Gymnasien bleiben stabil

Kreis Neunkirchen. 872 Viertklässler wurden im Kreis Neunkirchen für das kommende Schuljahr 2012/2013 an den 14 weiterführenden Schulen des Kreises angemeldet. In den Vorjahren waren es noch 954 Neulinge (2011) beziehungsweise 1072 (2010)

Kreis Neunkirchen. 872 Viertklässler wurden im Kreis Neunkirchen für das kommende Schuljahr 2012/2013 an den 14 weiterführenden Schulen des Kreises angemeldet. In den Vorjahren waren es noch 954 Neulinge (2011) beziehungsweise 1072 (2010). Weswegen die Anmeldezahlen an den einzelne Schulen (außer der Erweiterten Realschule Maximilian Kolbe in Wiebelskirchen, alle in Trägerschaft des Landkreises Neunkirchen) schwer zu interpretieren sind. Dazu kommt die Tatsache, dass alle ERS und Gesamtschulen ab dem kommenden Schuljahr im Saarland als Gemeinschaftsschulen geführt werden, was die Eltern bei der Schulwahl auch beeinflusst haben dürfte.Bei einem Blick in die Statistik fällt das Illtal-Gymnasium in Illingen (IGI) als meistgewählte Schule mit 105 Anmeldungen ins Auge. Illingen löst damit das Neunkircher Krebsberg-Gymnasium (100 Anmeldungen) ab.

Für den IGI-Direktor Klaus Lessel ist die gute Akzeptanz seiner Schule ein Grund "sehr zufrieden" zu sein. "Wir haben keine Werbung gemacht, sondern über das besondere Profil unserer Schule sachlich informiert", so Lessel im SZ-Gespräch. Ebenfalls zufrieden ist sein Kollege Rainer Stein-Bastuck vom Neunkircher Krebsberg-Gymnasium. Dass es angesichts der dramatischen demografischen Entwicklung im Kreis Neunkirchen (bis 2030 wird eine Verringerung der Einwohnerzahl von 140 000 auf 120 000 erwartet) auch an den Schulen Veränderungen geben würde, sei schließlich keine Überraschung.

Am Neunkircher Steinwald-Gymnasium freut sich Schul-Leiterin Karin Weiskircher-Hemmer auf drei stabile 5er-Klassen mit den 78 Neulingen, womit die Dreizügigkeit weiter gesichert sei. Rebecca Spurk vom Gymnasium Ottweiler findet, dass hier die Entwicklung mit 64 Neu-Anmeldungen "ins Bild passt". "In Ottweiler gibt es im laufenden Schuljahr zwei Vierer-Klassen an den Grundschulen weniger als im Vorjahr", erklärt sie, warum es an ihrer Schule mit dem Sport-Schwerpunkt keinen Grund zur Klage gebe.

Ganztagsschule unbeliebt?

Auffallend bei den beiden bisherigen Gesamtschulen ist der "Einbruch" bei der Neunkircher Schule in der Haspelstraße. Nur 67 Kinder (2011 noch 115) kommen hier neu dazu. Möglicherweise schreckte die Eltern ab, dass diese Schule in Zukunft als verbindliche Ganztags-Gemeinschaftsschule geführt wird. Zu dieser Annahme würde passen, dass die bisherige Erweiterte Realschule Neunkirchen Stadtmitte (mit Dependance in Wiebelskirchen) kräftig zugelegt hat und damit "Spitzenreiter" bei den bisherigen ERS ist: Hatte sie im vergangenen Jahr nur 41 Anmeldungen steht sie jetzt im Vergleich der künftigen Gemeinschaftsschulen mit 60 Anmeldungen gut da. Stadtmitte-Schulleiter Dieter Schön will sich an solchen Spekulationen allerdings nicht beteiligen. Über den "Trialog der Kulturen" habe seine Schule ihre Integrationsfähigkeit für andere Kulturen und Religionen bewiesen, werde derzeit mit einer neuen Küche und neuen Funktionsräumen ausgestattet.

Stabil gehalten hat sich der bisherige Gesamtschul-Standort Schiffweiler. Dort gibt es am Ort keine Alternative und die Schule ist renoviert worden. Mit nur 32 Anmeldungen ist die ERS Ottweiler weiter im Schrumpfen begriffen.

Ein Sonderfall ist die Maximilian-Kolbe-Schule in Wiebelskirchen. Wie Schulleiter Walter Meiser auf SZ-Anfrage mitteilte, werde im kommenden Schuljahr der seit 40 Jahren geltende Status der Bistums-Einrichtung als Grund-, Haupt- und Realschule erhalten bleiben. Der Antrag auf Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule, über die auch der Erwerb des Abiturs in neun Jahren möglich ist, sei allerdings gestellt.