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Frischer Wind für die Jugendarbeit

Frischer Wind für die Jugendarbeit

Spiesen-Elversberg. "Ich komme demnächst öfter her" - mit diesen Worten hat sich Horst Findeisen den Jugendlichen im Jugendtreff Casa Nostra vorgestellt. Seit Beginn des Jahres ist der 52-Jährige der neue Jugendpfleger in der Gemeinde Spiesen-Elversberg. Zehn bis 15 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren sind regelmäßig im Elversberger Treff

Spiesen-Elversberg. "Ich komme demnächst öfter her" - mit diesen Worten hat sich Horst Findeisen den Jugendlichen im Jugendtreff Casa Nostra vorgestellt. Seit Beginn des Jahres ist der 52-Jährige der neue Jugendpfleger in der Gemeinde Spiesen-Elversberg. Zehn bis 15 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren sind regelmäßig im Elversberger Treff. Den ersten Eindruck des "Neuen" im Jugendbüro beschreibt der 21-jährige Daniel Wagner als positiv. "Er kam mit einer guten Ausstrahlung rein und hat klar gemacht, dass er die Sache anpackt. Das hatten wir bisher vermisst." Dass Horst Findeisen mit seinen 52 Jahren eher zu den "alten Hasen" in dem Job gehört, stört weder ihn noch die Jugendlichen. "Der Charakter ist entscheidend", sagt Daniel Wagner. Über einen Umweg ist Findeisen zur Jugendarbeit gekommen. Nach dem Abitur hat er zunächst eine Lehre zum Schmied und Metallbaumeister absolviert, dann Erzieher gelernt und schließlich seinen Abschluss als Diplom-Sozialarbeiter gemacht. Über zehn Jahre hat er Heimkinder betreut, danach kam der Wechsel in die offene Jugendarbeit. Stationen waren hier das KiJu Bexbach und der Jugendraum Continue in Erbach. "In der offenen Jugendarbeit fehlt der Nachwuchs", sagt Findeisen. Das hänge auch mit den Arbeitszeiten zusammen. Sich selbst beschreibt der 52-Jährige als "Handwerker, der anpackt".Anpacken möchte er ab sofort auch in Spiesen-Elversberg. Seinen ersten Eindruck hat der Sozialarbeiter durch einen Zeitungsartikel von seiner neuen Arbeitsstätte gewonnen: "Darin stand, dass der Gemeinderat mehr Gelder für die Jugendarbeit beschlossen hat, aber ein Konzept fordert." Ein Konzept könne sich erst mit der Zeit entwickeln, so Findeisen. Dennoch hat der erfahrene Sozialarbeiter klare Ziele: "Ich möchte eine familienfreundliche Gemeinde aufbauen, in der Jugendliche mitgestalten und sich dadurch auch mit ihrem Heimatort identifizieren." In seinem Büro im Rathaus versteht er sich als Anlaufstelle für alle Bürger. "Ich will eine Brücke bauen zwischen Jung und Alt, auf der man feiern kann."

Erst kurz im Amt, hat der Jugendpfleger bereits konkrete Projekte angestoßen. So werden die Räumlichkeiten im Casa Nostra umgestaltet. "Bisher war die farbliche Gestaltung nicht so, wie Jugendliche sich das vorstellen", sagt Daniel Wagner. Helle Farben sollen jetzt her. "Wenn Jugendliche was machen wollen, sollte man sie unterstützen", findet Findeisen. Da bisher überwiegend männliche Stammbesucher den Treff nutzen, möchte Findeisen künftig mehr für Mädchen tun und ein entsprechendes Projekt starten. Ansonsten gibt es klare Regeln im Treff. Alkohol, Drogen und Gewalt bleiben draußen.

Damit auch die Jugendlichen in Spiesen einen Treffpunkt haben, ist die Gemeinde auf der Suche nach Räumlichkeiten. "Personalchef Michael Gallo hat die Räume des evangelischen Kindergartens, der 2013 auszieht, vorgeschlagen", so Findeisen. Diese seien seiner Meinung nach optimal. Findeisen lobt auch die Zusammenarbeit mit seiner Kollegin Lucia Jochum, die sich seit Jahrzehnten um das Programm mit Veranstaltungen für Kinder kümmert.

Zur Person

Seit Beginn des Jahres ist Horst Findeisen der neue Jugendpfleger in der Gemeinde Spiesen-Elversberg. Der 52-Jährige wohnt in Einöd, ist verheiratet und hat einen 25-jährigen Sohn. Er ist im Jugendbüro im Rathaus zu erreichen unter Tel. (0 68 21) 79 11 23. Für den Jugendtreff Casa Nostra ist er aktuell auf der Suche nach einer Küche. evy