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In der reha Gmbh in Neunkirchen gibt es jetzt auch eine Imkerei

Imkerei : Sie haben 200 000 Mitarbeiter unter sich

Die Werkstatt für Menschen mit Behinderung hat ein neues Angebot. Bei der Reha GmbH gibt es jetzt auch eine Imkerei.

60 Gläser zu je 250 Gramm feinsten Neunkircher Bienenhonigs – das ist der erste Ertrag am neuen Imkerei-Standort Bildstocker Straße. Vor zwei Wochen war es so weit, informiert Tanja Gailing, Leiterin der Reha-Einrichtung Neunkirchen. Da konnten die Waben der fünf Beuten (Bienenstöcke) geschleudert werden. Gestartet hatte man mit der Imkerei vor einem Jahr – nicht nur, weil es derzeit im Trend liegt, sondern weil es einfach hervorragend passt: sowohl ins Konzept und Sortiment der Werkstatt für Menschen mit Behinderung, wo die Imkerei nun die Abteilungen Keramik, Körperpflege, Näherei/Weberei und Holz ergänzt, als auch zum Standort selbst, der vis à vis des Hüttenparks ein gutes Nahrungsangebot für die fleißigen Insekten bereit hält.

„Wir haben das in einer anderen Einrichtung gesehen, von da an war die Richtung klar. Es ist einfach auch ein gutes Beschäftigungsfeld.“ Betreut werden die Bienen durch das Garten- und Landschaftsbauteam, das den Außenbereich pflegt. Arbeiten wie Honig schleudern, abfüllen, etikettieren und verkaufen übernehmen weitere Beschäftigte mit Behinderung, so Tanja Gailing. Das grundlegende Knowhow war vorhanden, mittels Fortbildungen erlangen die Gruppenleiter weiteres Fachwissen. Den Verantwortlichen schwebt im Übrigen noch viel mehr vor. So will man die Anzahl der Völker vergrößern, anvisiert sind 20. „Unsere große Idee ist, unsere Bienenstöcke quer durchs ganze Saarland zu platzieren.“

Wobei die zentrale Imkerei-Stelle in Neunkirchen bleibt. Was die Zahl der Reha-GmbH-Mitarbeiter exorbitant erhöht. Schon jetzt liegt man bei schätzungsweise 200 000 geflügelten Angestellten, 40 000 pro Volk, informiert Marco Weber. Zusammen mit Wolfgang Schmidt betreut er fachlich und praktisch die fünf Bienenvölker. Zu zweit leiten sie die zehn Beschäftigten an, die in der Imkerei mitarbeiten. Während Schmidt ein schon erfahrenerer Imker ist, stieß Weber erst im letzten Jahr zum Imkern: „Die beste Entscheidung, die ich bisher getroffen habe. Das geht so tief“, schwärmt der Gruppenleiter, den nicht nur die rein wirtschaftlichen und pflegerischen Aspekte des Imkerns faszinieren, sondern auch das Wesen der Bienen – für ihn Haustiere, um die man sich ähnlich intensiv kümmern muss wie um eine Katze oder um Vögel. Begegnen kann man den Reha-Bienen rein theoretisch im Umkreis von fünf Kilometern vom Bienenstock entfernt. Tatsächlich bleiben sie im Moment aber am liebsten zuhause. „Wir haben zwei große Blühwiesen mit Kräutern und Blumen angelegt“, teilt Weber mit. Jede Menge Rettich, Buchweizen, Lupine, Schwarzkümmel, Phacelia und so weiter. Im Frühjahr dagegen, wenn Weiden, Haselnuss, Holunder & Co. blühen, nutzen die Reha-Bienen auch gern den gut bestückten Hüttenpark zum Pollen-Sammeln.

Nadine Thinnes (links) assistiert Gruppenleiter Wolfgang Schmidt beim Honig-Abfüllen. Foto: reha/Mayer/reha

In den Genuss des Ergebnisses dieser Beutezüge kamen bisher nur intern Mitarbeiter und Angehörigen. Doch im Monat Juli wird die Spättracht geschleudert. Was er bisher in den Beuten sehen konnte, lässt auf einen „ziemlich großen Ertrag“ hoffen, freut sich Weber. Dieser Honig soll in jedem Fall in den Verkauf kommen. Ob online oder vor Ort, darüber wird noch zeitnah informiert.