Kaum einer will keine Kameras

Die Gefahren durch Terroranschläge machen öffentliche Sicherheit zum viel diskutierten Thema. Auch abseits der Ballungsräume wächst die Furcht vor Straftaten, Video-Überwachung betrachten viele positiv.

Der saarländische Innenminister Klaus Bouillon spielt mit dem Gedanken, mehr Video-Überwachung zu installieren. Im Umfrage-Center der Saarbrücker Zeitung haben wir danach gefragt, was die Menschen im Land davon grundsätzlich halten, wo sie sich Überwachung wünschen, und wo sie diese eher ablehnen. 123 Leserinnen und Leser aus dem Landkreis haben sich beteiligt. Das ergibt - wie üblich beim Umfrage-Center - kein repräsentatives Ergebnis. Aber das Stimmungsbild wird, insbesondere weil es einige klare Ergebnisse gibt, recht deutlich.

Bei den Fragen wurden Mehrfachnennungen zugelassen, prozentuale Anteile zusammengerechnet gibt es also mehr als 100 Prozent Antworten. Ablesen lässt sich, dass weitaus mehr Teilnehmer verstärkte Videoüberwachung im öffentlichen Raum befürworten: 108 (88 Prozent) weil die Aufklärungsquote steigen dürfte, 81 (66 %), weil sie abschreckende Wirkung erwarten, und 77 (63 %), weil sie glauben, dass sich die Bürger dann sicherer fühlen. Dagegen stimmen lediglich sieben (6 %), weil es mehr Kontrolle aller bedeutet, und fünf (4 %), weil sie darin eine Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte sehen.

Wo überwacht werden soll, ist völlig unstrittig: An Bahnhöfen, sagen 120 Teilnehmer (98 Prozent). Es folgen Marktplätze mit 89 (72), Eingänge öffentlicher Verwaltungen 67 (54), Schulhöfe 64 (52) und stark befahrene Kreuzungen 43 (35). Unter Sonstigen werden Flughäfen, Sportstätten, Großveranstaltungen, Parkanlagen und sogar "überall" genannt.

Mehrheiten der Befragten sind aber gegen Video-Überwachung auf Friedhöfen, 88 (72 %), und in Krankenhäusern, 66 (64). Als Grund für die Ablehnung werden in beiden Fällen Verletzung von Gefühlen und Achtung der Privatsphäre genannt. Für andere Orte gibt es hier fast keine Nennungen.

Wer beim SZ-Umfrage-Center mitmachen will, muss sich nur einmalig registrieren. Die

Teilnehmer werden mit Punkten belohnt, die in Einkaufsgutscheine umgewandelt werden können.

Der Einsatz von Video-Kameras verspricht für SZ-Leser bessere Aufklärungsquoten. Foto: Burni/dpa. Foto: Burni/dpa

sz-umfrage.de