Krankenhäuser in Finanznot – Klinik Neunkirchen macht Defizit

Krankenhäuser in Finanznot – Klinik Neunkirchen macht Defizit

Rote Zahlen schreibt das Städtische Klinikum Neunkirchen, doch es ist kein Einzelfall. Ändert sich nichts an der Finanzierung, drohe vielen Häusern das Aus, fürchtet die Saarländische Krankenhausgesellschaft.

Das Städtische Klinikum Neunkirchen hat mit roten Zahlen zu kämpfen. Erstmals seit der Umwandlung in eine GmbH im Jahr 1993 habe man 2013 ein Defizit (1,5 Millionen Euro ) eingefahren, in diesem Jahr werden etwa zwei Millionen Euro erwartet bei einem Gesamtetat von 38 Millionen Euro . Erst 2018 solle das Krankenhaus nach Prognose der Wirtschaftsprüfer wieder eine schwarze Null schreiben, hieß es gestern bei einer Pressekonferenz. Als Konsolidierungsmaßnahme schließt das Krankenhaus eine von vier Stationen der Inneren Medizin und lässt die ambulante Pflege auslaufen. Das Städtische Klinikum als "wichtigster Faktor des Gesundheitsstandortes Neunkirchen " sei aber nicht in Gefahr, so der Aufsichtratschef, Neunkirchens Oberbürgermeister Jürgen Fried (SPD ), und Klinik-Geschäftsführer Klaus-Dieter Hielscher gestern. Fried und Hielscher führten die Finanzentwicklung auf die politischen Vorgaben zurück. So decke das Krankenhausbudget der Krankenkassen bei Weitem nicht den Anstieg der Personal- und Sachkosten, das Land decke Investitionen allenfalls zur Hälfte ab.

Nicht nur im Klinikum Neunkirchen gibt es ein dickes Minus in der Bilanz. Im Jahr 2012 haben rund 50 Prozent der deutschen Krankenhäuser aller Träger rote Zahlen geschrieben - unabhängig davon, ob es sich in öffentlich-rechtlicher, gemeinnütziger oder kirchlicher Trägerschaft befindet, teilt die Saarländische Krankenhausgesellschaft (SKG) mit. Die Lage im Saarland unterscheide sich nicht von der im Bund, die Zahlen im Einzelnen würden jedoch nicht erfasst. Ändere sich an der Finanzierung nichts, müssten in absehbarer Zeit Krankenhäuser geschlossen werden. Wirtschaftlich erfolgreich laufe im Saarland nur die SHG-Klinik in Völklingen. Aufgrund eines anderen Finanzierungsmodells sei auch die Uniklinik in Homburg nicht betroffen. Die SKG fordert, der Bund müsse an der Finanzierung der Krankenhäuser beteiligt werden. Bisher zahlen die Krankenkassen die Betriebskosten, die Länder die Investitionskosten.

Die Linksfraktion im Landtag sieht neben dem Bund auch das Land in der Pflicht und kritisierte die Kürzung der Investitionsmittel um 3,6 Millionen Euro für Saar-Kliniken. Darüber hinaus erneuerten die Linken ihre Forderung nach einer Bürgerversicherung , in die alle einzahlen.

Mehr von Saarbrücker Zeitung