Herr der Ringe zum Abschluss

Furpach. "Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden." Huch, was hat derart Düsteres auf einem seriösen Abschlusskonzert zu suchen? Viel, will man junge Musiker bei Laune und der Stange halten. Ließ sich doch Johan de Meij von der nach wie vor populären Fantasy-Saga "Herr der Ringe" zu seiner Symphonie No. 1 inspirieren

Furpach. "Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden." Huch, was hat derart Düsteres auf einem seriösen Abschlusskonzert zu suchen? Viel, will man junge Musiker bei Laune und der Stange halten. Ließ sich doch Johan de Meij von der nach wie vor populären Fantasy-Saga "Herr der Ringe" zu seiner Symphonie No. 1 inspirieren. Diese wiederum bildete den feierlichen und höchst anspruchsvollen Abschluss des Konzertes im rappelvollen Speisesaal des Robinsondorfes. Fünf Tage fleißigen Büffelns und gemeinsamen Musizierens lagen zu diesem Zeitpunkt hinter den 47 Nachwuchsmusikern. Die Jüngsten zehn, die Ältesten 17 Jahre alt - und Zweidrittel weiblich. "Es war wirklich schön", schwärmte Lena vom Musikverein Limbach beim Abschied, "und hat echt Spaß gemacht". Das Beste sei das Treffen von gleichaltrigen Gleichgesinnten, fanden Arnika und Josephine (Welschbach und Hüttigweiler). Nicht unerheblich sei auch der Zugewinn an Wissen und Fertigkeit im Umgang mit dem Instrument, ergänzte Kevin (Bubach-Calmesweiler): "Jetzt ist mehr Ansatz da, mir fällt vieles leichter." Das Quartett kann sich gut vorstellen, diesem noch weitere Seminare des Musikkreises Neunkirchen folgen zu lassen. Das wird Kreis-Jugendleiter Hugo Vogelgesang freuen. Überraschen kann es ihn nicht. Seit mehr als 40 Jahren gibt es den für die D1-Prüfung fit machenden, traditionell in den Herbstferien angebotenen Lehrgang. Ein Dauerrenner. "Die Jugendlichen sind mit Liebe dabei und sehr diszipliniert." Dabei ist das Programm kein Kindergeburtstag: Geballte Theorie, Einzel- und Gruppenunterricht von 9 bis 18 Uhr, dazwischen Orchesterproben. "Das ist anstrengend, in dem Alter mehrere Stunden am Stück zu spielen", weiß Vogelgesang. Motiviert hat die Mädchen und Jungen nicht zuletzt die Auswahl der Stücke für das Abschlusskonzert: "Sie waren begeistert, als sie hörten, was sie spielen dürfen", darunter ein "Fluch der Karibik"-Medley. Für Spaß sorgte auch gemeinsames Schwenken und die legendäre "Robinson sucht den Superstar"-Show. Symptomatisch für das Gruppengefühl dürfte das unvermittelt in die vom klatschfreudigen Publikum eingeforderte Zugabe eingestreute James Brown-Zitat sein: "I feel good, so good". Apropos: "In den 60er Jahren wollten alle Trompete spielen", erinnert sich Vogelgesang. "Heute ist das Mangelware." Renner bei den Kids seien dagegen Flöte und Klarinette.