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Kindergarten-Neubau hat Priorität

Kindergarten-Neubau hat Priorität

Schiffweiler. Nicht bange machen lässt sich Markus Fuchs von kommunaler Schuldenkrise und klammer Gemeindekasse: Der Schiffweiler Bürgermeister sieht dem Jahr 2012 mit einer guten Portion Optimismus entgegen. Sogar ein paar außergewöhnliche Ideen, die allerdings auch nicht die Welt kosten, möchte der Verwaltungschef verwirklichen. Doch zunächst zu den handfesten Projekten

Schiffweiler. Nicht bange machen lässt sich Markus Fuchs von kommunaler Schuldenkrise und klammer Gemeindekasse: Der Schiffweiler Bürgermeister sieht dem Jahr 2012 mit einer guten Portion Optimismus entgegen. Sogar ein paar außergewöhnliche Ideen, die allerdings auch nicht die Welt kosten, möchte der Verwaltungschef verwirklichen.Doch zunächst zu den handfesten Projekten. "Oberste Priorität hat der Neubau des Kindergartens in Landsweiler-Reden", betont Fuchs. Das Vorzeige-Projekt wird insgesamt rund 4,1 Millionen Euro verschlingen. Dafür entstehen dann 20 neue Krippenplätze, fünf Kindergarten-Regelgruppen und ein Hort. Weitere 20 Krippenplätze werden durch einen Anbau am katholischen Kindergarten Schiffweiler geschaffen, an dessen Finanzierung sich die Gemeinde beteiligt. Bis Ende 2013 werden insgesamt 70 Krippenplätze zur Verfügung stehen.

Nach dem Abriss des Schiffweiler Bahnhofsgebäudes soll noch in diesem Jahr der Vorplatz umgebaut werden. Und auch in Stennweiler, wo die alte Turnhalle abgerissen worden ist, harrt der Freibereich seiner Umgestaltung. Dauerthema in Schiffweiler sind Kanalbaumaßnahmen. Der Haushaltsentwurf 2012, der voraussichtlich im Februar dem Gemeinderat zur Abstimmung vorgelegt wird, sieht beispielsweise Kanalsanierungen Am Krämerberg, in der Kolonie- und Herrengartenstraße sowie in der Lengertstraße vor.

"Unser Augenmerk gilt natürlich weiterhin dem Ausbau von erneuerbaren Energien", berichtet Fuchs. Den Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern der Grundschulen Landsweiler-Reden und Schiffweiler-Stennweiler sollen weitere folgen. Außerdem laufen zur Zeit erste Gespräche darüber, ob auf dem Gelände Am Striedt an der B 41 Windkraftanlagen errichtet werden können. "Doch da sind wir noch in einem sehr frühen Stadium", bekennt der Bürgermeister.

Weit fortgeschritten ist die Gemeinde jedoch mit der Neuordnung der Friedhofslandschaft. Nicht nur die Bestattung des Angehörigen in einer Urnenwand soll in Schiffweiler möglich sein. In Stennweiler wird es auch die Baumbestattung unter einer stattlichen Kastanie geben. Eine erste Anfrage dazu hat die Verwaltung bereits erreicht. Weiter gearbeitet werden soll auch an Geko, dem Gemeindeentwicklungskonzept "Schiffweiler 2030".

"Große Hoffnungen" setzt der Schiffweiler Bürgermeister in den Standort Reden. Die Pläne für das FunBerg-Projekt seien seitens der Gemeinde zügig begleitet worden, und es setze sich in den Köpfen immer mehr fest, dass Reden mit seinen touristischen Möglichkeiten ein Aushängeschild für das Saarland insgesamt sein könne. "Allein die Wassergärten sind eine ganz tolle Geschichte", freut sich Fuchs auf die Fertigstellung dieser Attraktion auf dem ehemaligen Grubengelände.

Hier setzen auch einige Ideen an, die der Bürgermeister im Kopf hat. So möchte Fuchs im ehemaligen Steigerbüro des Zechenhauses ein Trauzimmer eröffnen. Es fehlt nur noch das passende Mobiliar dazu. Dem Wunsch nach ungewöhnlichen Trauorten - siehe Neunkircher Elefantenhaus - könnte man auch in Schiffweiler Rechnung tragen. Fuchs denkt nämlich daran, auf der Alm ein "Traustübchen" einzurichten. Da bekämen das Brautpaar und seine Gäste eine grandiose Aussicht gratis dazu!

Also ist noch vieles möglich in Schiffweiler, trotz der Schuldenlast. Bürgermeister Fuchs betont im SZ-Gespräch, dass man fleißig daran arbeite, den Haushalt zu konsolidieren. Man habe es im Jahr 2011 gemäß den Vorgaben des Landes geschafft, 5 Prozent des errechneten Haushaltsdefizites einzusparen, und auch die geforderten 10 Prozent für 2012 seien im Haushaltsentwurf einkalkuliert. "Natürlich ist die finanzielle Situation besorgniserregend", gibt Fuchs zu. "Aber wir wollen den Kopf nicht in den Sand stecken." Foto: Gemeinde