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Konzert mit Ro Gebhardt in der Stummschen Reithalle.

demnächst Konzert : Humorvoll Richtung Weihnacht grooven

Am Samstag, 14. Dezember, 20 Uhr, startet Ro Gebhardt in der Stummschen Reithalle in Neunkirchen mit einer neuen Reihe. Die gibt es ab sofort alle Jahre wieder, immer in der Vorweihnachtszeit, immer mit anderen Gästen. Dieses Jahr sind es Amby Schillo und Alex Gebhardt gemeinsam mit Armindo Ribeiro, Jeff Herr und Ro Gebhardt.

 In der Ankündigung zum Konzert im Dezember schreibt die Kulturgesellschaft: Ro Gebhardt, der sonst eher bekannt ist durch seine Groß-Projekte in Richtung Big-Band-Sound, Funk & Latin mit und ohne Gesang oder einen seiner Solo-Auftritte, kommt diesmal im Latin-Quartett daher. Was ist denn nun so anders als sonst?

Roland Gebhardt: Was wohl wirklich neu ist, dass die Kulturgesellschaft mir eine Reihe zur Verfügung stellt. Jedes Jahr ein vorweihnachtliches Konzert mit Ro Gebhardt & Friends. Mit Latin-Musik bin ich quasi groß geworden. Ich habe mit 16,17 Jahren schon viel Bossa Nova und Samba gespielt. Später dann sogar mit der Latin-Band Allegria den Saar-Rocky gewonnen. Zusammen mit guten alten Freunden wir Stephan Brandt, Jürgen Schmidt, Amby, Elmar Federkeil, Max Hughes, Hans Limburg. Nun ist es mal wieder soweit. Nach all den Jahren wollen wir mal wieder den Humor und die gute Laune, die in dieser Art von Musik steckt, auf die Bühne bringen. Wir werden allerdings nur einen oder höchstens zwei X-Mas-Songs zelebrieren. Es wird also kein „Weihnachts-Konzert“ sondern eher guter Latin mit Jazz, Pop, Funk-Einschlag um bissel runterzukommen, am Ende des Jahres….

Wer sind die anderen vier Musiker der Band, wer sind die Gäste, woher kommen sie, woher kennt man sich?

Gebhardt: Unsere special guests Amby und Alec sind ja schon bestens bekannt in Neunkirchen. Da braucht man wohl nicht mehr viel zu sagen. Alte Freundschaften beziehungsweise sehr, sehr enge Verwandtschaftsgrade. Armindo aus Portugal kenne ich zwar schon sehr lange, aber wir spielen erst seit ein, zwei Jahren miteinander. Eine interessante Persönlichkeit. Ich mag ihn wegen seiner authentischen Interpretationen von Brasil-Musik. Nicht zuletzt wegen seiner Muttersprache Portugiesisch. Aber auch wegen seinen vielen Facetten: Gesang, Piano, Akkordeon. Da kann man was rausholen beim Arrangieren und Gestalten eines Programmes. Jeff aus Luxembourgh kenne ich von ein paar Sessions in der Stadt. Luxemburg  gibt viel Geld aus für seine Künstler. Und bringt sie um den gesamten Globus. Die haben sehr viel Routine und Konzerterfahrung. Wir haben uns auf Anhieb super verstanden und ich freue mich sehr auf die kommenden Proben mit ihm und auf das Konzert.

Was erwartet die Besucher am 14. Dezember konkret?

Gebhardt: Mit dieser Reihe wollen wir etwas humorvoll formuliert in der Kälte der Vorweihnachtszeit ein paar heiße, lateinamerikanische Rhythmen, poppige Grooves, untermalt mit erdigem Jazz & Blues zelebrieren, um die Winterdepression etwas zu vertreiben. Am Ende des Jahres resümiert man gerne, was so war. Und macht sich vielleicht schon Gedanken über das kommende. Mit guten Vorsätzen? Diese Athmosphäre wollen wir emotional unterstützen.

 Wie kommt der Titel zu Stande?

