Kaffeeklatsch einmal ganz anders

Um Ottweiler Porzellan und die Tafelzier und Tischkultur des 18. Jahrhunderts geht es in einem Vortrag von Jutta Schwan. Dieser findet am morgigen Mittwoch um 19 Uhr im historischen Junkerhaus statt.

. Der Wellesweiler Arbeitskreis für Geschichte, Landeskunde und Volkskultur lädt in Zusammenarbeit mit der Aleksandrastiftung zur Förderung der Westricher Geschichtsforschung zum Vortrag von Jutta Schwan mit dem Thema "Kaffeeklatsch ganz anders: Ottweiler Porzellan und die Tafelzier und Tischkultur des 18. Jahrhunderts" ein.

Die Begeisterung für Porzellan , die sich seit seiner Erfindung im Jahr 1708 ausgebreitet und seitdem weltweit bis in die heutige Zeit Besitz- und Sammelleidenschaften geweckt hat, ging interessanterweise mit der Leidenschaft für Getränke einher, so heißt es in der Pressemitteilung des Vereins. Diese neuen Getränke, Kaffee , Tee und Schokolade, waren ebenfalls noch nicht sehr lange "à la mode". Der Vortrag im Junkerhaus widmet sich daher einerseits dem Porzellan , insbesondere dem kostbaren Porzellan aus der nassau-saarbrückischen Manufaktur in Ottweiler , deren 250. Gründungsjahr jüngst gefeiert wurde. Andererseits soll ein weiterer Gegenstand der Betrachtung sein, wie man in einem fürstlichen Haus zu tafeln pflegte, wie man mit diesen neumodischen Heißgetränken umging und wie sowohl das Porzellan als auch die neuen Modegetränke unser Leben veränderten.

Kaffee , Tee und Schokolade stellten lange ein Statussymbol dar, dem mit dem kostbaren Porzellan ein weiteres zur Seite gestellt wurde, so dass flüssiger Luxus eine recht exquisite Allianz mit Zucker, Tabak und dem weißen Gold einging. Doch Kaffee und Tee erfreuten sich wegen ihrer belebenden Wirkung rasch sehr großer Beliebtheit. So trank man bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts Kaffee in allen Schichten, gerne auch in Kaffeehäusern, die jedoch den Männern vorbehalten blieben. Es blieb jedoch weiterhin ein Privileg des Adels, ihn aus Porzellan zu genießen. Wie es dann aber dazu kam, dass der Kaffeeklatsch reine Frauensache war und blieb, und warum kalter Kaffee schön macht, wieso die Tischkultur des 18. Jahrhunderts sogar noch unseren heutigen Sprachgebrauch prägt - all dies soll ebenso geklärt werden wie die Frage, wie man damals den Tisch deckte und wieso ist das Betrachten von Prominenten beim Essen im Fernsehen keine Erfindung unserer Zeit ist. Der Abend bietet die Gelegenheit, sich mit Sprache und den jetzigen Lebensgewohnheiten ist, als man gemeinhin glauben mag.

Der Vortrag findet statt am Mittwoch, 15. Oktober, 19 Uhr, im historischen Junkerhaus, Eisenbahnstraße in Wellesweiler und kostet für Nichtmitglieder fünf Euro Eintritt.