Heidi Walbrodt wird als Vorsitzende der evangelischen Frauenhilfe verabschiedet

Nach 30 Jahren : Am Samstag beginnt feierlich der Ruhestand

Heidi Walbrodt wird als Vorsitzende der evangelischen Frauenhilfe verabschiedet.

Für Heidi Walbrodt schließt sich am Samstag ein Kreis. Am 18. Mai 1989 wurde die Pfarrersfrau aus Furpach zur Vorsitzenden der Evangelischen Frauenhilfe im Kreisverband Ottweiler gewählt, am 18. Mai 2019 wird sie um 14 Uhr mit einem feierlichen Gottesdienst in der evangelischen Kirche in Wiebelskirchen offiziell aus dieser Funktion verabschiedet, nachdem sie die Amtsgeschäfte schon Mitte März an ihre Nachfolgerin Petra Schmidt übergeben hat.

Dazwischen liegen 30 Jahre, in denen ihr das Wohlergehen von Frauen in allen Lebenslagen, aber auch deren Stellung und Akzeptanz in der Gesellschaft, wichtige Anliegen waren. In denen sich aber auch die Strukturen geändert haben.

Waren 1989 im Kreisverband noch 3500 Frauen organisiert, sind es heute nur noch etwa 800, die den 27 Ortsgruppen im Kreisverband Neunkirchen angehören. Nach ihrer Wahl hatte sich die neue Kreisvorsitzenden Ziele gesetzt. Ganz wichtig war ihr die Unterstützung von Frauen, die in schwierigen körperlichen oder seelischen Situationen auf Hilfe angewiesen waren. Dabei erwähnt sie die Dünenklinik, die die Evangelische Frauenhilfe Rheinland auf der Nordseeinsel Spiekeroog unterhält. „Dort finden Frauen einen Rückzugsort, um sich zu erholen und wieder zu sich selbst zu finden“, erklärt die scheidende Vorsitzende im Gespräch mit der SZ, „und ganz wichtig in dieser Einrichtung ist die seelsorgerische Betreuung.“

Heidi Walbrodt war sich von Beginn an darüber im Klaren, dass die Arbeit des Kreisverbandes nicht an den geografischen Orts- oder Kreisgrenzen endet. „Die Möglichkeit zur Einflussnahme auf politische und gesellschaftliche Entwicklungen“ war für sie ebenfalls eine besondere Motivation, „aber alle frauenpolitischen Aktivitäten entwickelten sich stets vor einem kirchlichen Hintergrund“, sagt sie ergänzend. Ihre Bilanz der vergangenen 30 Jahre fällt positiv aus, „denn es waren schöne und erfüllte Jahre und die Arbeit hat mir viel Freude gemacht“.

Ob sie fortan wieder etwas mehr Zeit hat für die Malerei und die Gartenarbeit als ihre liebsten Hobbies, weiß sie noch nicht. „Aber ich hoffe es sehr“, sagt die stets freundliche und aufgeschlossene Gesprächspartnerin, die an Pfingsten ihren 75. Geburtstag feiert.

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