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Feuerwehr
Wehr war an vielen Fronten im Einsatz

Jahreshauptübung der Neunkircher Feuerwehren.
Jahreshauptübung der Neunkircher Feuerwehren. FOTO: Kai Hegi
Wellesweiler. Bei der Hauptübung der Neunkircher Feuerwehren gab es gleich vier Szenarien, in denen die Helfer gefordert waren.

Ihr ganzes Wissen in den Kernthemen der Feuerwehr – Retten, Löschen, Bergen und Schützen – stellten die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren Neunkirchen am Samstag bei ihrer Jahreshauptübung auf dem Gelände des Werkes der Eberspächer Exhaust Technology GmbH & Co KG unter Beweis. Anders als in den Jahren zuvor bewiesen die ehrenamtlichen Brandschützer ihr Können nicht in einer großen Übung, sondern in vier thematisch ganz unterschiedlich gestalteten Übungsszenarien vom Brand eines Lkw über einen Verkehrsunfall bis hin zur Rettung einer verschütteten Person.


Zeitlich gestaffelt, so der Bericht der Feuerwehr, wurden die rund um das Wellesweiler Eberspächer-Werk in Bereitschaft stehenden Feuerwehreinheiten aus den sieben Neunkircher Löschbezirken zu ihren Übungen abgerufen. Den Anfang machten drei Löschfahrzeuge aus Furpach, Hangard und Wiebelskirchen. In ihrem Szenario galt es, den Brand eines Lastwagens zu bekämpfen der bereits auf ein nahes Gefahrstofflager übergriffen hatte. Mit Löschschaum konnten die Wehrangehörigen den Brand unter Kontrolle bringen. Neben dem Lkw-Fahrer, der sich bei seinem Löschversuch verletzt hatte, konnten die Feuerwehrleute auch einen Arbeiter aus dem Gefahrgutlager retten und zur weiteren Versorgung dem Rettungsdienst übergeben. Dargestellt wurden die Verletzten in diesen Szenarien durch speziell geschulte und eigens geschminkte Mimen.

In einer der Werkshallen spielte ein weiteres Szenario, bei dem ein Arbeiter auf einem meterhoch über dem Boden gelegenen Wartungsgang einen Herzinfarkt erlitten hatte und gerettet werden musste. Während der Mitarbeiter durch den Rettungsdienst medizinisch versorgt wurde, rückten die Löschbezirke Wellesweiler und Furpach mit Löschfahrzeugen unterstützt von der Drehleiter aus der Neunkircher Innenstadt an. Mit Hilfe der in der Halle in Stellung gegangenen Drehleiter konnten Feuerwehrleute den verletzten Mann sicher von dem Arbeitsgang in luftiger Höhe zurück auf den Boden bringen. Noch während die Drehleiter in die Halle manövriert wurde, bereiteten Feuerwehrangehörige, die mit tragbaren Leitern auf die Metallbrücke gelangt waren, den Mann auf seine bevorstehende Rettung vor. Ihre dafür benötigte Ausrüstung mussten sie zuvor noch mit Leinen in die Höhe ziehen.



Nicht mit der Menschenrettung aus Höhen, sondern eher aus Tiefen befassten sich Feuerwehrleute aus Ludwigsthal, Hangard und Münchwies. In ihrem Szenario mussten sie ein beim Spielen auf einem Sandhügel verschüttetes Kind finden und wieder freigraben. Mit Schaufeln gruben sich die Brandschützer behutsam in dem Sandhaufen vor und konnten das Kind schließlich auch sicher aus dem Sandhaufen retten. Die unter Schock stehenden Eltern des „Kindes“, in der Übung natürlich durch eine Puppe dargestellt, wurden von Notfallseelsorgern betreut.

Das vermutlich aufwendigste der vier Übungsszenarien spielte sich auf dem Mitarbeiterparkplatz von Eberspächer ab. Dort hatte sich laut Übungsplanung ein schwerer Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten ereignet. Insgesamt drei Autos waren auf einen Lastwagen aufgefahren, von dessen Ladefläche obendrein ein schwerer Container auf eines der aufgefahrenen Autos gerutscht war. Die Besatzungen von sieben Einsatzfahrzeugen aus den Löschbezirken Neunkirchen-Innenstadt, Münchwies, Wiebelskirchen und Wellesweiler widmeten sich der Rettung der Verletzten. Weil die Unfallfahrzeuge teilweise auf der Seite oder dem Dach lagen, mussten sie vor Beginn der technischen Rettung der Verletzten erst mit speziellen Abstützsystemen gesichert werden. Mit hydraulischen Scheren und Spreizern rückten die Feuerwehrleute den drei Wracks zu Leibe, um nach einstudierten Taktiken Schritt für Schritt die darin eingeschlossenen Verletzten zu befreien. Wichtig ist dabei nicht nur die Kenntnis über die verschiedenen Rettungstechniken, sondern auch die enge Absprache und Zusammenarbeit mit dem sich um die medizinische Versorgung der Verletzten sorgenden Rettungsdienst.

Über den ganzen Nachmittag hinweg zog sich die groß angelegte und vom am Haupttor an der Homburger Straße in Stellung gegangenen Einsatzleitwagen aus koordinierte Großübung. Am Ende dankte Wehrführer Stefan Enderlein den zahlreichen Teilnehmern für die eindrucksvolle Übung und lobte sie für ihren Einsatz für die Sicherheit der Menschen in Neunkirchen.