| 00:00 Uhr

Gute Laune dank Abstinenz

Landkreis Neunkirchen. Die religiösen Motive der Fastenzeit rücken bei den Befragten aus dem Landkreis Neunkirchen immer weiter in den Hintergrund. Vor allem gesundheitliche Gründe werden immer wichtiger. Sarah Umla

40 Tage keinen Alkohol trinken, in der Fastenzeit auf unnötige Autofahrten verzichten oder einfach weniger essen. Seit Aschermittwoch wird teilweise im Landkreis Neunkirchen gefastet. Das belegt eine aktuelle SZ-Online-Umfrage. Sie ist zwar nicht repräsentativ für den gesamten Landkreis , aber da sich 98 Männer und Frauen aus allen sieben Gemeinden und allen Bildungsschichten beteiligt haben, sowohl jung als auch alt, gibt die Befragung doch ein Meinungsbild der Bürger aus dem Landkreis ab.

Die SZ wollte wissen, wie die Menschen zum Fasten stehen. Den Grundsatz des Verzichts befürworten gleich 79 Prozent. Jedoch fasten derzeit nur 48 Prozent der Befragten, knapp 90 Prozent von ihnen glauben, dass sie bis Ostern durchhalten werden. Ein Drittel der Befragten fastet regelmäßig. Die SZ-Online-Umfrage beschäftigte sich auch mit den Arten des Fastens und fragte die Teilnehmer, welche Fastenmöglichkeiten ihnen besonders sinnvoll erscheinen. Ganz weit vorne steht bei den 98 Frauen und Männern der Verzicht auf Alkohol, gleich 38 Prozent finden die Abstinenz vernünftig, so auch Werner Wolf. "Der Verzicht auf Alkohol fällt mir glücklicherweise leicht. Schwieriger ist die Organisation der Nahrungsaufnahme im Alltag. Da bin ich nicht immer konsequent", erklärt der Ottweiler. 23 Prozent finden es hilfreich für 40 Tage Süßigkeiten aufzugeben. Aber auch andere Varianten erscheinen den Befragten als sinnvoll. Jürgen Prams aus Neunkirchen hat dieses Jahr sogar "eine Woche Heilfasten durchgezogen." Es sei zwar anstrengend gewesen, aber er habe es dennoch geschafft. Hans-Peter Hoffmann aus Eppelborn muss auch kämpfen: "Es bedarf einer ungeheuren Anstrengung, den Versuchungen nicht zu erliegen und weiterhin geduldsam Verzicht zu üben." Einige Faster stellen auch schon Veränderungen fest. Lisa Thul-Müller kann sich beispielsweise besser konzentrieren, Kurt Leidinger aus Eppelborn hat letztlich "mehr Energie und bessere Laune" und Pascal Schwindling lässt sogar seine schlechten Angewohnheiten ganz sein. "Dadurch entsteht unter Umständen mehr Zeit", schreibt der Merchweiler. Die Nutzung von Internet oder Handy wollen aber 51 Prozent nicht einstellen, das erscheint ihnen nicht als sinnvoll.

Aus religiösen Gründen geschieht das Fasten meist nicht. Nur 39 Prozent verbinden das Fasten mit christlichen Motiven. "Fasten halte ich persönlich für Blödsinn. Wer sich unbedingt selbst kasteien oder Verzicht üben will, soll es gerne tun. Dazu bedarf es allerdings keines speziell von der Kirche ausgerufenen Zeitraums", schreibt Axel Wolf aus Schiffweiler. Auch Marco Cinquemani sieht das Fasten nicht als religiösen Akt an: "Bei Bedarf werden unerwünschte Handlungen unabhängig von religiös motivierten Festtagen korrigiert." < siehe dazu auch unser Interview mit Dr. Monika Vogelgesang auf


Zum Thema:

StichwortSZ-Umfrage-Center: Es gibt viele Themen, die die Saarländer bewegen und die intensiv diskutiert werden. Damit die Meinung der Leser in Zukunft noch größere Beachtung findet, hat die Saarbrücker Zeitung ihr Umfrage-Center neu gestaltet. Wer da mitmachen will, muss sich einmalig registrieren. Und wer schon an Befragungen unter sz-umfrage.de teilgenommen hat, kann seine Login-Daten weiter nutzen.Umfrage-Teilnehmer werden mit Punkten belohnt. Ab 20 Punkten können diese in verschiedene Einkaufsgutscheine umgewandelt und dann beim nächsten Einkauf im virtuellen Kaufhaus eingesetzt werden. klösz-umfrage.de