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Hockey wird beim HTC Neunkirchen erfolgreich gespielt.

Kostenpflichtiger Inhalt: HTC Neunkirchen : Erfolg auf giftgrünem Rasen

Die Hockeymannschaften des HTC Neunkirchen haben in den kommenden Jahren noch einiges vor.

Wer den Dr. Otto Jung-Hockeypark in der Kirkeler Straße in Neunkirchen ansteuert, dem fällt zunächst einmal der imposante Kunstrasenplatz mit moderner Flutlichtanlage auf. Während identische Felder bei den Fußballern meist mittel- oder dunkelgrün sind, ist das Geläuf des Hockey- und Tennisclubs (HTC) Neunkirchen giftgrün und mit Sicherheit nicht zu übersehen. Am Dienstag ruhte noch beim Besuch der Saarbrücker Zeitung der Trainingsbetrieb. Allerdings sollte es dann am Mittwoch mit den gewohnten Einschränkungen und Sicherheitsvorgaben aufgrund der Corona-Pandemie wieder losgehen.

Vorsitzender des HTC Neunkirchen ist Peter Bäsel. Der 60-Jährige führt den Club seit 2011 an. „Es wird zunächst einmal für alle Mitglieder etwas ungewöhnlich sein. Man muss sich beispielsweise auf der Tribüne umziehen. Das Clubhaus bleibt geschlossen, und es sind nur die Toiletten zugänglich“, erklärt Bäsel. Man habe natürlich auch in Sachen Desinfektionsmittel und Mundschutz vorgesorgt. Eine weitere Neuheit bestehe darin, auf dem Weg ins Training keine Fahrgemeinschaften zu bilden. In der ersten Trainingswoche machen die Aktiven den Anfang, ehe auch die Nachwuchsspieler einsteigen.

Damit komme auch auf den neuen hauptamtlichen Trainer Rainer Schwenk viel Arbeit zu. Er kommt aus Kaiserslautern nach Neunkirchen angereist und koordiniert neben dem täglichen Trainingsbetrieb auch noch die Zusammenarbeit mit Schulen. „Wir haben derzeit leider zu wenige Jugendliche. Dennoch sind wir immer noch im weiblichen Bereich eigenständig. Bei den Jungs wird mit Saar 05 Saarbrücken und Trier zusammengearbeitet. Vor den Spielen wird freitags zusammen trainiert, ansonsten jeder für sich. Die Heimspielorte werden abgewechselt“, berichtet der Vorsitzende. Allerdings kann man derzeit weder in Saarbrücken noch in Trier nur ansatzweise auf eine so moderne Hockeyanlage wie in Neunkirchen bauen. Mit Geldern vom Landessportverband und der Stadt Neunkirchen sei der Platz 2017 erneuert worden.

„Die Farbe hier ist weltweit einzigartig. So ein Neongrün ist mal völlig anders. Alle zwei Jahre wird der Platz komplett gereinigt. Wir hoffen, dass er vielleicht an die 20 Jahre lang hält“, sagt Bäsel. Insgesamt gebe es derzeit ungefähr 200 Mitglieder. „Davon sind aber nur noch zehn von der Tennisabteilung. Von den drei Tennisplätzen wird nur noch einer hergerichtet. Unser jüngster Tennisspieler ist bereits 82 Jahre alt. Tennis ist hier nur noch ein Auslaufmodell und wird sich im Verein nicht mehr lange halten“, befürchtet der Vereinsvorsitzende.

Und zwischen dem Hockeystadion und den Tennisplätzen liegt sogar noch ein komplettes Naturrasen-Fußballfeld. Früher hätte darauf die SV Elversberg trainiert. Mittlerweile werde aber der Fußballplatz nicht mehr genutzt. Bäsel hätte bereits darüber nachgedacht, einen Bogenschützen- oder Hundesportverein auf dieses Gelände zu holen. Allerdings gibt es auch noch einen weiteren Plan: Es könnte hinter der Hockeyanlage eine Sporthalle entstehen. Das ist zumindest der große Traum der HTC-Vorstandschaft. „Dann hätten wir auch bei schlechtem Wetter optimale Trainingsmöglichkeiten. Da wir hier Landesleistungszentrum sind, gäbe es auch entsprechende Zuschüsse. Eine reine Trainingshalle wäre auch mit 1,2 Millionen Euro relativ preisgünstig. Präsentationshallen, wie beispielsweise die in Wiebelskirchen, gibt es ja bereits. Ein Sponsor müsste uns allerdings mindestens die Hälfte finanzieren“, betont der Clubchef. Sämtliche Schulsportarten kämen dann zu ihrem Recht. Der Hockeyplatz und das moderne Clubhaus seien von der Stadt für 100 Jahre gepachtet. Und für den Fußball-Naturrasen sowie die drei Tennisplätze entrichte der HTC jährlich an die Stadt eine Pachtgebühr. Es gibt auch noch neben dem Clubhaus einen kleineren Kunstrasenplatz, der zu vor allem zu Trainingszwecken genutzt wird.

Der Verein ist in Sachen Hockey auch aufgrund der Austragung vieler deutscher Meisterschaften national bekannt. Darüber hinaus seien diese Titelkämpfe auch finanziell sehr wichtig. Diesbezüglich greift man gerne im Winter auf die Ohlenbachhalle in Wiebelskirchen zurück. Auch im Freien fanden bereits deutsche Endrunden statt, wobei auch die moderne Anzeigetafel eine große Hilfe gewesen sei. „Es gibt immer wieder positive Rückmeldungen aus ganz Deutschland. Von daher werden wir auch stets angefragt, weitere Großveranstaltungen auszutragen“, freut sich Bäsel. Die Hallensaison sei genauso wichtig wie die Feldrunde. Aktuell gibt es für die Feldsaison, deren Fortsetzung aufgrund von Corona noch offen ist, bei den Männern und Frauen jeweils in der Oberliga eine Aktivenmannschaft. Beide Teams streben „schnellstmöglich“ den Aufstieg in die Regionalliga an - die derzeit dritthöchste Klasse Deutschlands.

Hinzu kommen beim HTC etliche Nachwuchsteams. ‚“Hockey ist die erfolgreichste Mannschafts-Ballsportart in Deutschland. Es geht bei uns um nicht so viel Geld wie beispielsweise im Handball oder Fußball. Deswegen ist es schwieriger, Sponsoren zu finden und im Fokus zu stehen. Der größte Förderer ist das Bundesinnenministerium. Da spielen natürlich die vielen Olympiasiege eine große Rolle“, erklärt der 60-Jährige.

Es sei schwierig, sein Dasein zu fristen, wenn von außen nichts komme: „Hier im Kleinen funktioniert noch alles. Aber weltweit wird Hockey seinen Stellenwert einbüßen, da uns viele andere Nationen auch in Sachen Trainingsmöglichkeiten überholen.“ In Neunkirchen fühle man sich „sehr gut aufgehoben“. Seit drei Jahren halte man mittlerweile den Titel „Mannschaft des Jahres“. Und schöner angesiedelt könne man gar nicht sein.

Der Verein verfügt auch über eine moderne Anzeigetafel. Foto: Stefan Holzhauser

In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der Campingplatz Volkssonnengarten, an den sich das moderne Freizeitbad Die Lakai sowie das Trainingsgelände von Borussia Neunkirchen anschließen. Und im Clubhaus der Hockeyspieler sind auch die Tischfußballer der TFG Neunkirchen angesiedelt. Der HTC Neunkirchen ist also für viel mehr bekannt als nur seinen weltweit einzigartigen Kunstrasen in Giftgrün.