In Neunkirchen ist die neue Stadtchronik erschienen

Kostenpflichtiger Inhalt: Stadtchronik Neunkirchen : Eine Zeitreise durch die Geschichte der Stadt Neunkirchen

Neue Publikation des Stadtarchivs: Die „kleine chroNiK“, ein handliches Nachschlagewerk in 18 Kapiteln, ist am Dienstagnachmittag im Rathaus vorgestellt worden.

Die Geschichte der Stadt Neunkirchen auf rund 100 Seiten zu komprimieren – das muss ein Kraftakt des Weglassens und Reduzierens auf das Wesentliche gewesen sein. Die drei Menschen, aus deren Feder die „kleine chroNiK“ stammt, sehen an diesem Dienstagnachmittag schon ein bisschen erleichtert aus. Zwei Jahre haben sich Karin Carl, Christian Reuther und Dennis Schuld durch einen Daten-
dschungel gekämpft – immer wenn es die alltägliche Arbeit im Stadtarchiv der Kreisstadt Neunkirchen zuließ. Herausgekommen ist „natürlich eine subjektive Auswahl“, wie Archivleiter Christian Reuther bei der Präsentation im Rathaus berichtet. Doch leicht gemacht hat es sich das Team nicht bei dieser Auswahl. „Wir haben öfter diskutiert“, gibt Dennis Schuld zu. Und dann nach „bestem Wissen und Gewissen“ die spannende Geschichte der zweitgrößten Stadt des Saarlandes in ein handliches Buch gepackt.

Ihren Teil zur geschichtlichen Zeitreise haben die Heimatkundler der Stadt beigetragen, einige von ihnen ließen sich die Präsentation der kleinen Chronik nicht entgehen. Sicher werden sie dies und jenes vermissen, hier und da ihre Anmerkungen machen. Doch das Buch erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Oberbürgermeister Jürgen Fried meint vielmehr: „Aufgrund seiner kompakten Form ist es sehr benutzerfreundlich und trotzdem sachlich fundiert.“ Reich bebildert und von Thomas Pelletier gestaltet, bietet das gebundene Buch in 18 thematisch geordneten Kapiteln einen guten Überblick. Obwohl die Innenstadt die größte Gemeinde war und ist, kommen auch die anderen Stadtteile „zu Wort“. „Die Kunst war“, betont Reuther, „zu filtern und aus Platzgründen die Daten auf knappem Niveau auszuschmücken.“ Weggelassen wurde übrigens der Part von Spiesen-Elversberg, obwohl es bis 1922 zur Bürgermeisterei Neunkirchen gehörte.

Die „Lebensnerven“ der Stadt habe man treffen wollen: Kohle und Eisen als Lebenselixier bis in die 1960er beziehungsweise frühen 1980er Jahre. Die Entwicklung der ehemaligen Hüttenstadt zu einem modernen Wirtschafts-, Einkaufs- und Dienstleistungszentrum. Neben der Mitarbeit der heimatkundlichen Vereine und Forscher sei auch die Recherche in Sekundärliteratur oder bei überregionalen Quellen wichtig gewesen wie etwa in Koblenz oder Paris. Die Themen des Büchleins, das auch für Schulen interessant sein dürfte: Ersterwähnungen, Verwaltung, Bevölkerungsentwicklung, Partnerschaften, Eisen und Stahl, Bergbau, sonstige Industrie und Gewerbe, Strukturwandel, kulturelles Leben, Freizeit und Sport, Verkehrswesen, hoher Besuch, historische Bauwerke, einstige Schlösser, religiöse Bauten, Katastrophen, Krankenhäuser und Kliniken und Feuerwehr. Eine Zeitreise für Jedermann, der sich für die Geschichte Neunkirchens interessiert.

Echte Teamarbeit des Neunkircher Stadtarchivs steckt in der „Kleinen chroNiK“: Die Datensammlung stammt aus den Federn von Karin Carl, Dennis Schuld und Christian Reuther. Foto: Heike Jungmann
Vergangenheit im Schnee: Als der Stumm Karl noch in seiner Ecke stand. Foto: Horst Schwenk

Die „Kleine chroNiK“ ist mit einer Auflage von 1500 Stück erschienen. Sie ist ab sofort zum Preis von 6,90 Euro im örtlichen Buchhandel (ISBN 978–3–00–062867–2), im Stadtarchiv oder an der Rathausinfo erhältlich.