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Insider-Informationen über die USA

Insider-Informationen über die USA

Bruno von Lutz vom Deutsch-Amerikanischen Institut (DAI) in Saarbrücken und Carrie Lee vom US-Generalkonsulat in Frankfurt standen den Oberstufenschülern ausführlich Rede und Antwort.

Die Schüler der Klassen elf und zwölf des Neunkircher Gymnasiums Am Steinwald sind zurzeit voll drin im Thema USA: Die Vereinigten Staaten stehen auf ihrem Lehrplan, unlängst haben sie beispielsweise das Wahlsystem durchgenommen. Ganz abgesehen davon, dass man zurzeit ja ohnehin nicht an den täglichen Meldungen aus dem aufgeheizten Präsidentschaftswahlkampf vorbeikommt.

Da war es für die Schüler eine tolle Sache, das Wahlsystem und die Entwicklungen im Wahlkampf gestern von einem echten Experten, Bruno von Lutz vom Deutsch-Amerikanischen Institut (DAI) in Saarbrücken, erklärt zu bekommen. Und der hatte auch noch eine echte Insiderin dabei: Carrie Lee vom US-Generalkonsulat in Frankfurt, die in der Aula freudig empfangen wurde: Einfach nur "krass" fand Isabelle Terrazzino den hohen Besuch aus dem Konsulat. "Es ist sehr interessant, von so jemandem etwas über die Wahlen zu erfahren. Sie weiß ja nochmal mehr als die Lehrer", sagte Marc Lehnen. Auch Schulleiterin Karin Weiskircher-Hemmer freute sich: "Jetzt können unsere Schüler mal auf Englisch zeigen, was sie drauf haben."

Von Lutz und Lee hielten sich auf der Bühne in der Tat an die englische Sprache, doch jenseits des offiziellen Teils zeigte Lee auch ihr fließendes Deutsch. Sie hat in Deutschland studiert und hat schon alle Bundesländer besucht, erklärte sie, jetzt sei das Saarland an der Reihe: "Das Beste habe ich mir für den Schluss aufgehoben." Am Generalkonsulat in Frankfurt ist Lee seit eineinhalb Monaten tätig und kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit. Zuvor hat sie unter anderem in Washington, Panama, Usbekistan und Weißrussland gearbeitet.

Den Vortrag hielt von Lutz, wobei sich Lee ab und an einschaltete. Anschließend diskutierten beide mit den Jugendlichen und beantworteten deren Fragen. Wichtig für das Verständnis der amerikanischen Wahlen , so von Lutz, sei, dass das Volk sowohl den Kongress als auch den Präsidenten wähle. "Nicht wie in Deutschland, wo der Bundestag den Kanzler wählt." Dabei laufe die Präsidentenwahl über Wahlmänner, die in den meisten Staaten nicht proportional zum Ergebnis auf die Kandidaten verteilt würden, sondern alle dem Favoriten des Staates zufielen. Eine wichtige Rolle komme so etwa Kalifornien zu, da dieses ganze 55 Wahlmänner stelle. Die gebürtige Kalifornierin Lee kennt die Nachteile des Systems: "Es ist schwierig für Unterstützer des unterlegenen Kandidaten, denn egal, wie viele Kampagnen sie machen, es bringt gar nichts."

Für Lee geht die Saarlandreise weiter, dabei besucht sie auch noch eine Schule in Merzig: "Es ist mir sehr wichtig, mit den Schülern in den Dialog zu treten und mit ihnen über die amerikanische Politik und Gesellschaft zu reden." Von Lutz ist an den Schulen ohnehin häufiger Gast: Das DAI führt regelmäßig Workshops durch und ist zurzeit mit einem Sonderprogramm zu den Wahlen unterwegs.