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Günter Brabänder aus Neunkirchen hält dem Fußball seit 1959 die Treue.

Fußball : Der Ur-Borusse mit den 1000 Aufgaben

Günter Brabänder hält dem Fußball seit 1959 die Treue und bekleidet mittlerweile etliche Ehrenämter.

Um den Saarländischen Fußball-Verband (SFV) wäre es ohne die Arbeit der vielen ehrenamtlichen Funktionsträger schlecht bestellt. Einer von ihnen ist Günter Brabänder aus Neunkirchen. Der 71-Jährige ist seit 1995 für den SFV tätig. Zunächst als AH-Leiter für den Ostsaarkreis. Zehn Jahre später bekleidete er das Amt des Kreisvorsitzenden und war fortan Mitglied im Verbandsspielausschuss des SFV.

Diese Position hat der Neunkircher noch heute inne. Dies gilt auch für sein im Jahr 1997 angetretenes Amt als Mitglied in der Kommission Integration, Ehrenamt sowie Fair Play . Weiterhin gehört der Saarländer auch der Regionalliga-Sportplatzkommission des Regionalverbandes Südwest an und ist dabei für die SV Elversberg und den FC Homburg zuständig. „Wenn ein Heimspiel witterungsbedingt auf der Kippe steht, treffe ich mich mit einem Vertreter des Stadioneigentümers und einem Vereinsbeauftragten vor Ort. Wenn eine Austragung unmöglich ist, werden sofort über den Klassenleiter die Schiedsrichter, Gästeteams und Medien informiert. So tritt niemand unnötig die Fahrt ins Stadion an“, beschreibt Brabänder seinen Aufgabenbereich.

Der Neunkircher wurde bereits früh vom Fußballvirus infiziert. Dass er nur einen Steinwurf entfernt vom Ellenfeldstadion wohnte, war mitverantwortlich dafür, dass er 1959 bei Borussia Neunkirchen mit dem Fußballspielen begann. Schnell wurde sein Talent als Torhüter erkannt. Brabänder hielt den Borussen bis zu den A-Junioren die Treue und spielte dort mit so bekannten Größen wie Jürgen Fuhrmann, Heinz Henkes, Heinz Histing, Werner Martin oder auch Gerd Schley zusammen. 1964 gelang dem Ur-Borussen als B-Jugendlicher unter Trainer Jupp Derwall sogar der Sprung in die Schülerauswahl des SFV.

„Nach meiner Jugendzeit bin ich zur damaligen DJK Neunkirchen gewechselt. Dort war mein Schwiegervater Vorsitzender. Der Sportplatz der DJK befand sich seinerzeit auf der Bergehalde im Gebiet, in dem heute das Mc Donald’s in Neunkirchen angesiedelt ist“, verweist Brabänder auf ein Stück Neunkircher Sportgeschichte. Er übernahm schließlich 1970 bei der DJK Neunkirchen das Amt des Jugendleiters. Später verschmolz die DJK mit Viktoria Neunkirchen und Brabänder fand beim SV Heinitz ein neues Betätigungsfeld. Bei diesem in der Zwischenzeit aufgelösten Verein war er Spieler, Spielausschussvorsitzender sowie zehn Jahre lang AH-Spielleiter. Anschließend begann seine Zeit beim SFV.

Es verwundert bei dieser Vita nicht, dass Brabänder auch beruflich Kontakt zum Fußball hatte. Als Graveur beschriftete er rund 200 Zinnteller für Meistermannschaften. „Außerdem habe ich um die 500 Medaillen für die Herren im Lottopokal sowie die Damen als Saarlandpokalfinalisten graviert“, erklärt der ehrenamtliche Verbandsfunktionär.

Trotz so vieler verschiedener Aufgabenbereiche fand er noch die Zeit, bis zum Ende der Saison 2001/2002 als Klassenleiter der Landesliga Ost zu fungieren. „Das alles wäre nicht ohne die Unterstützung meiner Ehefrau Monika möglich, mit der ich seit 1970 verheiratet bin“, sagt Brabänder. Im November – „wenn dann hoffentlich Corona überstanden ist“ – soll die Goldene Hochzeit gefeiert werden.

Fit hält sich der 71-Jährige durch das regelmäßige Fußballtraining bei den „Montagskickern“ in der Klinkenthalhalle in Landsweiler-Reden. In den Sommerferien wird auf den Kunstrasenplatz in Merchweiler ausgewichen. „Wir sind alles rüstige Rentner. Durch unseren Besuch in der Sportarena vor drei Jahren ist auch der Sportmediziner Tim Meyer auf uns aufmerksam geworden“, berichtet der Ostsaar-Klassenleiter. Der Chefmediziner des Deutschen Fußballbundes habe die Fußballer im Rahmen der DFB-Studie „Sport im Alter der Senioren“ auf Herz und Nieren getestet. Das Ergebnis: „Alle sind fit.“

In seiner Freizeit trifft man Brabänder bei Heimspielen von Borussia Neunkirchen. „Dort bin ich Mitglied. Und in der Bundesliga drücke ich ebenfalls zwei Borussen-Teams die Daumen – Dortmund und Mönchengladbach. Man könnte daher sagen, dass ich ein waschechter Ur-Borusse bin“, meint er schmunzelnd – und erwähnt fast noch beiläufig: „Falls man mich weiter will, werde ich mit meinen Fußballehrenamtsaufgaben weitermachen.“ Schließlich wäre es auch um den SFV ohne die wichtige unentgeltliche Arbeit eines Mannes wie Günter Brabänder schlecht bestellt.