Früh Favoriten im Visier

Ja, ich bin ein Filmfan. Und ich interessiere mich für alles, was mit Kino zu tun hat. Deshalb war ich auch gar nicht unglücklich darüber, dass ich für die Saarbrücker Zeitung im Auswahlbeirat für den neuen Günter-Rohrbach-Filmpreis der Stadt Neunkirchen sitzen sollte

Ja, ich bin ein Filmfan. Und ich interessiere mich für alles, was mit Kino zu tun hat. Deshalb war ich auch gar nicht unglücklich darüber, dass ich für die Saarbrücker Zeitung im Auswahlbeirat für den neuen Günter-Rohrbach-Filmpreis der Stadt Neunkirchen sitzen sollte. Ein neuer Filmpreis, und noch dazu in Zusammenarbeit mit einem der bekanntesten deutschen Produzenten - das klang wirklich spannend.Es ging alles sehr schnell. Noch in meinem Jahresurlaub Mitte September rief mich Oberbürgermeister Jürgen Fried zu Hause an. Um mit mir Einzelheiten und die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Und da war er, der einzige Haken an der Geschichte: Es galt für jedes Mitglied des Auswahlbeirates - außer mir waren das noch Peter Bierbrauer von der Neunkircher Kulturgesellschaft und Christian Bauer vom Saarländischen Rundfunk -, 30 Filme anzuschauen. Bis Ende September sollten wir fünf Filme aus diesen 30 ausgewählt haben. Es dauerte dann auch noch mehr als eine Woche, bis ich die ersten DVDs in Händen hielt. Die Lage entspannte sich dann leicht, als sich der Auswahlbeirat am Ende September erstmals in Neunkirchen traf, um einheitliche Kriterien festzulegen. Zwei Tage später war dann der erste Umschlag mit rund 15 Filmen in meinem Briefkasten. Und ich legte gleich los. Die, die mir am interessantesten erschienen, waren zuerst an der Reihe. Schon in der ersten Woche hatte ich zwei meiner späteren Favoriten gesehen.

In der kommenden Woche hatte ich einen straffen Plan. Mindestens zwei Filme pro Tag hatte ich mir vorgenommen. Das klappte nicht immer. Aber es ging voran.

Lange gab es keine Filme, die meinen Favoriten der ersten Woche das Wasser reichen konnten. Nach 15 Filmen, also in der Halbzeit, gab ich eine erste Wasserstandsmeldung an meine beiden Kollegen ab. Da kristallisierte sich heraus, dass wir bei einigen Filmen absolut einer Meinung waren, andere wenige jedoch einer weiteren Diskussion bedurften.

In der letzten Woche meines Film-Marathons standen dann schon mal vier Streifen pro Abend auf dem Programm. Das hatte dann nichts mehr mit gemütlichem Popcorn-Kino zu tun. Das war Stress. Zumal ich die Filme ja auch sacken lassen und bewerten musste. Besonders überraschte mich dabei, dass es so viele unterschiedliche Herangehensweisen an das vorgegebene Thema "Arbeitswelt und Gesellschaft" gab. Es reichte von Machenschaften in Betriebsräten über Erziehungsurlaub bis hin zu Arbeitslosigkeit oder Pflege bei Demenz.

Richtig gute Filme hatte ich mir in meinem Endspurt noch angeschaut. Da fiel mir die Entscheidung doch schwer. Während einige Filme für mich gleich aus dem Wettbewerb fielen, weil sie nicht zum Thema passten, gab es hingegen auch mehr als fünf Filme, die den Preis verdient hätten. Aber zum Glück gab es da ja noch meine Kollegen: Schnell hatten wir die Schnittmenge gefunden und uns auf fünf Filme festgelegt. Jetzt sind wir alle gespannt, welcher dieser fünf Filme der Favorit der Jury ist.