten im Gesundheitswesen sollen mindestens 300 Euro mehr in der Lohntüte haben. Ferner forden die Gewerkschaften eine Erhöhung der Ausbildungs- und Praktikantenentgelte um 100 Euro monatlich. Die Laufzeit des Tarifvertrages solle zwölf Monate betragen.