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Kinder und Jugendliche gezielt ansprechen: Junges Programm, direkt auf die Hand

Kinder und Jugendliche gezielt ansprechen : Junges Programm, direkt auf die Hand

Das Wintersemester 2017/18 der VHS Neunkirchen startet am 11. September. SZ-Gespräch mit der Programm-Macherin.

Es ist ihr „Baby“. Das erste Semesterprogramm der Volkshochschule (VHS) Neunkirchen, das Elke Leonhardt-Jacob voll verantwortet. Ende des vergangenen Jahres hatte die Zweibrückerin die Leitung übernommen. Das zurückliegende Sommerprogramm hat sie begleitet, das am 11. September beginnende Winterprogramm trägt nun ihre Handschrift. Ihr „Baby“ hat sie jetzt in der Redaktion vorgestellt. Stolz, wie Mamas auf ihren Nachwuchs sind. Und mit etwas Bangen: Wird sich der Nachwuchs gut entwickeln?

Programm-Macherin Elke Leonhardt-Jacob spricht von einem „Spagat zwischen Altem und Neuem“: Von Vertrautem, das wiedergefunden, und Überraschendem, das entdeckt werden will. Dazu geht sie neue Wege - bei der Auswahl, beim Verpacken und beim Vermarkten. 106 Seiten stark ist die Semester-Broschüre Winter 2017/18, bunt in Aufmachung und Inhalt. Nachzuschlagen auch im Internet („Eine Neugestaltung der Homepage ist in den Gedanken“).

„Zielgruppenspezifisch“ sollen neue Kurse in allen Fachbereichen sein, beschreibt es unser Redaktionsgast. Zum Beispiel die „Junge VHS“, gebündelte Angebote für Kinder und Jugendliche. Ob Schwerter herstellen oder fesche Wiesn-Looks, ob Zirkus-Workshop oder Videofilm drehen. Maßgeschneiderte Angebote richten sich ebenfalls an Betriebe (Betriebswirtin Leonhardt-Jacob kommt aus der betrieblichen Weiterbildung). Beispiel: „Die gesunde Mittagspause“, ein gemeinsam mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft entwickeltes Konzept. „Ein Betrieb kann uns kontaktieren. Wir besprechen Ort und Zeit, Preis und Teilnehmerzahl.“ Es müsse ja nicht immer heißen „Kommt zu uns“. Es dürfe auch heißen „Wir kommen zu euch.“ Voolkshochschule macht Hausbesuche.

Weiterer wichtiger Baustein: „Trends, die man mit Spaß verbindet“, wie Leonhardt-Jacob es formuliert. Etwa individuelle Geschenke herstellen, weil Individualismus sich eben in unserer Gesellschaft abbilde. „Das Angebot der Vokshochschulen muss sich der Gesellschaft und ihrem Wandel anpassen“, so das Credo der Leiterin in Neunkirchen. Und das tue es auch: „Volkshochschulen sind vielseitiger geworden, setzen andere Schwerpunkte.“ Und Neunkirchen überdenkt intensiv die Zeitfenster. „Wir wollen mit unseren Kursen auch in die Wochenenden und in die Ferien“, so Leonhardt-Jacob. Da hätten viele doch vielleicht mehr Zeit und Muße als unter der Woche. Übrigens auch Schüler. Und die VHS-Leiterin setzt auf „Kurzkurse“, die nur ein paar Termine, vielleicht auch nur einen Termin umfassen: „Menschen wollen sich nicht so lange binden.“

Muss das „Baby“ noch an den Mann und die Frau, an das Kind, den Jugendlichen oder die Seniorin gebracht werden. Für die „Junge VHS“ etwa wird da eine neuer Weg probiert. Die Veranstaltungen für die Jugend sind jetzt in einem Flyer im DIN A5-Format gelistet - Vorderseite Kinder, Rückseite Jugendliche. Oder umgekehrt. Auflage 10 000. „Wir haben den Flyer an Schulen - Grundschulen und weiterführenden Schulen - ausgeliefert. Die Lehrer sollen ihn ihren Schülern in die Hand drücken. In Kitas ist der Flyer ausgelegt“, erklärt Leonhardt-Jacob. Und am Sonntag wollte die VHS-Leiterin diesen Flyer auch persönlich im Zoo verteilen.

Kontakt: VHS Neunkirchen, Telefon (0 68 21) 202-552. Internet:

www.nk-kultur.de/vhs