Ihr Feind schleimt sich gern ein

Franz Sonntagbauer aus Dirmingen hat bei seinem Redaktionsbesuch eine Tibet-Orchidee mitgebracht.

Es hat Tradition. Immer mal wieder schaut Franz Sonntagbauer bei uns in der Lokalredaktion vorbei. Und bringt dann eine seiner blühenden Schönheiten mit. Seit vielen Jahrzehnten pflegt der heute 66 Jahre alte Dirminger sein Orchideen-Hobby.

Diesmal hat Sonntagbauer zwei Töpfe mit lila blühenden Orchideen dabei: Pleione Tongariro, wie unser Gast aufklärt. Man nennt sie auch Tibet-Orchidee. Ihre Heimat ist Asien, die Himalaya-Region. Sie wächst auf moderndem Holz oder auf Moosbett mit Steinen. In die Pflanzentöpfe hat Sonntagbauer eine besondere Mixtur gefüllt: "Ich hole mir aus dem Wald Nadelstreu, vermische es mit Reinsand und Gartentorf. Das ist ein richtig gutes Substrat. Und es ist kalkfrei, das ist wichtig."

Mitte Februar, Anfang März beginnt aufs Neue der Lebenszyklus der Pleione. Die Blüte kommt ziemlich rasch aus der Bulbe (in ihr entsteht der Blütentrieb). Dann erst folgen die Blätter. "Die Pflanze ist genügsam", sagt ihr Ziehvater, der sich übrigens nicht Züchter, sondern Kultivateur nennt: "Der Züchter macht Aussaaten, begleitet einen langwierigen, aufwendigen Prozess. Der Kultivateur macht Teilungen." Im Oktober welken die Blätter. Die Pflanze wird in einem Nylonsäckchen eingepackt und überwintert in einem frostgeschützen Raum bei vier bis fünf Grad. Tochterbulben entstehen, die Mutterbulbe kommt auf den Orchideen-Friedhof.

"Der größte Feind der Pflanzen sind Schnecken", sagt Sonntagbauer. Die schleimen sich gern ein.

Die Blütezeit der Pleione Tongariro liegt übrigens bei 14 Tagen. Deshalb hat Sonntagbauer seinen Redaktionsbesuch exakt gewählt. Mehr als 150 Arten hat der Familienvater zu Hause. Das reicht noch für viele SZ-Besuche.