Kreistag Neunkirchen will Landaufschwung weiter entwickeln

Kostenpflichtiger Inhalt: Kreativer Kreistag : Landkreis auf der Reise in die Zukunft

Kreistagssitzung einmal anders: Die Mitglieder erarbeiteten Lösungen für die Fortführung von Landaufschwung.

So kreativ wie in der jüngsten Sitzung waren die Mitglieder des Kreistages vermutlich noch nie: Im Rahmen einer Zukunftswerkstatt waren sie aufgefordert, eigene Gestaltungsideen für ein Fortführen des „Land(auf)Schwungs“ zu entwickeln. Denn das Förderprogramm des Bundes endet bekanntlich im nächsten Frühjahr. Die große Herausforderung für den Landkreis Neunkirchen: diesen Schwung mitzunehmen in die nächsten fünf Jahre und dies ohne die Millionen-Förderung aus Berlin.

Zunächst aber informierten sich die Kreistagsmitglieder, die ja zum Teil erst seit einigen Wochen im Amt sind, über das bisher Erreichte der „Willkommensregion“. Pascal Thome und Florian Eckert vom Zukunftsbüro „Joy vision“ hatten im Auftrag der Verwaltung eine Ausstellung über die Landaufschwung-Projekte und einen anschließenden Workshop erarbeitet. Welcome Center, Vitalregion mit eigenem Portal, die Bürgerstiftung, Ehrenamtsbörse, Start-Up-Center, Perspektive 4.0, Ehrenamtsbörse, Zukunftskapital oder die kürzlich ausgezeichnete Regionalmarke waren auf den Stellwänden abgebildet. „Beeindruckend, spannend, so nicht erwartet“, waren häufig als Kommentare zu hören. Landrat Sören Meng zeigte sich zu Beginn „total überrascht, wie anders das heute alles ist.“ Pascal Thome hatte einen „sehr kurzweiligen Nachmittag“ versprochen. Wer sich auf die Herausforderung einließ, für den verging die Zeit wirklich wie im Flug. Zum Auftakt gab es Videobotschaften aus dem Jahr 2025: Thomas Gruben vom Upcycling-Center, ein junger Start-Uper oder der syrische Käsehersteller Abdul Saymoa aus Wustweiler hatten sich dafür zur Verfügung gestellt und stimmten die Kommunalpolitiker auf die Workshops ein.

In eineinhalb Stunden wurden in fünf Kleingruppen Ideen gesammelt, wie das Regionalmanagement zukunftsfähig gestaltet werden kann. Es wurde diskutiert, Argumente ausgetauscht, auch mal gelacht über eine vielleicht „verrückte“ Idee. Probleme und Hindernisse kamen ebenfalls aufs Tapet: „Wir verzichten auf Förderung, weil zu viel Zeit für die geforderte Dokumentation draufgeht.“ Oder: „Nicht überall ist der Breitbandausbau zufriedenstellend.“ Die Nachfolge bei alteingesessenen Unternehmen sei oft nicht geregelt. Forderungen an einen künftigen Regionalmanager oder eine Regionalmanagerin wurden deutlich formuliert: Netzwerkarbeit sei besonders wichtig. Förderer, Unternehmer, Ehrenamtliche an einen Tisch bringen und vorhandenes Potential ausschöpfen. Plattformen im Internet ausbauen, die demografische Entwicklung nicht außen vorlassen, Behördengänge übernehmen und vor allem: Fördergelder von EU, Bund und Land ausschöpfen.

Thome und Eckert werden jetzt die Themenspeicher ordnen und die wichtigsten Forderungen präsentieren. Landrat Meng zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen. Sein Fazit: „Wir brauchen eine Fortsetzung des Regionalmanagements.“ Er sprach die Beratungen zum Haushalt 2020 an, der bereits am Donnerstag, 19. Dezember (Landratsamt in Ottweiler) verabschiedet werden soll. Eins habe das Projekt „Land(auf)Schwung“ auf jeden Fall gezeigt: „Man kann mit Regionalentwicklung etwas bewirken.“

www.landkreis-neunkirchen.de

Als Einstimmung informierten sich die Kreistagsmitglieder in einer Ausstellung über die Projekte von Landaufschwung. In fünf Gruppen erarbeiteten sie dann im Rahmen eines Workshops Lösungen für die Zukunft. Fotos: Heike Jungmann. Foto: Heike Jungmann

www.aufschwung-nk.de

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