Hattrick für Noller

Rainer Noller bleibt in der Saarländischen Rallye-Meisterschaft das Maß der Dinge. Bei der 20. Rallye Saar-Ost holte sich der Schwabe den dritten Sieg im dritten Lauf. Für den bisherigen Zweiten Jörg Broschart war die Rallye dagegen schon vor dem Start zu Ende.

Es herrscht immer noch sengende Hitze, als die Fahrer bei der 20. Auflage der ADAC-Rallye Saar-Ost am Samstagabend das Fahrerlager auf dem Festplatz in Wiebelskirchen erreichen. "Es war extrem heiß", räumt auch Rainer Noller ein. Dem Piloten aus Abstatt in Baden-Württemberg tropft der Schweiß nur so von der Stirn. Doch das breite Lächeln im Gesicht des Schwaben verrät: Die Strapazen haben sich gelohnt. In einer Zeit von 20:54,5 Minuten bewältigte Noller die 34,8 Wertungskilometer bei der Jubiläums-Ausgabe der Rallye am schnellsten - es war nicht nur sein dritter Sieg im dritten Lauf zur saarländischen Rallyemeisterschaft, sondern auch der dritte in Folge bei der Rallye rund um Neunkirchen und Ottweiler.

"Hier zum dritten Mal in Folge die Saar-Ost zu gewinnen, ist eine Supernummer", freute sich der 44-Jährige. Am Ende lag er im Mitsubishi Lancer Evo 9 an der Seite von Co-Pilotin Tanja Schlicht bei vier der sechs Wertungsprüfungen (WP) vorne. Im Ziel betrug der Vorsprung auf Verfolger Georg Pruchniewicz (Abtsteinbach) satte 11,7 Sekunden.

Hinter dem drittplatzierten Luxemburger Patrick Gengler erreichten Hanno und Ingo Brocker aus Wolfersweiler als beste Saarländer Platz vier. Auf der letzten WP "Rombach" fuhr das Duo mit der drittbesten Zeit noch an Lokalmatador Uwe Gropp vorbei. Der Wiebelskircher musste sich im Citroen DS3 mit 0,5 Sekunden Rückstand hinter dem Nordsaarländer einreihen. "Oben auf der Rombach lagen ein paar Steine, die ich noch nicht kannte", war Gropp dennoch zum Scherzen aufgelegt - und insgesamt zufrieden. "Die ersten zwei Prüfungen waren wir verhalten unterwegs, da war ich noch nicht richtig wach. Später ist es dann gut gelaufen. Mit Platz fünf unter 100 Autos kann ich leben." Zumal er im Vorjahr wegen eines Stempelmissgeschicks nachträglich aus der Wertung genommen worden war.

Einen solchen Fauxpas leisteten sich diesmal die Mitfavoriten Jörg Broschart aus Schiffweiler und Co-Pilot Dennis Zenz (Klausen). Bereits lange vor dem Eintreffen der Autos im Ziel schlenderte der 26-Jährige sichtlich geknickt durchs Fahrerlager. "Er hat seine Bordkarte vergessen. Da haben wir leider keinen Spielraum", begründete Rallyeleiter Torsten Greiner den vorzeitigen Ausschluss des saarländischen Hoffnungsträgers. Broschart verwies auf einen Offiziellen, der seinem Beifahrer und ihm beim Losfahren zum Showstart in Neunkirchen gesagt habe, dass die Bordkarte dort noch zu bekommen sei. Das war aber nicht der Fall. "Nachher haben wir gemerkt: Es gibt keine Bordkarte mehr. Wir müssen uns jetzt damit abfinden. Das ist aber natürlich ärgerlich. Es waren viele Freunde und Bekannte da, und wir wollten heute vielleicht mal mit Noller mithalten", sagte Broschart. Vor allem auch darüber, dass der besagte Offizielle den Ablauf hinterher anders darstellte.

Zum Thema:

Auf einen Blick Ergebnisse der 20. Rallye Saar-Ost (sechs Wertungsprüfungen über insgesamt 34,8 Wertungskilometer): 1. Rainer Noller/Tanja Schlicht (Abstatt/Öhringen), Mitsubishi Lancer Evo, 20:54,5 Minuten; 2. Georg Pruchniewicz/Patrick Helfrich (Abtsteinbach/Wahlen), Mitsubishi Lancer Evo 8, +11,7 Sekunden; 3. Patrick Gengler/Ken Krüger-Gengler (Mamer/Ayl/Luxemburg), Citroen DS3, +40,8; 4. Hanno und Ingo Brocker (beide Wolfersweiler), Ford Sierra Cosworth, +48,2; 5. Uwe Gropp/Sven Schöde (beide Wiebelskirchen ), Citroen DS3, +48,7; 6. Sascha Winter/Christian Schwindt (Wahlschied/Honzrath), Mitsubishi Lancer Evo, +1:00 Minuten; . . . 8. Steven Gisch/Volker Sticher (Marpingen/Sailauf), Mitsubishi Lancer Evo 7, +1:10,8. bene