Kappensitzung So war noch nix 1847 Ottweiler

Kappensitzung „So war noch nix“ : Prinzenpaar zieht singend in den Saal

Die Prunksitzung des „So war noch nix 1847 Ottweiler“ hielt jede Menge Überraschungen bereit. Ganz besonders für Fastnachtsurgestein Ernst Flaccus.

Hatten die Narren die hohe Treppe des Schlosstheaters erfolgreich, wenn auch etwas außer Atem, erklommen, wurden sie von den strahlend blau-weiß gewandeten Mannen der Löffelgarde des Karnevalsvereins „So war noch nix 1847 Ottweiler“ fröhlich empfangen; jeder Gast wurde persönlich begrüßt, eine schöne Geste.

Was die Fastnachter jedes Jahr, und das alles ehrenamtlich, auf die Beine stellen an Organisation, Vorbereitung und Training der Garden und Schreiben von Büttenreden, ist immer wieder aufs Neue bemerkenswert. Das betonte der Präsident Thomas Jahn, gleich zu Beginn der Prunksitzung. Nicht zuletzt in der erfolgreichen Arbeit der Trainer und aller übrigen Aktiven sei der Grund zu suchen, dass die Mitgliederzahlen steigen, sagte Jahn. Sein Eingangsstatement glich einem Plädoyer für das Ehrenamt im Allgemeinen und für die Fastnacht im Speziellen. Es werde immer Menschen geben, die sich „kümmern, und andere, die kritisieren und meckern“. Diejenigen aber, die „keine Mühe scheuen, Kraft und Zeit investieren“, setzten sich für die Gemeinschaft und das Brauchtum ein. Dann sangen alle gemeinsam die fast schon programmatische Hymne: „So lange unsere Herzen noch brennen, so lang ein Löffler im Wachhäuschen steht, die Prinzengarde marschiert und es lacht ein Musketier, ja so lang stirbt die Faasenacht net aus.“ Dann folgten auch sogleich die Garden, die, ob es nun die Minis, Junioren oder die Aktiven waren, die Beine in die Höhe warfen, und die Hüften kreisen ließen; zu wahren Begeisterungsstürmen rissen die Mädchen das närrische Publikum hin.

Das Programm war eng getaktet. Kompetent und eloquent führte Präsident Jahn durch den langen, ereignisreichen Abend. Und über allem thronte das Prinzenpaar Bianca Schäfer und Dominik Lessel, zwei junge, sympathische Fastnachter, die der Nachwuchsarbeit der „So war noch nix“ entstammen: „Mir sinn mit da Faasend groß genn.“

Nach Büttenreden strebten die Verantwortlichen des „So war noch nix“ mit ihren Gästen einem weiteren Höhepunkt entgegen, nämlich der Ehrung von Ernst Flaccus, einem Urgestein der Ottweiler Fastnacht. Ihm zu Ehren versammelten sich auf der Bühne zahlreiche gewesene Prinzessinnen, darunter Christel Eich, die 1954 das Zepter in Händen hielt.

Die Ottweiler Plaschderschisser-Symphoniker leiteten über in den Tanzmarsch der Juniorengarde. Christa Meyer war „Es Elsbeth“, in weißem und buntstatischem Licht, der Vorhang fiel, die Bühne frei fürs Männerballett. Susi und Andy Hinsberger leiteten als „Die Hinsbeiersch“ über in einen weiteren Showtanz, dem wiederum die Plaschderschisser-Symphoniker folgten. Die Playbackshow beendete einen rundherum vergnüglichen Abend.

Mehr von Saarbrücker Zeitung