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Diakonisches Werk an der Saar
Hier bauen sich „Hilfeketten“ auf

Geschäftsführer, Mitarbeitende, Ehrenamtliche, Teilnehmer aus Sprachkursen und Besucher der Wärmestubb haben sich fürs Foto vor dem Haus der Diakonie Neunkirchen in der Bahnhofstraße versammelt. Am 15. Juni ist „Tag der offenen Tür".
Geschäftsführer, Mitarbeitende, Ehrenamtliche, Teilnehmer aus Sprachkursen und Besucher der Wärmestubb haben sich fürs Foto vor dem Haus der Diakonie Neunkirchen in der Bahnhofstraße versammelt. Am 15. Juni ist „Tag der offenen Tür". FOTO: Stein/Diakonie Saar
Neunkirchen. Das Haus der Diakonie in der Neunkircher Bahnhofstraße lädt am Freitag ein zum „Tag der offenen Tür“. Von Claudia Emmerich

„Ein Haus muss belebt sein“, sagt Anne Fennel, Geschäftsführerin Diakonisches Werk an der Saar. Und deshalb haben sie sich auch ein bisschen Zeit gelassen, ihr neues Haus der Diakonie in der Neunkircher Bahnhofstraße offiziell vorzustellen. Mit einem „Tag der offenen Tür“ am Freitag, 15. Juni, 11 bis 16 Uhr. 14 Institutionen mit Hilfe- und Beratungsangeboten für Menschen in schwierigen Lebenssituationen sind in den zurückliegenden Monaten ins Haus Nummer 26 eingezogen (siehe „Info“). Diese Einrichtungen stellen sich am „Tag der offenen Tür“ vor. Es gibt Mitmachaktionen, Live-Musik sowie auch Essen und Trinken gegen eine freiwillige Spende: „Jeder wie er kann.“


„Für uns ist es strategisch wichtig, mehrere Dienste in einem Haus zu haben“, sagt Anne Fennel im Gespräch mit unserer Zeitung weiter. „Kurze Wege, dass keine Menschen verloren gehen.“ Walter Schnell, Diplom-Sozialarbeiter und Bereichskoordinator, spricht von „Hilfeketten“: Für  Menschen ohne Obdach etwa kann die ökumenische Wärmestubb nach „aufsuchender Hilfe“ zur Anlaufstation werden. Ein offener Treff. Im gleichen Haus lassen sich dann passende ambulante Hilfen finden: „Da kommt es zu keinen Reibungsverlusten.“

Die Diakonie hat die Immobilie in der Bahnhofstraße erworben, weil sich eine Sanierung des alten Domizils in der Hospitalstraße nicht rechnete. Im Mai 2016 wurde der Bauantrag genehmigt, erinnert sich Diakonie-Geschäftsführer Oliver Kremp-Mohr. Besonders herausfordernd waren auch bei diesem Projekt wieder mal die Brandschutzauflagen. „Wir hätten uns zum Beispiel von unserer Arbeit her mehr Offenheit im Raum vorstellen können“, sagt Kremp-Mohr. „Aber Sie sehen im Haus eben doch immer verschlossene Türen. Brandschutz.“ Das Haus wurde energetisch saniert –  Dach, Fassade. Und das Gebäude wurde komplett entkernt. Die Bausumme beziffert Kremp-Mohr auf rund zwei Millionen Euro. Die Ersten, die einzogen, war das Team der Kirchlichen Sozialstation Neunkirchen/Spiesen-Elversberg. Mit dem Bauen geht es für die Diakonie noch weiter: Ihre Sanierungsarbeiten am Nachbarhaus Nummer 28 werden zeitnah beginnen. Auch hier wird Platz sein für soziale Angebote.



Den „Tag der offenen Tür“ haben Geschäftsführung und ein Arbeitskreis aus Mitarbeiter-Vertretern vorbereitet. Im Erdgeschoss gibt es Essen und Trinken sowie Live-Musik in der Wärmestubb und im Innenhof. Hier wollen sie gerne einen mobilen Garten gestalten: „Wir freuen uns über eine Pflanze als Gastgeschenk, zum Beispiel Küchenkräuter“, sagt Anne Fennel. Erde und Töpfe werden gestellt. Im ersten Obergeschoss – der Beratungsetage – liegen Broschüren aus. Mitarbeiter stehen für Gesprächen bereit. Eins höher residieren die Migrationsdienste und Integrationskurse. „Hier läuft ein offener Unterricht. Man kann mit den Teilnehmen ins Gepräch kommen“, so Schnell. Besucher können selbst mal den Fragebogen „Leben in Deutschland“ ausfüllen. Schließlich lassen sich Blicke auf Kunstwerke von Teilnehmern des Integrationskurses werfen. Und Besucher können selbst Bilder zum Thema Heimat gestalten.

Im dritten Obergeschoss zeigt die Kirchliche Sozialstation eine Fotoausstellung zu ihrer Geschiche. Pflegeschüler messen Blutdruck und Blutzucker. Es gibt Informationen zu Pflegeleistungen. Und ganz oben im Haus stellt sich die Abteilung „Berufliche Integration“ vor. Auch für Kinder haben sie Angebote vorbereitet: Was da kreativ entsteht, könne später hier vielleicht die Wände schmücken, haben sich Janine Molter (Kompass bei Schulverweigerung) und Carmen Schröder (Beratungsstelle „Frau und Beruf“) überlegt. Auch die Energieberatung vom Stromspar-Check präsentiert sich: Beispielsweise auf einen Ergometer strampeln, bis eine Glühbirne leuchtet. Da wartet auch noch eine Sonder-Aufgabe: Diakonie-Mitarbeiter schlüpfen ins Maskottchen-Kostüm des Energiespar-Checks. Schön kuschelig der „Stecki“: „30 Grad müssen es da ja nicht unbedingt sein.“

Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, können für den „Tag der offenen Tür“ im Haus der Dakonie den mobisaar-Lotsenservice nutzen, zu erreichen unter Telefon (0 68 21) 3 62 99 05.