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Ordentlich was los
Keine ruhige Weihnacht für die Wehren

Immer wieder muss die Feuerwehr zu Fehlalarmen am Corona-Hochaus ausrücken. Zuletzt über Weihnachten. Unser Bild entstand bei einem böswilligen Fehlalarm im März 2016.
Immer wieder muss die Feuerwehr zu Fehlalarmen am Corona-Hochaus ausrücken. Zuletzt über Weihnachten. Unser Bild entstand bei einem böswilligen Fehlalarm im März 2016. FOTO: Christopher Benkert / Feuerwehr Neunkirchen
Neunkirchen. Brand-Alarm im Neunkircher Corona-Hochhaus. Grund: Mehrere Raucher im Flur, deren Qualmerei den Feuermelder auslöste.

Der Wunsch nach ruhigen Weihnachten ist für Feuerwehrleute meist ein vergeblicher., denn auch an den besinnlichen Weihnachtstagen müssen sie zu Einsätzen ausrücken. Nach einer einsatzreichen Woche vor Weihnachten blieb es für die Freiwillige Feuerwehr Neunkirchen am Heiligabend zunächst ruhig. Am ersten und zweiten Weihnachtstag, 25. und 26. Dezember mussten die freiwilligen Feuerwehrleute aber zu gleich drei Einsätzen in der Kreisstadt. Am Montagabend zu einer Brandmeldung aus dem Corona-Hochhaus und einem Mess-Einsatz in der Bahnhofstraße sowie in der Nacht zum Dienstag zu einem Verkehrsunfall in die Wellesweiler Straße. Das hat die Feuerwehr jetzt mitgeteilt.



Den Auftakt zum Einsatz-Triple an den Weihnachtstagen bildete am Montagabend ein  Alarm  in einem Restaurant im Corona-Hochhaus an der Lindenallee. Im Treppenhaus vor dem Restaurant hatten mehrere Raucher, möglicherweise, so die Feuerwehr, eingeladen durch dort aufgestellte Sessel und Aschenbecher, verbotenerweise Zigaretten angezündet. Durch den Rauch mehrerer Zigaretten wurde die automatische Brandmeldeanlage des Hochhauses ausgelöst. Die Löschbezirke Neunkirchen-Innenstadt und Wiebelskirchen rückten um 19.14 Uhr mit fünf Einsatzfahrzeugen in die Lindenallee aus. Da es sich ganz offentsichtlich um einen durch den Zigarettenrauch ausgelösten (so genannten Täuschungsalarm)  handelt, musste die Feuerwehr keine Maßnahmen ergreifen. Nach dem Einsatz zeigte sich der Neunkircher Wehrführer Stefan Enderlein besorgt: „Im mit weit über 100 Personen voll besetzten Restaurant wurden trotz ausgelösten Feueralarms und hörbarem akustischen Alarm keinerlei Bemühungen zur Evakuierung getroffen und der Gastronomiebetrieb lief gedankenlos weiter.“ In diesem Zusammenhang stellt der Wehrführer klar: „Jede Auslösung einer Brandmeldeanlage muss so lange ernst genommen und damit von einem realen Feuer ausgegangen werden, bis die Feuerwehr Entwarnung gibt.“

Während die Feuerwehrleute aus dem Löschbezirk Wiebelskirchen nach dem Alarm aus dem Corona-Hochhaus wieder einrücken konnten, ging es für die Angehörigen des Löschbezirks Neunkirchen-Innenstadt bereits um 19.56  Uhr weiter in die Bahnhofstraße. In einer Shisha-Bar war es zu einem medizinischen Notfall gekommen, bei dem der Verdacht auf eine Vergiftung durch Kohlenstoffmonoxid bestand. In Amtshilfe wurde die Feuerwehr angefordert um entsprechende Messungen in der Bar durchzuführen. Durch einen Atemschutztrupp der Feuerwehr wurde die Bar zunächst geräumt. Die Messungen auf giftiges Kohlenstoffmonoxid im Anschluss verliefen negativ. Bei einer anschließenden Begehung der Shisha-Bar fanden die Feuerwehrleute sowie ebenfalls angerückte Polizisten jedoch unter anderem verschlossene und verstellte Notausgänge vor. Erst unter der Androhung der Polizei, das Lokal zu schließen, wurden die Notausgänge durch den Betreiber freigeräumt und geöffnet.

Zum letzten Weihnachtseinsatz musste die Neunkircher Wehr in der Nacht von Montag auf Dienstag gegen 1.12 Uhr ausrücken. In der Wellesweiler Straße, kurz vor der Ortsgrenze zu Wellesweiler, war eine Frau mit ihrem blauen Peugeot Kleinwagen zunächst mit einer Gartenmauer und anschließend mit zwei Mülltonnen kollidiert. Die verletzte Frau kam mitten auf der Fahrbahn mit ihrem Peugeot zum Stehen. Neben dem Rettungsdienst rückten die Löschbezirke Neunkirchen-Innenstadt und Wellesweiler zu dem Verkehrsunfall aus. Während aufmerksame Nachbarn den Notruf gewählt hatten, gelang es einer zufällig vorbei kommenden Feuerwehrfrau aus Spiesen-Elversberg, die verletzte Fahrerin noch vor Eintreffen der Hilfskräfte aus ihrem Fahrzeug zu befreien. Nur der Löschbezirk Neunkirchen-Innenstadt fuhr daraufhin die Einsatzstelle an, während die Einheiten aus Wellesweiler noch auf dem Weg zur Einsatzstelle wieder abdrehen konnten. Durch die beiden angerückten Fahrzeuge des Löschbezirks Neunkirchen-Innenstadt wurde die Unfallstelle abgesichert und ausgelaufene Betriebsmittel beseitigt. Die verletzte Fahrerin wurde durch den Rettungswagen der Feuerwehr Neunkirchen in ein nahes Krankenhaus gebracht.

Noch deutlich stärker als über die Weihnachtsfeiertage war die Freiwillige Feuerwehr Neunkirchen in der Woche davor gefordert. Neben einem Industriebrand am 18. Dezember in der Hermannstraße und einem Verkehrsunfall auf der Landesstraße L113 am 20. Dezember (wir berichteten) mussten die ehrenamtlichen Brandschützer zwischen dem 21. und 23. Dezember zu gleich drei brennenden Autos in Wellesweiler und der Innenstadt ausrücken. Darüber hinaus waren die Löschbezirke Furpach und Wiebelskirchen, unter anderem mit einem Rettungsboot, in eine stundenlange Personensuche im benachbarten Ottweiler am Abend des 21. Dezember involviert. Gleich zwei Mal musste der Löschbezirk Neunkirchen-Innenstadt am 22. Dezember auf Parkplätzen in der Stadt tätig werden. Einmal galt es ein in einem Auto eingeschlossenes Kind zu befreien (wir berichteten) und zum anderen ausgelaufenes Öl auf einem SupermarktParkplatz zu beseitigen.