Geschenkekauf kann noch warten

Die Vorweihnachtszeit ist dieses Jahr länger als üblich. Ganze fünf Wochen vergehen bis Heiligabend. Der erste Advent ist bereits kommendes Wochenende und ein verkaufsoffener Sonntag steht vor der Tür. Manchem Einzelhändler steht bereits mehr Kundschaft ins Haus. Andere sind von der Weihnachtssaison unabhängig.

Unter den Neunkirchern macht sich offenbar noch keine Hektik bemerkbar. Als sich die SZ aufmacht, um die Menschen auf der Straße zu fragen, ob der Weihnachtsstress schon bei ihnen angekommen ist, sagt so mancher zwar, dass er schon mit dem Plätzchenbacken beginnt. Für Ideen, was sie denn verschenken wollen, lassen sie sich allerdings gerne noch Zeit. "Die ganze Weihnachtsplanung geht entspannt über die Bühne", sagt eine der Befragten. Dass die Vorweihnachtszeit besonders lang ist, das ändere am Verhalten im Vergleich zu den Vorjahren nichts.

Auch der Besuch bei verschiedenen Einzelhändlern in der Stadt bestätigt: Die Hektik zieht nur langsam an. Maria Vitrano betreibt seit nun fast 27 Jahren die Wäscherei Müden am Eingang des Saarpark-Centers. "Privat bin ich noch überhaupt nicht im Weihnachtsstress ", sagt die 57-Jährige. Über Geschenkideen mache sie sich so wie jedes Jahr erst in der zweiten Dezemberwoche Gedanken. Allerdings habe sie aber sehr wohl eine Veränderung bei ihren Kunden bemerkt. "Anders als in den vergangenen Jahren kommen die Leute schon Ende November mit ihren Abendgarderoben, Teppichen oder Gardinen vorbei", erzählt sie. Auch seien manche Kunden ungeduldiger. Was ihrer Beobachtung nach sonst erst Anfang Dezember eintritt.

Auch Anke Birk, die Inhaberin der Buchhandlung Bücher König, ist noch recht entspannt. Als Buchhändlerin spüre sie eine Veränderung im Vergleich zum Vorjahr. Traditionell ist die Zeit kurz vor den Weihnachtstagen immer die Hauptsaison für den stationären Buchhandel. "Die Kunden kommen bereits aber jetzt schon mit typischen Wünschen für Weihnachten in unseren Laden", sagt Birk. Die Nachfrage ziehe allgemein an. Man merke eben, dass die Winterzeit auch Schmökerzeit ist. Und was wird so gekauft? Gefragt seien wie jedes Jahr die obligatorischen Schweden-Krimis, sagt Birk. Aber auch Rezept- und Backbücher stünden hoch im Kurs, ebenso wie saarländische Wörterbücher.

Etwas losgelöst vom Weihnachtsgeschäft ist dagegen die Damen-Boutique Sahra-Moden. "Wir bieten bereits im Winter die kommende Mode für den Frühling an", erklärt Inhaberin Susan Mohammadi. Ein bisschen wirke sich der Weihnachtshandel auf ihr Geschäft aber doch auch aus. "Schals oder Taschen sind beliebte Geschenke", sagt sie.

Für die Situation im Schuhhandel spricht Thomas Itt vom gleichnamigen Schuhhaus. Die Nachfrage nach warmen Hausschuhen schnelle noch oben. "Aber das hat weniger damit zu tun, dass es fünf Wochen bis Weihnachten sind, sondern mit dem Wetter", weiß Itt. Über November und Dezember hin seien entweder gemütliche Hausschuhe gefragt oder wetterfeste Stiefel. Zwar sei dieser Zeitraum auch für den Schuhhandel wichtig, aber die Nachfrage verteile sich. Mit einer Ausnahme. "Knapp vor den Feiertagen fällt einigen Kunden ein, dass sie schicke Anzugsschuhe tragen wollen", sagt Itt. Die kämen dann durchaus auch mal kurz vor Ladenschluss an Heiligabend noch vorbei.

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