Geschichte sichtbar gemacht

Die Kohlhofer Arbeitsgemeinschaft möchte die Entstehungsgeschichte des Ortes in die Gegenwart holen. Dazu werden Tafeln an historischen Gebäuden angebracht. Den Anfang hat „Böhlers Haus“ gemacht.

"Wir wollen die Siedlungsgeschichte des Kohlhofs in die Gegenwart zurückholen", beschreibt Kurt Müller ein Anliegen der Kohlhofer Arbeitsgemeinschaft. In den Vorstädten drohe ein Trend zur Anonymität, und dies solle im Neunkircher Stadtteil verhindert werden. Also will man die Entstehung des Kohlhofs zumindest optisch im Ortsbild verankern - durch entsprechende Hinweistafeln.

Die erste Messingtafel hängt nun an "Böhlers Haus", einem von drei oder vier Siedlungskernen, aus denen der Kohlhof zusammengewachsen ist, erläutern Kurt Müller und Karlheinz Giffel, dessen Vater in Böhlers Haus zur Welt gekommen ist. Das Gebäude, etwas zurückgesetzt in der Limbacher Straße (fast direkt gegenüber der Einmündung der Niederbexbacher Straße), gehört seit gut 70 Jahren der Familie Sticher. Früher mit Scheune sowie Kuh- und Schweinestall ausgestattet, wurde das Haus im Laufe der 60er Jahre in die heutige Form umgebaut.

Familie Sticher zeigte sich aufgeschlossen für die Idee der Kohlhofer AG, eine Tafel anzubringen. Mit Unterstützung der Firma Ehresmann wurde das Messingschild an einem Zaunpfeiler direkt am Zebrastreifen angebracht. Die Inschrift gibt Aufschluss darüber, warum dieser Ort für den Ursprung des Kohlhofs wichtig ist. Darauf heißt es: "Haus Nr. 14 Limbacher Straße 2. Siedlungskern von Kohlhof . Erbaut um 1800 von Daniel Böhler." Demnach hat Daniel Böhler seinen Besitz an der Goldenen Bremm verkauft und Acker- und Weideland westlich des Weges nach Neunkirchen einschließlich des Brückweihers erworben. Diese Ortslage wird heute noch als "Böhlers Haus" - mundartlich auch "Biehlerschhaus" - oder "Brückweiherhof" bezeichnet.

Die Idee, der Siedlungsgeschichte nachzugehen, entstand in der Arbeitsgemeinschaft vor etwa zwei Jahren. Kurt Müller hatte im Nachlass seines Opas eine Festschrift von 1934 entdeckt, die der bekannte Heimatforscher Bernhard Krajekwski verfasst hatte. "Die Aktion soll auch eine nachträgliche Würdigung Krajewskis ein", erläutert Müller.

Als Nächstes soll jetzt das "Sauerbrey-Haus" oder "Kohlhofer Torhaus" an der Niederbexbacher Straße - heute steht dort nur noch das Nachfolgegebäude - in die Erinnerung zurückgerufen werden.

Weitere Kohlhofer Ursprungspunkte sind nach Feststellung der AG das Hofgut Kohlhof und eventuell die "Goldene Bremm " mit der Rathshütte an der Limbacher Straße, genau auf der heutigen Gemeindegrenze zwischen preußischem und bayrischem Kohlhof .

Nach vollbrachter Tat: Das Team der AG Kohlhof mit Karlheinz Giffel, Hermann Hild, Kurt Müller und Wolfram Heinze (von links) hat das Messingschild am frisch gestrichenen Pfeiler angebracht.

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HintergrundDie Kohlhofer Arbeitsgemeinschaft ist ein lockerer Zusammenschluss von kulturell und geschichtlich interessierten Personen. Ohne strenge Regularien wie Vorstand oder Satzung soll mit ehrenamtlichem Engagement etwas für den Stadtteil Kohlhof bewegt werden. Man kümmert sich um Wanderungen, Info-Fahrten, Ortsverschönerung, Konzerte, Theater, Dorfabende und andere Veranstaltungen im Ort. Über jede weitere Unterstützung freut sich die Arbeitsgemeinschaft. Wer sich für eine Mitarbeit interessiert, kann sich an Kurt Müller, Tel. (0 68 21) 37 34, wenden. gth