Arbeitsmarkt: Gesundheitswesen bietet freie Stellen

Arbeitsmarkt : Gesundheitswesen bietet freie Stellen

Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Neunkirchen ist leicht gesunken. Und das trotz Sommerflaute und Ferienzeit. 5293 Menschen ohne Job.

Im Juli waren im Landkreis Neunkirchen 5293 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 93 weniger als im Juni und 720 weniger als vor einem Jahr (minus 12,0 Prozent). Die Zahl aller Arbeitsuchenden ist um 131 auf 9901 gesunken. Zu den Arbeitsuchenden gehören neben den Arbeitslosen (bei Arbeitsagentur und Jobcenter gemeldete Personen, einschl. Langzeitarbeitslose), unter anderem auch Personen, die kurzzeitig erkrankt sind, Personen, die mehr als geringfügig beschäftigt sind und vom Jobcenter einen Aufstockungsbetrag zum Lohn erhalten sowie Beschäftigte oder Selbstständige, die eine andere Arbeit suchen.

Die Arbeitslosenquote betrug im Juli 7,5 Prozent, das waren 1,1 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Einerseits meldeten sich in den letzten vier Wochen 384 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos, 26 mehr als im Vorjahresmonat. Andererseits haben 423 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beendet. Das waren deutlich mehr als im Juni (plus 106 beziehungsweise 33,4 Prozent) und auch mehr als im Juli des Vorjahres (plus 49, beziehungsweise 13,1 Prozent).

Trotz Sommerflaute in der Ferien- und Urlaubszeit ist die Arbeitslosigkeit im Landkreis Neunkirchen leicht gesunken. Ursache dafür waren vermehrte Einmündungen von Kunden des Jobcenters in Fördermaßnahmen und Beschäftigung am zweiten  Arbeitsmarkt. Im Gegensatz zur Grundsicherung ist die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) gestiegen. Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, erkennt darin den saisonüblichen Effekt. „Einerseits ist der 30. Juni klassisches Befristungsdatum für Arbeitsverträge. Daher melden sich jährlich im Juli verstärkt Menschen nach einer Beschäftigung arbeitslos. Andererseits suchen viele gerade ausgebildete junge Fachkräfte einen neuen Arbeitgeber. Manche konnten nach der Ausbildung nicht von ihren Betrieben übernommen werden, andere suchen nach einer schulischen Ausbildung nun ihre erste Stelle“, erklärt Haßdenteufel. Eine gute Ausbildung schützt vor Arbeitslosigkeit und daher ist der Agenturchef zuversichtlich, dass diese jungen Menschen rasch einen neuen Arbeitsplatz und damit zugleich ihren Platz im Berufsleben finden werden: „Angesichts einer ausgezeichneten Beschäftigungslage bieten sich diesen jungen Fachkräften vielfältige Möglichkeiten. Auch die Studierneigung ist nach wie vor hoch, so dürften zahlreiche Ausbildungsabsolventen weiterführende Schulen besuchen oder ein Studium beginnen.“

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli um 44 auf 1580 gestiegen und lag um 180 über dem Vorjahreswert (plus 12,9 Prozent). Im aktuellen Monat waren 862 Männer arbeitslos, acht weniger als im Juni. Bei den Frauen ist die Arbeitslosigkeit um 52 auf 718 gestiegen. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren waren 221 Personen gemeldet, 23 mehr als im Juni und elf mehr als vor einem Jahr. In der Altersgruppe 50plus waren 661 Menschen arbeitslos, 62 mehr als vor einem Jahr.

Beim Vergleich des Arbeitslosenbestandes mit dem Vorjahresmonat ist zu beachten, dass Menschen, die zeitgleich Arbeitslosengeld von der Agentur und des Jobcenters beziehen, seit Beginn dieses Jahres ausschließlich im Bereich der Arbeitslosenversicherung gezählt und nicht mehr im Bereich der Grundsicherung.

Die Arbeitslosigkeit beim Jobcenter des Kreises ist im Juli um 137 auf 3713 Personen gesunken, das waren 900 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr (minus 19,5 Prozent). 1701 der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen waren bereits ein Jahr und länger arbeitslos. Gegenüber dem Vorjahr ist ein Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit um 8,1 Prozent festzustellen. Im Juli waren 1135 Ausländer als arbeitslos registriert, 333 weniger als vor einem Jahr.

Die Unterbeschäftigung im Bereich der Arbeitslosenversicherung lag im Juli bei 1850 Personen. Das waren zehn Prozent mehr als vor einem Jahr. In die Unterbeschäftigung werden neben den registrierten Arbeitslosen auch die Personen einbezogen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder aus anderen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden.

Arbeitsmarkt Juli 2017. Foto: SZ/Bernhard Baltes

Im Monat Juli waren bei dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter im Kreis Neunkirchen 922 offene Stellen gemeldet. Dies waren 195 Stellen mehr als vor einem Jahr (plus 26,8 Prozent). Die meisten Stellen waren im aktuellen Monat in der Zeitarbeit (174), im Gesundheits- und Sozialwesen (151), im Handel (95) und im Baugewerbe (90) gemeldet. Auch im Gastgewerbe (85), im Bereich der freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungen (80) und im verarbeitenden Gewerbe (70) wurden neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht.

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