Hitze hat die Menschen im Griff

Temperaturen um die 40-Grad-Marke. Das brachte den Schwimmbädern Rekordzahlen. Aber auch die Kliniken hatten hitzebedingt mehr zu tun.

. Wer am Samstag den Bestand an erfrischenden Lebensmitteln auffüllen wollte, der musste sich sputen: Schon am Nachmittag klafften in den Geschäften merkliche Lücken bei Joghurt, Sprudel und im Eisregal. Trotz der vielen Feste und liebevoll vorbereiteten Veranstaltungen hatten die Menschen im Kreis offenbar nur einen Wunsch: Erfrischung. Die Schwimmbäder schrieben Rekordzahlen. 3052 Menschen suchten am Sonntag Abkühlung im Bad in Landsweiler-Reden. "Das ist absoluter Besucherrekord", freut sich Pressesprecherin Martina Puhl-Krapf gestern. Bereits um 14.30 Uhr hatte die Bademeisterin 2052 Besucher gemeldet und den nahenden Rekord geahnt. Bisherige Höchstmarke: 2200 an Pfingsten vergangenes Jahr. Das schaffen auch die anderen heißen Tage der vergangenen Woche locker: 2558 am Donnerstag, 2042 am Freitag und 2562 am Samstag. Und auch Frank Romeike, Meister für Bäderbetriebe, meldet fürs Ottweiler Ludwig-Jahn-Bad neue Höchstleistungen. Mit 1836 Besuchern am Donnerstag war das "die höchste Besucherzahl fürs Bad an einem normalen Werktag". Im mittlerweile 30 Grad warmen Wasser tummelten sich dort am Sonntag und Freitag 1800 Menschen, am Samstag 1775. Ganz aus dem Häuschen ist man in Illingen.

Hier liegen die Besucherzahlen gewohntermaßen in ganz anderen Regionen und haben sich selbst noch mal getoppt. Auch hier war der Donnerstag der beste Tag mit 3141 Besuchern, die Jugend-Disco im Sonnenborn sah am Freitag 2500 Besucher. 18 000 Besucher in einer Woche, "das ist Rekord", freut sich Bürgermeister Armin König . Diese Woche will er gerne die 30 000er-Marke knacken.

Auch in Neunkirchen war man zufrieden: In die Lakai kamen vergangene Woche 10 037 Besucher, stärkste Tage Samstag (1959) und Sonntag (1996). In Wiebelskirchen tummelten sich insgesamt 11 142 Menschen (Samstag 2169/ Sonntag 2328), in Heinitz waren 1812 Badegäste. Hier war der Freitag mit 435 stärkster Tag.

Die Tausende von Schwimmbadgästen haben alles richtig gemacht. Denn Abkühlung ist ein wichtiger Punkt bei zu großer Wärme. Das ist einer der Tipps, den die Marienhaus GmbH auf Anfrage mitteilt. Wichtig außerdem: Kleinkinder maximal fünf Minuten im Auto alleine lassen, Kopfschutz, viel trinken, bei Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen mit Wasser kühlen, ab in den Schatten. Im Zweifelsfall den Rettungsdienst rufen. Tipps für die Erstversorgung und das Erkennen eines Hitzeschlages gibt auch nebenstehende Grafik. In die Marienhausklinik Ottweiler kamen laut Chefarzt Patrick Müller-Best von Freitagabend bis Montagfrüh 15 Patienten wegen Hitzebeschwerden. Zwölf mussten stationär aufgenommen werden. "Es gab vermehrt Herzinfarkte durch die große Hitze." Hier waren zusätzlich der Hintergrunddienst und das kardiologische Fachpersonal im Einsatz. In der Marienhausklinik Kohlhof, so der Ärztliche Leiter des Notarztstandortes St. Josef Kohlhof, Dr. Ernst Konrad, hat die personelle Besetzung ausgereicht. Vermehrt seien ausgetrocknete Kinder und Säuglinge behandelt worden. Es gab sechs stationäre Patienten , vier wegen Sonnenstich und sechs ambulante Patienten in der Pädiatrie. In die Erwachsenen-Intensiv-Station gab es keine Aufnahmen. Ein Säugling musste wegen der Hitze behandelt werden. Beim Städtischen Klinikum Neunkirchen wurden rund 200 Patienten von Donnerstag auf Sonntag aufgenommen. Die Hitze ließ auch die Zahl der Patienten mit Hitzschlag oder Sonnenstich hier ansteigen. "Wir sind vorbereitet auf höhere Patientenzahlen sowie auf Hitzeopfer", sagt Geschäftsführer Klaus-Dieter Hielscher.