Danke!: Juzler freuen sich über neues Mobiliar

Danke! : Juzler freuen sich über neues Mobiliar

Nach einem Brandschaden spendierteein Paketdienst dem Wiebelskircher Juz Europaletten und packte kräftig mit an.

Ehren- und Gedenktage gibt es wie Sand am Meer. Aber was hat der „Tag des Pakets“ mit dem Haus am See in Wiebelskirchen zu tun? „Pakete zu transportieren gehört zu unserem Alltag“, erklärt Anne Putz, Leiterin der Presse- und Marketingabteilung des Lieferdienstes GLS. „Am ‚Tag des Pakets‘ wollen wir die Menschen zeigen, die dies möglich machen, und dabei noch etwas Gutes tun.“ Das hatte das Jugendzentrum in Trägerschaft der Diakonie Saar, das nach einem Brand im Januar geräumt werden musste, auch dringend nötig.

Es handelte sich nicht um Brandstiftung, erzählt Sozialarbeiterin Lisa Elzer. „Im alten Kühlschrank war ein Kabel durchgeschmort“. Am Ergebnis änderte das allerdings wenig: Zwar kam es kaum zu Feuerschäden, dafür klebte überall dicker fetter Ruß: „Wir mussten so gut wie alles wegschmeißen“, Mobiliar, Geräte und die teure Lichtanlage. Nur den Billardtisch und den Tischkicker „konnte man noch retten“.

Davon erfuhr Janusch Pattun. Der Depotmanager im GLS-Standort Neunkirchen mit über 100 Mitarbeitern kommt selbst aus Wiebelskirchen. „Ich wusste auch, dass es letztes Jahr zwei Einbrüche gegeben hat“, bei denen viel gestohlen wurde. Dazu jetzt der Brand. Da wollte er nur zu gern helfen. „Es ist ja nicht einfach, so ein Juz aufrechtzuerhalten.“ Er stieß im Unternehmen auf offene Ohren, es gab grünes Licht.

So kam es, dass am Samstag elf Damen und Herren in weißen Firmen-T-Shirts im Juz fleißig mit anpackten: Aus 20 Europaletten wurden ein DJ-Pult und Sitzgelegenheiten gebaut. Außerdem installierte man eine neue Lichtanlage – mit Disco-Effekten wie Nebel und buntem Partylicht. Beschenkt wurde im Übrigen auch noch eine zweite Einrichtung: Das Team des Jugendtreffs Schiffweiler, das für die Wiebelskircher ein Benefiz-Konzert ausgerichtet hatte, konnte sich über einen Kühlschrank und einen Geräteschuppen freuen.

„Diese Spenden sind sehr wertvoll“, bedankte sich Diakonie-Bereichsleiterin Tanja van Essen. Gerade den Zeitspenden messe man eine große Bedeutung zu. „Dieses gemeinsame Erlebnis mit den Kindern und Jugendlichen ist unbezahlbar.“ Zumal es ein wunderbares Signal für die durchschnittlich 20 bis 30 Nutzer des Juz im Alter ab 12 Jahren sei: „Sie sehen: Es gibt Leute, die sich für das Juz und uns interessieren, und die wollen, dass es schön wird“, diese Botschaft sei heute doppelt und dreifach angekommen. Nach der Arbeit wurde gemeinsam gegrillt und gefeiert, und am Abend das Disco-Equipment zünftig eingeweiht.

Wobei diese ungewöhnliche Kooperation von Juz und Paketdienst noch ein positives Nachspiel haben dürfte: „Wir werden in Kontakt bleiben“, kündigte Pattun an, „und immer wieder gucken kommen, ob noch alles funktioniert“.

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