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Jugendliche stark machen für ihre Zukunft

Jugendliche stark machen für ihre Zukunft

Neunkirchen. Mit dem Ziel Jugendlichen zu einem erfolgreichen Schulabschluss zu verhelfen und ihnen Orientierung beim Einstieg in die Berufswelt zu bieten, beteiligt sich der Landkreis Neunkirchen seit 2007 in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk an der Saar am Bundesprogramm "Jugend stärken"

Neunkirchen. Mit dem Ziel Jugendlichen zu einem erfolgreichen Schulabschluss zu verhelfen und ihnen Orientierung beim Einstieg in die Berufswelt zu bieten, beteiligt sich der Landkreis Neunkirchen seit 2007 in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk an der Saar am Bundesprogramm "Jugend stärken". Nachdem im vergangenen Jahr das Modul "Aktiv in der Region" in insgesamt 36 Modellkommunen startete, hatten der Landkreis Neunkirchen, die Bundesgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit und das Diakonische Werk zu einer Fachtagung in die Räumlichkeiten des Jugendamts geladen. Zur Debatte in der Expertenrunde standen die bisher im Rahmen des Programms ergriffenen Maßnahmen sowie künftige Entwicklungschancen. Das Stichwort laute hierbei "Inklusion", wie Landrätin Cornelia Hoffmann-Bethscheider in ihrer Begrüßungsrede betonte. "Das bedeutet, die Jugendlichen sollen Zugang zu allen Funktionsgruppen der Gesellschaft erhalten", erläuterte Christoph Schwamborn von der Regiestelle des Europäischen Sozialfonds des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Von immanenter Wichtigkeit sei hierbei, für benachteiligte Jugendliche passende Beratungsangebote in der Region zu schaffen. "Daher müssen die Kommunen in erster Hand die Steuerung des Programms übernehmen", so Schwamborn. Die in den Modellregionen ausgearbeiteten sogenannten Lückenschlussprogramme umfassen die Beratung von Schulverweigerern sowie Fördermaßnahmen den Übergang von Schule zu Beruf betreffend. In Bezug auf letzteren Bereich warnte Wilfried Kruse von der Sozialforschungsstelle Dortmund vor einer sozialen Schieflage: "Die Förderung muss eine Daueraufgabe sein, die nicht bloß für Benachteiligte, sondern für alle gilt. Ansonsten wird man denjenigen mit wenigen Ressourcen raten, direkt in die Ausbildung einzusteigen, während anderen mehr Zeit für Orientierung gegeben wird." Hier sei die Interaktion der Ministerien mit den Kommunen sowie Fachkompetenz gefordert, die etwa Jugendämter und die Träger der Jugendsozialarbeit liefern könnten. Im Rahmen des Programms "Aktiv in der Region" rief der Landkreis Neunkirchen im September das Jugendberatungszentrum "Kompass" ins Leben. "Unsere Zielgruppe sind Jugendliche, die von bisherigen Fördermaßnahmen nicht erreicht werden", sagte Stefan Gerber, Projektkoordinator des Landkreises. Das Zentrum führe vorhandene Förderstrukturen zusammen, vereine Programme wie "Schulverweigerung - Die 2.Chance", die "Kompetenzagentur" oder den Jugendmigrationsdienst. Unter dem Motto "Aufbruch zu neuen Strukturen" setze man auf eine Verknüpfung mit Trägern, Behörden, Schulen und Betrieben, um Jugendlichen gezielt zu Orientierung verhelfen zu können.kompass-nk.de

"Unsere Zielgruppe sind Jugendliche, die von bisherigen Fördermaßnahmen nicht erreicht werden"

Stefan Gerber