Für Mensch und Natur

48 Jahre stand Detlef Reinhard im Berufsleben. Die letzten vier Jahre als Geschäftsführer der LIK Nord (siehe „Hintergrund“). Seine Gesundheit zwang den 63-Jährigen zum vorzeitigen Aufhören. Gestern wurde Reinhard im Illinger Rathaus offiziell in den Ruhestand verabschiedet.

. Er ist "Saarländer mit Migrationshintergrund" (wie es Laudator Karl Kleineberg, der frühere Geschäftsführer der Industriekultur Saar ausdrückte) - der gebürtige Havelländer Detlef Reinhard. Er hat sich immer für die Themen, die ihm wichtig waren, "voll reingehängt", wie ihm bei seiner Verabschiedung von vielen attestiert wurde. In Illingen fand die kleine Feier mit LIK-Nord-Bürgermeistern, Ministeriumsvertretern, dem designierten LIK-Geschäftsführer Ulli Heintz, dem Interims-Geschäftsführer Ludger Wolf und LIK-Mitarbeiterin Anke Ben Ali statt, weil der dortige Verwaltungschef Armin König zurzeit Vorsteher des LIK-Zweckverbandes ist. Gestartet hat der bekennende Sozialdemokrat und Gewerkschafter Detlef Reinhard seine Karriere in der Wiebelskircher Verwaltung. Von dort führte der Weg des passionierten Jägers über Neunkirchen , ein Fernstudium, den KABV (Kommunaler Abfallentsorgungsverband) zur Landesforstverwaltung, ins Umweltministerium und schließlich - auf Empfehlung des damaligen Ministers Stefan Mörsdorf - zum Projekt LIK Nord. Für dessen Erfolg hat Reinhard schwer gerackert, so wie er sich zuvor auch schon für den Saarbrücker Urwald oder das Biosphärenreservat Bliesgau stark gemacht hatte.

Die Ziele des Zweckverbandes mit dem sperrigen Namen zu vermitteln, war ein hartes Stück Arbeit. Bei rund 150 Veranstaltungen hat Reinhard erklärt, warum es wichtig ist, die vom Bergbau geprägte Landschaft zu bewahren und weiter zu entwickeln. "Wenn es den Menschen gut geht, geht es auch der Natur gut", sagte Detlef Reinhard in seiner knappen Abschiedsrede.

Als stellvertretender Ortsvorsteher seines Wohnortes Landsweiler-Reden wird Reinhard der Region erhalten bleiben. Seine Qualifikation geht nicht verloren.

Zum Thema:

HintergrundDie Landschaft der Industriekultur Nord (LIK Nord) war 2009 Gewinnerregion beim Bundeswettbewerb Naturschutzgroßprojekte und ländliche Entwicklung in der Kategorie "Urbane, industrielle Landschaften". Hier arbeiten Friedrichsthal, Illingen, Merchweiler, Neunkirchen , Quierschied, Schiffweiler, Landkreis Neunkirchen und die Industriekultur Saar zusammen. Das Fördervolumen beträgt rund 14 Millionen Euro. 90 Prozent übernehmen Bund und Land, zehn Prozent der Zweckverband. Das Naturschutzgroßprojekt LIK Nord will die hiesige Bergbaufolgelandschaft erhalten und aufwerten. Nach der Planungsphase wurden in der Umsetzungsphase, die Anfang 2014 begann, bereits erste Maßnahmen realisiert, so zum Beispiel der Erwerb landwirtschaftlicher Flächen der RAG im Raum Schiffweiler. sl