Im Stadtpark Neunkirchen wurden Bäume gefällt

Bäume gefällt : Gefällt gefällt vielen nicht

An der Stelle, an der im Stadtpark Neunkirchen eine Kita gebaut werden soll, wurden jetzt zwei Bäume gefällt.

Seit die Stadt Neunkirchen plant, im Stadtpark eine Kindertagesstätte zu bauen, wächst der Unmut der Anwohner. Eine Bürgerinitiative hat sich gegründet, die Bürgerinitiative Stadtmitte hat sich eingeschaltet, aller Protest war vergebens. Mit knapper Mehrheit wurde das Vorhaben im Stadtrat auf den Weg gebracht, der Protest hält an. Zumal die Kita dort gebaut werden soll, wo sich der Rosengarten befindet. Dessen Pflege hat die Stadt in den letzten Jahren arg vernachlässigt, der Verlust schien gering. Seit sich aber regelmäßig dort Bürger treffen, und den Park in Eigeninitiative auf Vordermann gebracht haben, erblüht der Rosengarten wieder und hat sich zu einem Ort entwickelt, an dem man gerne verweilt.

Das muss man wissen, um zu verstehen, dass alles, was im und um den Park herum geschieht, mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet wird. So ist es auch kaum verwunderlich, dass sich Unmut regte, als Mitarbeiter des Betriebshofs im Stadtpark zwei große Bäume, Bergahorn, fällten, in unmittelbarer Nähe zu dem Terrain, auf dem die Kita gebaut werden soll.

Der Verdacht lag nahe, und wurde auch geäußert, dass es sich bei den Bäumen um gesunde Bäume handelte, die dem Kita-Bau quasi im Weg standen. Und dass weitere Bäume gefällt werden könnten.

Das sei keineswegs der Fall, erklärt die Pressestelle der Stadt Neunkirchen auf SZ-Anfrage. „Wenn ein Baum in dieser Jahreszeit kein Laub, aber viele trockene Äste trägt, so ist dies ein Anzeichen dafür, dass er krank ist. Bei zwei Bäumen im Stadtpark war dies in so großem Umfang der Fall, dass sie gefällt werden mussten“, heißt es. Mehrere weitere Bäume hätten zurückgeschnitten, beziehungsweise trockene Äste aus der Krone entfernt werden müssen. Möglicherweise seien die Wurzeln bei den umfangreichen Tiefbauarbeiten im Bereich Falkenstraße beschädigt worden.

„Fakt ist, von trockenen Ästen geht eine erhöhte Unfallgefahr aus. Die Stadt ist verpflichtet, insbesondere in Parks und an Wegen dafür zu sorgen, dass sie sicher sind – die sogenannte Verkehrssicherheitspflicht greift hier“, so die Stadtpressestelle, „allerdings prüfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ZBN (Zentraler Betriebshof Neunkirchen) immer vorher, ob Nester oder andere Tierbehausungen im Baum zu entdecken sind. Das war hier nicht der Fall.“

Zwei große Bergahorn-Bäume wurden im Stadtpark gefällt. Es gab laut der Stadtpressestelle Anzeichen dafür, dass die Bäume krank waren. Foto: Eva Schneider

Auf die Nachfrage, ob die Bäume definitiv krank gewesen seien – die Rede ist ja von Anzeichen dafür –, oder ob es sich um einen Befall gehandelt hätte, heißt es: „Die Bäume waren laut ZBN krank beziehungsweise trocken. Man geht von einem Schaden an den Wurzeln durch die massiven Tiefbauarbeiten in der Falkenstraße aus, sodass die Bäume nicht mehr richtig versorgt waren.“ Ein sichtbarer Befall von Tieren, Pilzen, Keimen oder Ähnlichem hätte nicht vorgelegen, aber natürlich sei keine „Baum-Forensik“ betrieben worden.

Mehr von Saarbrücker Zeitung