Gebhardt: Blue music for a blue Planet? Wir fühlen uns, wie viele, sehr betroffen, ja sogar wütend, wie rücksichtslos die Menschheit mit diesem Planeten umgeht, um kurzfristige kommerzielle Triebe zu befriedigen und überzogene Existenz-Ängste zu überwinden. Darauf kann keiner stolz sein. Auch wir wollen deshalb Zeichen setzen und dieses Thema im Fokus behalten. Donald Trump hat sich gerade aus dem Pariser Abkommen ausgeklinkt. Auf einem protzigen Van hab ich den Aufkleber „Fuck you, Greta“ gelesen. Was für eine seltsame Wahrnehmung von Verantwortung und Ego. Wo es es doch wirklich ums Ganze geht. Was mögen das für Menschen sein? Wir denken übrigens in unserer Szene über ein Blues-Jazz-Soul-Festival 2020 nach mit dem Titel „Blue Music For A Blue Planet“.

 Und, das scheint ja sicher: Eine Wiederholung gibt es?

Gebhardt: Ja, das ist das Schöne daran: Jedes Jahr vor Weihnachten. In immer neuer Besetzung und Gästen.

Was gibt es sonst Neues von Ro Gebhardt?

Gebhardt: Einiges. Kürzlich habe ich ein weiteres Buch herausgebracht. Das erste („Jazzalphabet“) war ja für die gesamte Gemeinde gedacht. Eine Lehranleitung zum Improvisieren für alle Instrumente. Das neue „Art Of Guitar-Duo“ ist – wie der Titel schon sagt – ein Buch nur für Gitarristen. Vielleicht auch noch für Bassisten….

Ein paar Details zum Buch – wie kam es zu Stande, warum und wie lange hast du daran geschrieben?

Gebhardt: Das Buch ist wohl Resultat aus den Erfahrungen meiner mittlerweile 40-jährigen Lehrtätigkeit. Immer wieder wird man gefragt, wie man etwas spielt und ob man es notiert hat und vor allem: Viele Gitarristen können keine Noten lesen und fragen deshalb nach Tabulaturen. Das sind quasi Skizzen vom Griffbrett einer Gitarre und dort ist eingetragen, welche Saiten auf welchen Bünden gedrückt werden sollen. Dann bin ich also einfach mal hingegangen und hab alles notiert. In Noten und Tabulatur. Und zwar sowohl alle Soli und alle Akkord-Begleitungen für vier exemplarische Stücke: Samba, Bossa, Pop-Rock, Swing. Das Resultat sind je zwei Versionen. Eine mittelschwere Version und eine schwere. Die schwere kann mühelos alle Bedürfnisse einer konzertanten Aufführung befriedigen. Somit ist das Buch nicht nur ein Lehrwerk sondern gleichzeitig auch Konzert-Literatur für jegliche Art von Gitarren-Duo. Ob Jazzer, Rocker, Blueser oder Klassiker. Natürlich bauen mittelschwere und schwere Version eines Songs aufeinander auf und man kann im Baukastenprinzip hin und her wechseln.

 Welche weiteren Projekte sind in Planung oder angedacht?

Gebhardt: Die nächste CD ruft. Aber es wird wohl keine CD sondern eher ein USB-Stick. In meinem Auto ist kein Laufwerk mehr und in meinem Laptop auch nicht. Es hat mich zwar keiner gefragt, ob ich das so will, aber es ist nun mal so. Die Industrie erlegt uns ihre Vorstellung von Konsum auf. Und man ist doch öfters mal unter Zugzwang. Schade. Die neuen Songs sind eher popig. So dass ich mir gar nicht sicher bin, ob ich sie unter „Ro Gebhardt“ veröffentlichen soll. Man wird immer in Schubladen gesteckt. Vor kurzem gerade bin ich als Dozent bei einem Pop/Jazz-Workshop angeeckt. In meinem Ensemble haben wir zwei echte Pop-Songs erarbeitet. Aber einige Schüler meinten, es wäre Jazz. Weil ich ja als Jazz-Musiker bekannt bin. Aber ich versichere: Es war Pop. Wenige wissen, dass ich schon als Mitte 20-Jähriger mit Pop, Soul, Funk auf der Bühne gestanden habe und dass ich auch die letzten Jahre an diversen kommerziellen Pop-Produktionen mitgewirkt habe. Viele Musiker sind so breit aufgestellt wie ich, aber das lässt sich von den Medien scheinbar schlecht darstellen oder promoten. Jedenfalls sind das super Songs, die im Wesentlichen auf persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen basieren. Und ich freue mich schon wahnsinnig auf die Zeit im Studio mit den Kollegen und die ganze Bastelei beim Produzieren und Mastern.