Jugendfeuerwehr: Halb Münchwies stand in Flammen

Jugendfeuerwehr : Halb Münchwies stand in Flammen

Bei der Jahreshauptübung der Neunkircher Jugendfeuerwehren musste der Nachwuchs mehrere Szenarien meistern.

Wer nicht Bescheid wusste, der musste Schlimmes befürchten, als am Samstagmittag in Münchwies die Sirenen heulten und mehrere Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn die Schulstraße hinunterfuhren. Aber es machte schnell die Runde, dass es sich nicht um einen Ernstfall, sondern um die Jahreshauptübung der Neunkircher Jugendwehren handelt.

Die waren, so die angenommene Lage, zu einer ganzen Unglücksserie im Bereich des Dorfplatzes und der Sport- und Kulturhalle gerufen worden. Größte Gefahr bestand bei einem Brand, der bei Arbeiten am Dach der Sporthalle ausgebrochen war und sich in den Heizungsraum ausbreitete, wo auch Arbeiter vermisst wurden. Aufgrund der Trockenheit und durch Funkenflug griff das Feuer auf den benachbarten Kindergarten über und drohte, weitere umliegende Gebäude in Brand zu setzen. Mehrere der Arbeiter konnten sich aus der Halle ins Freie retten, mussten danach aber im Bereich des DJK-Sportplatzes ausfindig gemacht werden. Das gestaltete sich schwierig, weil an der Zufahrt zum Sportplatz Container in Flammen standen und unmittelbar am Sportplatz noch ein Palettenlager Feuer gefangen hatte. Doch damit war es längst nicht genug. Nach einem Verkehrsunfall, der sich fast zeitgleich im Einmündungsbereich Schulstraße/Dorfplatz ereignete, mussten in diesem neuen Szenario Personen aus dem Fahrzeug gerettet und auslaufende Betriebsstoffe aufgefangen werden. Auf dem Dorfplatz selbst, der derzeit umgestaltet wird, war außerdem eine Person von einem weg rollenden Fahrzeug erfasst und eingeklemmt worden. Zu allem Überfluss begann auf der Baustelle auch noch ein Bagger zu brennen und musste ebenfalls gelöscht werden. Für Arbeit war also zu Genüge gesorgt.

Am „Unglücksort“ waren alle sechs Jugendwehren der Stadt aus den Löschbezirken Innenstadt, Wellesweiler, Wiebelskirchen, Hangard, Münchwies und Furpach/Ludwigsthal Im Einsatz, die eine gemeinsame Jugendwehr haben. Einsatzleiter Marcel Lang vom Löschbezirk Münchwies hatte die Aufgabenverteilung klar geregelt, so dass alle Rettungsarbeiten reibungslos erledigt wurden. Nach gut einer Stunde waren alle Brände gelöscht, sämtliche Personen gerettet und auf den Neunkircher Feuerwehrnachwuchs wartete im Münchwieser Feuerwehrgerätehaus die verdiente Stärkung. Dort dankte Bürgermeister Jörg Aumann allen Verantwortlichen in den Löschbezirken für die gute Jugendarbeit. „Es wird eine gute Arbeit gemacht und es gibt viele gute Ideen“, lobte der Feuerwehrdezernent, „und das führt dazu, dass die Neunkircher Feuerwehr auch in Zukunft gut aufgestellt ist.“ Ähnlich äußerten sich Wehrführer Stefan Enderlein und Stadtjugendwart Peter Appel.

Insgesamt waren etwa 100 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 16 Jahren bei der Übung dabei, darunter 20 bis 25 Mädchen. Dass eine derartige Übung nicht nur Spielerei ist, erklärte der Pressesprecher der Feuerwehr. „Es ist ganz wichtig, dass die Kinder und Jugendliche möglichst realitätsnah über können“, verdeutlichte Christopher Benkert den Sinn einer solchen Maßnahme. Interessierte Beobachter der Jahreshauptübung waren unter anderem Kreisbrandinspekteur Werner Thom, Ehrenwehrführer Horst Müller und Ortsvorsteher Rolf Altpeter.

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