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In Neunkirchen finden die Fire-Days statt

Fire-Days in Neunkirchen : Großes Stelldichein der Lebensretter

Noch bis Sonntag üben rund 400 Feuerwehrleute am Wiebelskircher Gegenortschacht für den Ernstfall.

Auf der ehemaligen Schachtanlage Gegenort bei Bauershaus in Wiebelskirchen geht es in diesen Tagen heiß her. Allerdings wird dort keine Riesenparty gefeiert, sondern der Feuerwehr-Ernstfall geprobt. Noch bis Sonntag finden auf dem einstigen Grubengelände die „FireDays“ statt und zu dieser besonderen Fortbildungsveranstaltung sind über 400 Feuerwehrleute aus dem In- und Ausland nach Wiebelskirchen gekommen (wir haben berichtet). Es ist die zweite Veranstaltung dieser Art nach der Premiere im vergangenen Jahr im Raum Hannover, und dass diese bedeutende Veranstaltung jetzt in Wiebelskirchen stattfindet, ist kein Zufall.

Für die Organisation und den Ablauf der vier „FireDays“ ist der gebürtige Wiebelskircher Marco Honecker verantwortlich, für den das Feuerwehrwesen ein wichtiger Lebensinhalt ist. Der 38-Jährige, der in der Wiebelskircher Feuerwehr groß geworden ist, ist mittlerweile bei der Berufsfeuerwehr in Hannover beschäftigt und arbeitet zudem als Dozent an der Feuerwehr- und Rettungsdienstakademie in Berlin. Kernelement der „FireDays“ ist die sogenannte Realbrandausbildung, bei der die Feuerwehrleute in einem kontrollierten Umfeld gefährliche Feuerwehrphänomene realitäts- und hautnah erleben und die richtige Vorgehensweise bei deren Bekämpfung erlernen.

„Der Gegenortschacht bietet optimale Voraussetzungen und ausreichend Platz für die einzelnen Ausbildungselemente“, erklärt der Neunkircher Feuerwehrsprecher Christoph Benkert. Daneben sind das Einsatztraining für Drehleitermaschinisten, die verschiedenen Verfahrensweisen bei der Notfalltüröffnung oder praktische Anleitungen für den Atemschutznotfall Elemente der Veranstaltung. Ergänzt werden die praktischen Übungen durch ein mehrstündiges Fachsymposium Atemschutz, bei dem am Samstag ab 9 Uhr in der Schachthalle Dozenten und Fachleute über Themen auf diesem Sektor informieren. Die viertägige Veranstaltung an Bauershaus ist nicht nur für die Teilnehmer eine außergewöhnliche Prüfung, auch für die Organisatoren und Gastgeber ist es eine logistische Herausforderung. 400 Feuerwehrleute müssen schließlich auch untergebracht und beköstigt werden. „Kein Problem“, erklärt Feuerwehrsprecher Benkert. „Viele der Teilnehmer sind nicht an allen vier Tagen hier“, sagt er weiter, „sondern nehmen nur an Tagesseminaren teil“. Andere haben sich selbst um ihre Unterbringung gekümmert, „denn das muss jeder eigenverantwortlich lösen“. Für die Beköstigung der Teilnehmer und der Besucher, die an allen Tagen herzlich willkommen sind, sorgen die Helfer des LBZ Wiebelskirchen und einige kommerzielle Anbieter.

Beim SZ-Besuch am Donnerstagmorgen laufen die ersten praktischen Übungseinheiten in der Rauchgasdurchzündungsanlage und an einer Anlage zur Nachstellung von Industriebränden. Und dies für den Feuerwehrlaien höchst eindrucksvoll und realistisch. „Wenn man so eine Ausbildungsmöglichkeit hat, muss man sie nutzen“, erklärt Christopher Benkert, der zu allen Übungsmodulen die kompetenten Informationen liefert. „Eine falsche Reaktion ist potenziell tödlich“, sagt er weiter, „deshalb ist diese Veranstaltung ungeheuer wichtig“. Für Thomas Mengedoth, den Geschäftsführer einer Fachfirma für die Feuerwehrspezialausbildung und ausgebildeten Löschzugführer, sind die „FireDays“ ein wichtiger Multiplikator, „denn wir haben hier die Möglichkeit, unsere Ausbildung in die Feuerwehren hineinzutragen“. Neben einem Teilnehmer aus Kroatien und einigen Wehrleuten vom Bodensee hatte der Feuerwehrmann aus Sulingen bei Bremen mit die weiteste Anreise ins Saarland.

Neben den täglichen Trainingseinheiten gibt es am Gegenortschacht auch ein Rahmenprogramm zur Entspannung. Am heutigen Freitag laden die Veranstalter ab 19 Uhr zu einer Blaulichtparty ein und am Samstagabend heißt es ab 19 Uhr Rock am Schacht und dazu liefert die Formation „Double Malted“ den passenden Sound.