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Hier arbeiten die Besten: Klinik Kohlhof: Preis für die beste Pflege

Hier arbeiten die Besten : Klinik Kohlhof: Preis für die beste Pflege

Bei einer Krankenkassen-Wettbewerb haben die Pflegekräfte der Inneren Abteilung von St. Josef am besten abgeschnitten. Das gab einen Preis.

„Wir wollen einmal wie bei der Oscarverleihung das Feuerwerk haben“, instruierte Stefanie Conrad, Pflegedirektorin der Marienhausklinik St. Josef, lachend die Pressevertreter. Verdient haben sich die Preisträger des Wettbewerbs „Gesucht: Deutschlands beliebteste Pflegeprofis“ das Blitzlichtgewitter allemal – genau wie alle anderen der fast 1000 Einzelpersonen und Pflege-Teams aus ganz Deutschland, die von Patienten, Angehörigen, Freunden und Kollegen für den Wettbewerb des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) vorgeschlagen worden waren.

„Diese Berufsgruppe fällt in der öffentlichen Wahrnehmung hinten über“, betonte PKV-Abteilungsleiter Jürgen Schmidt. Selbst wer krank ist und Hilfe benötigt, informiert sich gern über Kliniken und Ärzte, aber nie über die Qualität der Pflege vor Ort. „Dabei ist sie das Fundament des Ganzen.“ Was man mit dem Wettbewerb in den Fokus rücken wolle.

Dass im Saarland das 23-köpfige Team der Abteilung „Innere Medizin“ der Kohlhofklinik am Ende die Nase vorn hatte, ist den vielen Votings zu verdanken - und Andreas Kostka (39) aus Hoof: „Bei mehreren Aufenthalten auf dieser Station wurde ich immer freundlich und zuvorkommend behandelt“, hatte er seinen Nominierungsvorschlag begründet. „Dieses Team zeichnet eine hohe Fachkompetenz aus. Zu den fachlichen Qualitäten ist das Personal stets hilfsbereit und immer gut gelaunt. Man sieht, dass dieses Personal noch viel Spaß bei und an der Arbeit hat.“

Was laut Schmidt umso erstaunlicher ist, als der Dienst in der Inneren ganz besonders fordernd ist, körperlich wie auch psychisch. Hat man es doch gerade dort überdurchschnittlich oft mit „sehr kranken, teilweise verwirrten, am Ende ihres Lebens stehenden Menschen“ zu tun, wie Stefanie Conrad konkretisierte. Vom enormen Verwaltungsaufwand ganz zu schweigen. Trotzdem „identifizieren sie sich mit den Patienten, die für sie keine Nummern sind“, lobte die Pflegedirektorin. „Trotz der aktuell 1000 aufgelaufenen Überstunden und bis zu drei Dienstwochenenden pro Monat haben sie noch ein gutes Wort für jeden übrig.“ Dabei weiß Conrad nur zu gut, dass dem Pflegepersonal oft „die Luft zum Atmen fehlt“: 2100 Patienten wurden 2016 auf der Inneren betreut, bis zu 42 pro Tag – und das für ein Gehalt, „das in den letzten 20 Jahren nicht um 20 Prozent gestiegen ist“ wie in anderen Berufsgruppen. „Wir haben verstanden“, signalisierte Staatssekretär Stephan Kolling. Wobei man für das „gemeinsame Ziel: mehr zu tun für die Pflege“ schon einiges auf den Weg gebracht habe: „Wir gehen als erstes Bundesland das Thema Unterpersonalisierung an.“

Gratulationen kamen nicht zuletzt vom Chefarzt der Inneren, Dr. Vincent Zimmer. Bei seinem Dienstantritt vor anderthalb Jahren auf dem Kohlhof seien ihm sofort die Qualitäten dieses „jungen, dynamischen“ Pflegeteams aufgefallen, die Eigeninitiative beispielsweise oder die Kommunikation mit den Ärzten. Dieser Tag heute biete eine gute Gelegenheit, das zu tun, was sonst im Alltag oft unter geht: „Danke zu sagen.“ Im Namen der Kollegen bedankte sich Manfred Schmidt – auch für den von der Geschäftsführung überreichten Bildungsgutschein – und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass es beim zweiten Voting möglicherweise sogar zum Bundessieg reichen könnte. Wobei es ja letztlich nur eine symbolische Anerkennung für eine Leistung ist, die in jeder Abteilung des Hauses jeden Tag erbracht wird. „Deshalb widmen wir unseren Preis der gesamten Klinik.“