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Hilfe für Kröte, Frosch und Molch

Hilfe für Kröte, Frosch und Molch

Münchwies. Ein grüner Kunststoffzaun, vor dem sich in regelmäßigen Abständen Erdlöcher mit Eimern befinden, rettet Amphibien das Leben, die zwischen Münchwies und der Eichelthalermühle die Landstraße 290 überqueren wollen. Genauer gesagt, retten Gerhard Breit und seine Kollegen vom Natur- und Vogelschutzverein Münchwies ihnen das Leben, indem sie die bei der Suche nach einem Weg durch die Absperrung in die Eimer gefallenen Tiere über die Straße tragen. Und da liegt das Problem: "Wir sind noch zehn Mann. Und jedes Jahr werden es weniger. Das Durchschnittsalter der Helfer ist 70, ich bin mit 56 einer der Jüngsten", so Breit.Allein um an den Zaun zu gelangen, ist einiges an Kletterfertigkeit erforderlich. Und hat man es geschafft, wird der Gang nicht einfacher. 700 Meter Zaunstrecke muss ein Amphibienretter bei seinem allmorgendlichen Weg ab- und natürlich auch wieder zurücklaufen und dabei über unebenen Waldboden und hochstehende Wurzeln kraxeln. "Die größte Gefahr ist die abschüssige Böschung hier, direkt zwischen Zaun und Straße", erklärt Breit. Und diese Böschung muss herunter, wer die Tiere auf die andere Seite der meist weit über Geschwindigkeitsbegrenzung befahrenen L 290 bringen will. "Man muss von jedem Eimer aus wieder ein Stück laufen und sich eine einigermaßen passierbare Strecke suchen."

Münchwies. Ein grüner Kunststoffzaun, vor dem sich in regelmäßigen Abständen Erdlöcher mit Eimern befinden, rettet Amphibien das Leben, die zwischen Münchwies und der Eichelthalermühle die Landstraße 290 überqueren wollen. Genauer gesagt, retten Gerhard Breit und seine Kollegen vom Natur- und Vogelschutzverein Münchwies ihnen das Leben, indem sie die bei der Suche nach einem Weg durch die Absperrung in die Eimer gefallenen Tiere über die Straße tragen. Und da liegt das Problem: "Wir sind noch zehn Mann. Und jedes Jahr werden es weniger. Das Durchschnittsalter der Helfer ist 70, ich bin mit 56 einer der Jüngsten", so Breit.Allein um an den Zaun zu gelangen, ist einiges an Kletterfertigkeit erforderlich. Und hat man es geschafft, wird der Gang nicht einfacher. 700 Meter Zaunstrecke muss ein Amphibienretter bei seinem allmorgendlichen Weg ab- und natürlich auch wieder zurücklaufen und dabei über unebenen Waldboden und hochstehende Wurzeln kraxeln. "Die größte Gefahr ist die abschüssige Böschung hier, direkt zwischen Zaun und Straße", erklärt Breit. Und diese Böschung muss herunter, wer die Tiere auf die andere Seite der meist weit über Geschwindigkeitsbegrenzung befahrenen L 290 bringen will. "Man muss von jedem Eimer aus wieder ein Stück laufen und sich eine einigermaßen passierbare Strecke suchen."

Weil die Münchwieser Natur- und Vogelschützer auf Grund ihres Altersdurchschnitts die Rettung der Amphibien mittelfristig nicht mehr gewährleisten können und auch kein Nachfolgerteam in Sicht ist, müsse dringend etwas unternommen werden, so Breit. Und er hat auch schon eine Idee: "Die Straße hier soll in absehbarer Zeit ohnehin erneuert werden. Man sollte die Gelegenheit nutzen und drei Durchlässe darunterziehen." Die Tiere würden so nach wie vor durch den Zaun aufgehalten werden, beim Entlangkriechen daran aber nicht mehr in Eimer fallen, sondern zu den Tunneln geleitet werden. Das System funktioniere bereits an anderen Orten. "Man bräuchte dann nur noch optisch zu kontrollieren, ob der Zaun noch steht." Es existiere, so Breit, auch ein festinstalliertes System mit Gräben seitlich der Straße, doch das sei teuer und das müsse es noch nicht einmal sein.

Die meisten der Tiere, die Naturschützer zu Gesicht bekommen, sind Erdkröten, aber auch Grasfrösche und Molche sind darunter. 2002, im ersten Jahr der Betreuung des von Institutionen wie Saarforst oder der Straßenmeisterei im Wechsel aufgestellten Zauns, waren es insgesamt 1200 Amphibien, 2014 waren es schon 2300. "Wir wollen es nicht hinnehmen, dass die Tiere einfach plattgefahren werden. Und das Ansteigen der Population zeigt den Erfolg der Maßnahmen." Rekord in diesem Jahr: 520 Tiere an einem Morgen. Über 25 Mal musste Breit da mit dem Eimer in der Hand die Böschung hinabklettern und die schnell befahrene Straße überqueren. Die geretteten Amphibien setzen ihren Weg in Richtung Lautenbach-Tal fort, wo sie in nicht mehr vom Menschen genutzten Fischweihern laichen. Für dieses Jahr ist die Wanderungszeit vorüber. Doch dass auch in Zukunft den Tieren, deren Leben durch den Menschen stark gefährdet ist, der Respekt eines Ausgleichsversuchs zukommt, das hoffen die Münchwieser Naturschützer. Und Breit betont: "Unsere Amphibien stehen unter besonderem Schutz des Naturschutzgesetzes." "Wir sind noch zehn Mann.

Und jedes Jahr werden es weniger."

Gerhard Breit

Hintergrund

Mitte Februar bis Ende April ist die Hauptwanderzeit der Amphibien. Bei Bodentemperaturen von über fünf Grad und feuchter Witterung machen sich Erdkröte, Grasfrosch und Molch nach Einbruch der Dämmerung auf den Weg zu ihren Geburtsgewässern, um sich zu paaren und abzulaichen. Häufig werden in mehrtägigen Etappen weite Strecken zurückgelegt. Die Überquerung von Straßen kostet dabei jedes Jahr unzählige Tiere das Leben. ani