Kein Schulbus für den Heimweg

Spiesen-Elversberg. Wer an der Spiesermühle wohnt, hat nicht unbedingt die beste Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Diese Erfahrung jedenfalls hat Leser-Reporter Holger Grotzfeld gemacht. Seine Tochter kann zwar morgens einen Bus nach St. Ingbert nehmen, wo sie zur Schule geht - laut Internetauskunft des Saarländisches Verkehrsbundes (SVV) fährt vormittags ein Bus der Linie 582 um 6

Spiesen-Elversberg. Wer an der Spiesermühle wohnt, hat nicht unbedingt die beste Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Diese Erfahrung jedenfalls hat Leser-Reporter Holger Grotzfeld gemacht. Seine Tochter kann zwar morgens einen Bus nach St. Ingbert nehmen, wo sie zur Schule geht - laut Internetauskunft des Saarländisches Verkehrsbundes (SVV) fährt vormittags ein Bus der Linie 582 um 6.47 Uhr von Spiesen über die Spiesermühle nach Rohrbach und St. Ingbert - allerdings nicht zurück. "Die Linie beginnt offiziell erst in Rohrbach, da aber das Bus-Depot in Spiesen ist, hält der Bus auch an der Spiesermühle", erklärt Grotzfeld. Für den Heimweg von der Schule müsste die Tochter am Rendezvous-Platz in Rohrbach aussteigen und etwa 1,5 Kilometer zu Fuß laufen. Was nicht das Problem wäre, so Grotzfeld. Allerdings gibt es keinen Gehweg an der Straße, die Rohrbach mit der Spiesermühle verbindet - lediglich einen Weg, der durch den Wald führt. Ein Weg, der für ein Schulkind zu gefährlich ist - vor allem im Winter, wenn es früh dunkel wird.Bei der Straße, die durch die Spiesermühle führt, handelt es sich um die L 241, für die der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) zuständig ist. "Bei Landesstraßen außerhalb von geschlossenen Ortslagen sind wir nicht verpflichtet, straßenbegleitende Geh- und Radwege zu bauen", sagt Pressesprecher Klaus Kosok. Auch im Radwege-Verkehrsplan sei kein Weg vorgesehen. "Würde man an einer Stelle einen Geh- und Radweg bauen, müsste man das überall tun, das wäre nicht finanzierbar", so Kosok.

Also bleibt Grotzfeld nichts anderes übrig, als seine Tochter selbst von der Schule abholen. "Meine Arbeitsstätte ist rund zwölf Kilometer von zu Hause entfernt. Das Nachhause-Bringen kostet mich jedes Mal etwa eine Dreiviertelstunde", klagt Grotzfeld. Er vermutet, dass der Schulträger beförderungspflichtig sei und dieser Pflicht nicht nachkomme. Die Beförderungspflicht wird im Schulordnungsgesetz geregelt, wie die Pressestelle des Landkreises Neunkirchen auf SZ-Anfrage mitteilt. Laut Paragraf 45 ist der Schulträger allerdings nur dann beförderungspflichtig, wenn der Schüler die Grundschule oder den Schulkindergarten besucht, wenn der Schüler eine Behinderung hat oder eine Förderschule besucht. "Bei Regelschulen, zu denen ein Gymnasium gehört, ist der Schulträger nur in dem Fall einer Behinderung des Schülers verpflichtet, die notwendig anfallenden Beförderungskosten zu übernehmen", heißt es.

Den Tipp für diesen Artikel haben wir von Leser-Reporter Holger Grotzfeld aus Spiesen-Elversberg bekommen. Haben Sie Spannendes zu erzählen und Fotos gemacht? Dann schicken Sie uns alles per E-Mail an Leser-Reporter@sol.de oder über unser Onlineformular.