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Illegaler Müll wirft viele Fragen auf

Illegaler Müll wirft viele Fragen auf

Und wieder Müll! In den vergangenen Wochen haben SZ-Leser auf Stellen im Stadtgebiet aufmerksam gemacht, an denen sich der Unrat häufte. So jetzt auch Leser-Reporter Sven Andres. Eine SZ-Online-Umfrage hat gezeigt, wie sensibel Bürger auf wilden Müll in ihrer Umgebung und in der Natur reagieren.

Zu dem Thema hat auch Sven Andres ein trauriges Kapitel hinzuzufügen. Er macht auf das Industriegebiet Vogelsbach in Wiebelskirchen aufmerksam. In einer kleineren Straße, die vor etwa anderthalb Jahren gebaut worden sei, stünden regelmäßig Lkw und Kleintransporter. Der Leser spricht von mehreren Lastern, die dort regelmäßig parken und auch über Nacht verblieben. Das Problem sind allerdings nicht die stehenden Lkw, sondern das, was die Fahrer hinterlassen.

Neben dem "üblichen Müll" hat Sven Andres ein Foto an die SZ geschickt, das einen Haufen alter Schuhe im Gelände zeigt. Was die Leute so hinterließen, sei schon extrem, berichtet er. Seine größte Sorge allerdings gilt den Störchen, die auf der Suche nach Futter auch vor Unrat nicht haltmachen. Andres: "Sie fressen Müll und können daran verenden." Die Stadt, sagt er, müsse dort für Abfallbehälter sorgen, der Betriebshof müsse öfter vorbeikommen.

Das Neunkircher Rathaus hat bereits mehrfach auf die Hotline beim Zentralen Betriebshof der Stadt, Telefonnummer (0 68 21) 20 26 50, hingewiesen. Die Verschmutzungen im Gewerbegebiet Vogelsbach seien der Stadtverwaltung bekannt, führt die Pressestelle zum aktuellen Fall aus. Sie wurden schon mehrfach vom Ordnungsamt dokumentiert. Es handele sich um öffentlichen Straßenraum, insbesondere dient die Straße der Erschließung der Gewerbegrundstücke, so dass die Erreichbarkeit gewährleistet sein muss.

Das Gewerbegebiet Vogelsbach werde von einer Vielzahl von Lkw angefahren. Nach dem Be- und Entladen oder in der Wartezeit nutzten die Fahrer die Stichstraße als Warte- oder Übernachtungszone, auch zur Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten. Viele Lkw würden von Fahrern aus dem Ausland gefahren. Diese halten sich die ganze Zeit an ihren Fahrzeugen auf, kochen am Fahrzeug und entsorgen die Abfälle in Ermangelung von Papierkörben auf den anliegenden privaten Grundstücken. Ebenso verrichten sie auf den Grundstücken ihre Notdurft. In dem Bereich stehen weder Papierkörbe noch Toilettenanlagen zur Verfügung. "Der Zentrale Betriebshof muss immer wieder ausrücken, solche Bereiche sauberzumachen. Es kann aber nicht sein, dass wir quasi den Zimmerservice für die Trucker machen," äußert sich Neunkirchens Oberbürgermeister Jürgen Fried , der auch die Firmen in der Pflicht sieht, eine Infrastruktur für die anliefernden Lkw, also etwa Toiletten und Abfallbehälter, zu stellen. Allerdings werde auch die Stadtverwaltung an den neuralgischen, öffentlichen Stellen, Abfallbehältnisse installieren, in der Hoffnung, dass diese dann auch genutzt werden, verspricht der Neunkircher Verwaltungschef.

Die Problematik in dem Gewerbegebiet sei an vielen anderen Stellen zu beobachten. Fahrer, die ihre Pausen zur Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten einhalten müssen, verließen auch die Autobahnen, da dort keine ausreichende Zahl an Rastplätzen zur Verfügung steht und die Zahl der Lkw immer weiter zunimmt. Immer mehr Lastwagen stünden unzureichend gesichert entlang von Straßen, die daraus resultierende Verschmutzung nehme zu. Da das Abstellen der Lkw weder die Sicherheit, noch die Leichtigkeit des Verkehrs beeinträchtigt, sei jedoch die Anordnung eines Haltverbots auf Grundlage der Straßenverkehrsordnung nicht möglich.