| 20:30 Uhr

Hoppeditz
Kleiner Hüpfer blickt auf Historie zurück

Uwe Krauser aus Ottweiler zeigt seinem dreijährigen Enkel Leon, wie damals der Kinder-Karneval-Verein Hoppeditz Fastnacht feierte.
Uwe Krauser aus Ottweiler zeigt seinem dreijährigen Enkel Leon, wie damals der Kinder-Karneval-Verein Hoppeditz Fastnacht feierte.
Neunkirchen. Noch bis 12. Februar stellt der Kinder-Karneval-Verein Hoppeditz Neunkirchen aus seiner 44-jährigen Geschichte aus. Von Anja Kernig

Dem Narr muss ganz schön warm sein, sonst hätte er keine Bermudashorts an. Einen Humpen Bier in der linken Hand schwenkend, sitzt der luftig gekleidete Geck quietschvergnügt auf einer alten Registrierkasse: „Und sind die Kassen noch so leer, uns fällt das Feiern gar nicht schwer“, steht darunter. Klingt irgendwie vertraut, stammt aber von ganz, ganz weit weg: Dieser Fastnachtsorden wurde 1991 in Namibia verliehen – vom KG Windhoek. Entdeckungen dieser Art sind derzeit im Saarpark-Center möglich. Dort präsentiert der Kinder-Karneval-Verein Hoppeditz Neunkirchen seine Jubiläumsausstellung: Kostüme, Gardeuniformen, hunderte Orden und noch mehr Fotos aus 44 Jahren Vereinsgeschichte können dort bis Montag, 12. Februar, bewundert werden. „Im Saarland kennt jeder jeden“, was sich laut Präsidentin Ulla Karthein in den Fotografien, darunter noch etliche Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus den 70er-Jahren, widerspiegele.



Den weitesten Anfahrtsweg zur Eröffnung hatten Ex-Kinderprinzessin Lea I. und ihr Vater, „zwei Prachtexemplare“ aus der Pfalz, wie VSK-Ehrenpräsident Dieter Karthein die Mini-Abordnung des 1. Carneval-Vereins Pirmasens ankündigte. Glückwünsche gab es auch von der Hausherrin, Center-Managerin Nicole Keller, die wie alle Gäste auf der Bühne von Märchenprinzessin Lena den aktuellen Vereinsorden umgehängt bekam. Karthein war es auch, der Grüße vom Verband Saarländischer Karnevalsvereine (VSK) überbrachte und gern daran erinnerte, wie der Kultusminister einst, vor 25 Jahren, die Fastnacht als „Volkskultur pur“ bezeichnet hatte.

Parallel zur Ausstellung ist die Chronik des Vereins, der bei seiner Gründung im Mai 1974 für Aufsehen gesorgt hatte, in gedruckter Form erschienen – wobei man sich auf die prägnantesten Ereignisse beschränkte. Die Flyer liegen kostenlos zum Mitnehmen im Center bereit. Wer sich schon immer gefragt hat, was es mit dem Namen des Hoppeditz auf sich hat, findet dort die Antwort: Hoppe steht für Hüpfen, Ditz für Klein – also ein kleiner Hüpfer.

Genannt wurde bei der Eröffnung auch noch mal das erklärte Ziel des Ausnahmevereins: „Wir wollen die Kinder und Jugendlichen an das närrische Brauchtum heranführen“, so „Tante“ Ulla. Was in den 44 Jahren des Bestehens stets gelungen sei. Sportliche Erfolge bei den Saarlandmeisterschaften und den Deutschen Meisterschaften trugen zum guten Namen bei, den sich der Hoppeditz auch überregional erarbeitete. Funktionieren kann das rege Vereinsleben aber nur dank des Engagements der Ehrenamtler.

Dass es trotzdem nicht leichter wird, die Fastnacht für folgende Generationen zu erhalten, bewies die recht verhaltene Resonanz der Center-Besucher. Die waren offensichtlich noch gar nicht auf Karneval eingestellt. Aber Ulla Karthein wäre nicht Tante Ulla, wenn sie nicht auch das mit Humor und Tatkraft meistern würde. So gab sie den Zaungästen und Passanten kurzerhand Nachhilfe in Sachen Neunkircher Schlachtruf: „Wenn ich Alleh sage, müsst ihr mit Hopp antworten.“ Und siehe da: Es klappte doch!