"Heimat shoppen" in Eppelborn: Grundschüler haben Taschen bemalt

Aktionstage „Heimat shoppen“ : Die 2.2 wirbt kreativ für den Kauf im Ort

Zweitklässler der Grundschule Eppelborn haben Taschen für Schaufenster bemalt und sich selbst in Schale geworfen.

In einem Punkt sind sich die Eppelborner Zweitklässler so ziemlich einig: Jeder und jede der 20 Mädchen und Jungen geht davon aus, mit seiner bemalten Tüte fürs „Heimat shoppen“ den ersten Preis zu gewinnen. Denn die 20 Tüten, die jetzt in den Geschäften im Ort auf die Aktion aufmerksam machen, sind alle mit viel Liebe und guten Ideen gestaltet. Michel, sieben Jahre jung, hat einen großen Schuh auf seine Tasche gemalt. Zeed, 9, hat sich selbst auch mit aufs Papier gebracht. Kira, 8, berichtet von einem Korb, Lana und Eileen (beide sieben Jahre) erzählen von Blumen, die ihren Entwurf unverwechselbar machen. Leni erzählt: „Meine Tüte ist in der Eisdiele. Ich hab’ sie schon zwei Mal gesehen.“ Die Begeisterung ist groß an diesem Freitagmorgen. Und auch die Aufregung, als die Klasse 2.2 ihr Projekt vorstellt, und Wirtschaftsförderer, Rathausmitarbeiter, Gewerbevereinsvertreter, Leute von der Bank und Ortsvorsteher zugegen sind.

„Heimat shoppen“, das steht für das Stärken der Geschäfte vor Ort, die sich mit dem boomenden Internet-Handel in harter Konkurrenz befinden. Die Imagekampagne für lebendige Stadt- und Ortskerne will insbesondere die kleinen Läden, die Dienstleister und Gastronomie-Betriebe in den Fokus rücken. Bis auf Merchweiler machen alle Gemeinden im Kreis Neunkirchen an diesem Wochenende mit. Merchweiler, sagt Klaus Häusler von der Wirtschaftsförderung des Kreises, werde kommendes Jahr womöglich auch an Bord sein. Kommunen, Gewerbevereine und Wirtschaftsförderung unterstützen die Kampagne, die mittlerweile ihre dritte Auflage erlebt.

Sparkasse Neunkirchen und Levo-Bank sind in Eppelborn mit Preisen für die jungen Leute an Bord. Unter den Taschen werden die drei schönsten prämiert. Neben den kleinen Kunstwerken in den Schaufenstern der teilnehmenden Geschäfte gibt es noch das Gewinnspiel „Schaufenster-Detektive“. In 13 Geschäften ist jeweils ein Buchstabe versteckt. Die Buchstaben ergeben zusammen ein Lösungswort, das Kunden auf Gewinnspielkarten in den Läden, die mitmachen, ausfüllen können. Das Los wird über den Gewinn entscheiden.

Auf dem Schulhof gibt es aber erst mal rote Glücksschweine für die Zweitklässler. Sie haben sich aus weiteren weißen Einkaufstüten Ritterrüstungen gebastelt. Über dem „Ich bin Heimat-Shopper“ steht ihr Name, gelbe Luftballons mit dem Logo der Aktion kleben auf dem Papier. Klassenlehrerin Stefanie Paul und ihre Schützlinge haben sich eine Woche lang mit dem Material beschäftigt. Und das ging übers Basteln hinaus. Paul: „Das war ein riesen Lernzuwachs. Wir sind rein in die Geschäfte und die Kinder haben zum Beispiel im Schuhladen gesehen, dass es dort ja auch andere Dinge wie Gürtel und Sonnenbrillen gibt.“ Mit vollen Tüten sei die Klasse in den Unterricht zurückgekehrt. Schulleiterin Bettina Henkes-Maubach fügt hinzu: „Was die Kinder gemeinsam in der Klasse erleben, geht auch in die Familien hinein.“ Über den eigenen Nachwuchs würden die Menschen im Ort wieder auf die Geschäfte aufmerksam.

„Das war ein riesen Lernzuwachs.“ Lehrerin Stefanie Paul. Foto: Michael Beer

Natali Darlagianni vom Kulturamt der Gemeinde begleitet die Kampagne. Die Geschäfte, sagt sie, ziehen immer mehr mit. Im vergangenen Jahr habe der Kindergarten mit einem Luftballon-Wettbewerb dem „Heimat shoppen“ einen besonderen Impuls gegeben. Diesmal steuert die Grundschule einen eigenen Beitrag bei. Wobei eines klar sein dürfte: Preisverdächtig sind alle „Heimat shoppen“-Tüten der Klasse 2.2.

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